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09 Jul, 2009

Piratenpartei: Warum ich heute um 18 Uhr zuhause sein werde…

Posted by: Casi In: Politik

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Neulich hatte ich eine witzige Begegnung in meinem "Stamm"-Supermarkt (nein, ich meine nicht diese hier *g*). Ich stand mit meiner Freundin an der Kasse, hatte mein "Zensursula"-T-Shirt an und forderte den Menschen vor mir zu einem spontanen Trikottausch auf – jener trug nämlich ein "Piratenpartei"-Shirt. Wir kamen natürlich kurz ins Gespräch und er lud mich dann spontan zum Donnerstags stattfindenden Piraten-Stammtisch ein, was ich bis dato auch durchaus als Abendgestaltung in Erwägung gezogen hatte. 

Erstmals ins Grübeln kam ich durch die Holocaust-Geschichte um Bodo Thiesen. Wie es sich gehört, wenn man auf der großen Polit-Bühne agieren möchte, hat man dann – im Anschluss an einen Sturm der Entrüstung – auch tatsächlich gehandelt und Thiesen ein Ultimatum gestellt, gekoppelt an ein ganz klares Statement seinerseits, dass er den Holocaust eben nicht leugnet oder anzweifelt. Das sollte die Gemüter beruhigen und erfüllte auch größtenteils seinen Zweck. 

Was ich jetzt gerade aber drüben bei den Ruhrbaronen lesen musste, lässt mich langsam komplett vom Glauben abfallen. Demnach hat der Holocaust-technisch geläuterte Bodo Thiesen nicht nur zu Adolf und seiner Vorgehensweise eine – sagen wir – eher exotische Meinung kundgetan, sondern sich auch zum Thema "Pädophile" ganz merkwürdige und inakzeptable Statements abgegeben. Ich zitiere aus der Piraten-Wiki:

 

Versetzen wir uns mal in einen Pädophilen. Wir wissen ob der Strafbarkeit von Sex mit Kindern und sehen das auch ein (die meisten Pädophilen werden nicht zu sexuellen Straftätern, das passiert nur einer kleinen Randgruppe). Was bleiben uns für Möglichkeiten der sexuellen Befriedigung? Bücher, Zeichnungen usw. die der sexuellen Befriedigung dienen könnten, sind alle verboten – bereits der Besitz davon. Jetzt verlassen wir mal kurz das Rollenspiel und überlegen uns, wie wir uns fühlen würden, wenn wir a) kein Sex mit Freund/Freundin/Ehepartner(in) haben könnten (ohne uns strafbar zu machen), b) keine Pornos, Liebesromane etc. sehen und lesen dürften und c) unsere Phantasien nicht niederschreiben dürfen – nichtmal in ein Tagebuch. Enthaltsamkeit das ganze Leben lang. Wer ist dazu fähig, bitte Hände hoch. Aha. Aber genau das verlangen wir von den Pädophilen. Unter dieser Voraussetzung erstaunt es mich ehrlich gesagt, daß so extrem wenig passiert – geachtet der rund 100 Tausend Pädohilen, die alleine in Deutschland leben – oder aber, die Dunkelziffer ist bedeutend höher, als man sich das eingestehen will.

Ich stelle hiermit die provokante These auf, daß der Verbot Kinderpornographicher Schriften nach §184b tendenziell eher schädlich als nützlich ist.

Wie bitte???

Ich werde gar nicht versuchen, dieses Statement argumentativ aufzuarbeiten, weil es einfach von vorne bis hinten hanebüchener Blödsinn ist. Damit bzw durch das Publikwerden dieser Aussage hat er seiner Partei einen Arschtritt verpasst von dem man sich – das unterstelle ich – nicht so einfach erholen kann. Ich schätze Jörg Tauss für das, was er für uns digitale Einheimische leistet, aber es stehen nach wie vor unschöne Anschuldigungen im Raum und er kann sich genau wie die ganze Piratenpartei nicht dagegen wehren, dass diese Vorwürfe immer wieder thematisiert werden. Mit Thiesen liefert man sich jetzt der Politkonkurrenz wehrlos ans Messer.

Man kann sich – gerade angesichts der Tauss-Geschichte – einen solchen Fauxpas absolut nicht erlauben. Denn somit hat man nun in vorderster Parteienfront einen nachgewiesenen Besitzer von Kinderpornographie und zudem einen Menschen, der den kriminellen Charakter des Besitzes dieses Drecks ernsthaft in Frage stellt. Das zusammen ergibt einen Todes-Cocktail, den die Piratenpartei gerade auf Ex runterzustürzen gedenkt.

Die netten Piraten in Dortmund können nichts dafür, schätze ich mal. Dennoch bleibe ich jetzt mit meinem Hintern zuhause. Es geht nämlich nicht nur um eine untragbare Person, sondern auch darum, wie man mit dieser Person umgeht und was man sie ungestraft auf offiziellen Parteiseiten äußern lässt. Wie sollte ich mich denn erklären, wenn ich tatsächlich Mitglied würde und mit der Frage konfrontiert werde, wie ich zu diesen Dingen und dieser Person stehe?

Ich bin enttäuscht davon, was ich in diesen Tagen erfahren muss, ein wenig schockiert, dass ich mir so leicht eine Parteizugehörigkeit vorstellen konnte, ohne mich nur ein klein wenig mehr zu informieren und bin darüber hinaus der Meinung, dass man seitens der Piratenpartei derzeit noch gar nicht zu realisieren scheint, was hier gerade losgetreten wird. 

CDU und SPD werden unter ihren hastig aufgespannten Regenschirmen jubeln, denn den Sturm aus Scheiße wird es scheinbar nun woanders regnen…

 

  • Tut mir leid aber da kann ich überhaupt nicht zustimmen. Der "Artikel" von David Schraven ist allerübelster Populismus auf Bildzeitungsniveau. Allein schon die Aussage, mit der Abk. "KiPo" würde irgendetwas verharmlost, lässt meinen Puls auf 180 hochschnellen. Ich bin auch zu faul, ständig Kinderpornographie zu schreiben, aber damit verharmlose ich doch nix! Der Artikel wirft einfach mal wieder alles in einen Topf (Kinderpornographie, Pädophilie, Missbrauch, Meinungsfreiheit, Piratenpartei, Jörg Tauss) und rührt kräftig um - fertig ist die Soße. Das ist nur noch armselig.

    Bodo Thiesen ist ein schlimmer Wirrfasler, soviel ist sicher. Ich habe für Kindesmissbrauch auch überhaupt kein Verständnis, aber man kann Herrn Thiesen NUN WIRKLICH nicht vorwerfen, dass er dieses Verbrechen in irgendeiner Weise verharmlosen oder gar rechtfertigen würde. Was er sagt ist dass mit dem Aufschreiben einer Phantasie niemand geschadet wird. Wir reden vom Aufschreiben einer Phantasie. Kein Missbrauch. Keine Vergewaltigung. Keine Gewalt. Keine Geschädigten. Er sagt das leider eben in seiner für ihn typischen wirren Sprache, die definitiv unglücklich ist, vor allem der letzte Satz mit dem "mehr Schaden als Nutzen".

    Der ständige Ruf nach öffentlichen Auspeitschungen widert mich langsam an. Überleg mal, was z.B: in arabischen Ländern alles verboten ist. Oder in Indien. Wenn wir indische Maßstäbe ansetzen würden, dürfte hier nicht einmal "Verbotene Liebe" laufen.

    Ich bin enttäuscht davon, wie schnell du deine anfängliche Begeisterung für die Piraten wieder an den Nagel hängst wegen der Aussage eines einzelnen Wirrkopfs. Die Piraten haben inzwischen über 3000 Mitglieder, warum hörst du dir nicht einfach mal noch 250 andere Meinungen an, bevor du auf so billige Meinungsmache wie die des Herrn Schraven reinfällst?

    Alternativ könntest du wenigstens die Kommentare zu dem "Artikel" lesen, die setzen sich wenigstens inhaltlich halbwegs korrekt mit der Sache auseinander.
  • Ich stimme Dir da bedingt zu, dass der Artikel von David populistisch gehalten ist und über die Abkürzung "KiPo" werde ich mich sicher auch nicht aufregen, weil es mit Sicherheit nichts damit zu tun hat, eine widerlichen Straftat zu verniedlichen, sondern sie lediglich - das ist halt der Sinn einer Abkürzung - abzukürzen.
    Ich hatte ehrlich gesagt gehofft, dass Du mir zutraust, mir meine eigene, durchaus umfassende Meinung zu bilden. Deshalb sehe ich mich jetzt auch nicht als Opfer einer Schmutzkampagne der Ruhrbarone, sondern bin durch deren Artikel abermals über Thiesen gestolpert und eigentlich war das erste Mal schon ein Mal zu viel.
    Meiner Meinung nach werden sich die Piraten selbst das Genick brechen mit der "Wir sind so frei und hier kann jeder alles sagen"-Tour, denn man darf nicht alles sagen und man muss sich erst recht nicht blind dahinter stellen, nur weil man das gleiche Parteibuch hat.
    Ich bin sicher kein Umfaller, der beim ersten Hindernis die Segel streicht, aber ich brauche keine 250 anderen Meinungen, um mir ein Bild über Thiesens Aussagen zu machen. Es gibt eine Handvoll Fakten, die für mich entscheidend sind: Einmal die Tatsache, in welcher Art sich Thiesen zu Wort meldet und zum anderen, wie die Partei damit umgeht bzw nicht umgeht. Das kann nicht funktionieren. Wie soll ich denn meine Mitmenschen von einer Sache überzeugen, wenn ich erst einmal stundenlang klarmachen muss, dass Anhänger der Piratenpartei nicht allesamt rechte Holocaust-Leugner oder Kinderficker sind? Das genau wird aber in der Allgemeinheit immer weiter thematisiert - ist doch klar, dass man sich auf sowas stürzt, egal wie fundiert oder aus der Luft gegriffen das ist.
    Die Kommentare habe ich übrigens gelesen, genauso wie ich generell denke, dass ich mich meist umfassend über ein Thema informiere, bevor ich mir meine Meinung bilde. Das Zitat von Thiesen steht nun mal so im Netz, das hat weder mit Ruhrbaronen oder CDU/SPD oder sonst was zu tun. Ich kann mich nicht damit identifizieren, dass diesem Menschen ein solches Forum gewährt wird. Eher sollte man sich überlegen, ob man nicht lieber auch mal kritisch hinterfragen sollte, statt alles zu feiern, über dem die Piratenflagge weht.
  • Hallo Casi,

    schön, dass du (im Gegensatz zu vielen anderen) noch den Dialog suchst. Das weiß ich wirklich zu schätzen. Deshalb werde ich diesen Dialog auch gerne weiterführen.

    Erstmal: ja, das Zitat von Thiesen steht so im Netz. Das wird sich auch nicht ändern, denn das Internet vergißt nicht. Sei es drum, das ist ja auch das Schöne daran. Für mich bleibt es dennoch Tatsache, dass Herr Thiesen NICHT die Piratenpartei ist. Ich denke, wir werden sehen, was die nächsten Wochen noch so alles bringen. Da wird noch eine Menge Scheiße in den Ventilator fliegen, fürchte ich.

    Wenn du dich darüber ärgerst, dass diesem Typ in der Partei ein Forum geboten wird, so kann ich das gut nachvollziehen. Allerdings steht diese Partei nunmal stark für Meinungsfreiheit ein und solange man nicht eindeutig das Recht bricht, kann man eben sagen was man denkt. Klar ist, dass das NICHT mehr gilt, sobald man Parteifunktionär ist. Wobei.... wenn ich mir so manchen "gestandenen" Politiker der CDUSPDFDPLINKENGRÜNEN anhöre bin ich mir da nicht so sicher ;) Ich finde die Aussagen Thiesens zur Pädophilie (ja, dummes Wort, aber wir reden hier ja nicht von Kindesmißbrauch sondern nur von der Neigung) immer noch wirklich nicht sonderlich beunruhigend. Und da sollte man auch ansetzen. Nur dass einer Dinge sagt, die einem nicht passen ist nicht Grund, sich so furchtbar zu echauffieren, wie Herr Schraven das tat. Denn der Kern der Aussage war wirklich nicht so furchtbar furchtbar.

    Du stellst die Frage, wie du deine Mitmenschen von der Tatsache überzeugen sollst, dass die Piraten keine Pädonazis sind. Gegenfrage: ist es denn deine Aufgabe, das zu tun? Ich meine, ich finde es ja toll, wenn du dir diese Aufgabe setzt. Aber dann kannste nicht wegen dieses lächerlichen Ruhrbaronartikels nen Rückzieher machen. Ich sage: volle Kraft voraus, Trollen keinen Fisch geben, Stürme abwettern und immer eine fröhliche Gelassenheit bewahren.

    Ich bin (genau wie du) in den letzten Tagen *sehr* hellhörig geworden und werde den Teufel tun, alles anzubeten, wo Pirat drauf steht. Das verspreche ich dir hoch und heilig. (Leider?) habe ich mich dazu hinreißen lassen, den Piraten hier zu helfen, einen Stand auf dem Umsonst&Draußen-Festival zu organisieren. Und was ich versprochen habe, das halte ich auch. Ob ich mich allerdings mit Piratenshirt an den Stand stelle und Reden schwinge, steht im Moment noch unter einem großen Fragezeichen.

    Ich will immer noch hoffen. Hoffen, dass mich meine Menschenkenntnis nicht so völlig im Stich lässt. Die Piraten, die ich hier in Stuttgart live getroffen habe, machen bisher auf jeden Fall größtenteils einen sehr reflektierten und unhysterischen Eindruck. Die sind auch SEHR vorsichtig geworden in den letzten Tagen und sind sicher die ersten, die Pädonazis mit dem Herkulesbesen wegfegen werden. Aber sie sind eben auch ruhig genug, nicht gleich jeden kielholen zu lassen, der irgendwo an den Pranger gestellt wird. Mit diesen Leuten werde ich gerne Politik betreiben, von mir aus auch unter anderer Flagge.

    Es ist doch so: klar zieht eine neue Partei jede Menge Wirrköppe an. Und Nazis. Und bestimmt auch Kinderschänder. Aber wenn jetzt alle "normalen" Menschen (oh oh, das ist schon gefährlich) wegrennen und diesen Wirrköppen das Feld überlassen, wäre es schade um eine Bewegung, die gerade erst im Formieren begriffen ist.

    Ich werde in den nächsten Tagen mal ein paar sehr gute Zitate aus "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" in mein Blog stellen. Vielleicht magste die ja lesen. Es könnte nämlich auch sehr gut sein, dass die Piraten inzwischen mit agents provocateurs zu kämpfen haben....

    Es grüßt
    daMax
  • soundforscher
    Ok, als stiller Mitleser dieser hübschen kleinen Seite muss ich mich dann nun doch mal zu Wort melden.

    Ganz einfach auch weil ich mich mit ähnlichen Gedankengängen herumschlage. Irgendwie kitzelt es, mich richtig politisch zu engagieren. Die Piratenpartei schien mir eine geeignete Plattform hierfür zu sein. Aber genau solche Ereignisse bringen einen ins Wanken. Denn ich denke mir, so wie ich Deine Artikel verstehe heißt es bei Dir "Ganz oder gar nicht" und diese Einstellung kenne ich nur zu gut. Wenn ich mich einer Partei anschließen würde, dann nur wenn ich hinter ALLEM zu 100% stehen kann, nicht zu 90% und auch nicht zu 95%. Solche Aussagen bestätigen die These, dass der größte Konkurent der Piraten, die Piraten selbst sind - Das ist eine Demontage einer Partei.

    dass casi hier als Opfer des Systems hingestellt wird, zeigt ja nur dass dieser politische Wind beinhaltet: Man hat gefälligst ins Horn zu blasen wenn man auf der Seite der neuen Medien steht. Und wenn einer einen Haufen Scheiße legt muss man sagen "Hmmmm, das ist aber lecker Schokopudding, weil da steckt ein Schild mit der Aufschrift >Freiheit im Netz< drin"

    Mir gefällt, dass durch die Piraten Themen auf die politische Bühne kommen, die bisher eine untergeordnete Rolle spielten - aber bitte nicht So ! und bitte auch kritisch betrachtet.

    3 Monate bis zur Wahl. Verdammt lange hin - Oder verdammt nah. Für die Piraten kann noch vieles passieren, solche Aussagen helfen nicht. Mich haben sie als potenziellen Wähler bereits verloren. Da male ich mir doch lieber weiterhin die naturverbundene Farbe aufs Hemd. Denn die parallelen zwischen Baumschmuser und Pirat sind ja nicht unbedingt wegzuleugnen.


    Die Piraten sind, in ihrer Funktion als Protestpartei ein Werkzeug, nicht mehr und nicht weniger. Ihre Aufgabe ist es ein Thema zu forcieren dass gerne mal vergessen wird. Herr Thiessen sägt mit einer Holzsäge allerdings am metallenen Flaggenmast. Dabei hinterlässt er Kratzer, zerstört aber das Werkzeug als solches.

    Herr Thiessen sollte schleunigst aus dieser Partei entfernt werden, denn er zerstört mehr als dass er hilft. Darf dieser Mensch weiterhin seinen, zugegeben verbalästhetisch verpackten, Geistesmüll in die Öffentlichkeit tragen, dann wird das umspannende Thema "Freiheit im Netz" ganz schnell zur Pharse und bestätigt die Internetgegner in ihrer Vermutung "Wer Freiheit im Netz will, führt automatisch übles im Schilde" Denn genau dieses Argument liefert dieser Mensch den Kritikern.
  • Wow - danke für Deinen ausführlichen Kommentar :) Kann Dir da wohl so ziemlich in allem absolut beipflichten und Dein Schokopudding/Scheißhaufen-Bild trifft den Nagel auf dem Kopf. Endlich haben wir digital natives eine politische Bleibe gefunden, jemanden der sich mit unseren Themen auseinandersetzt, also wird das alles so hingenommen und gefeiert. Und genau das kann es nicht sein und genau da mache ich nicht mit. Wer mir das jetzt als Umfallen auslegt, soll das meinetwegen tun, aber ich bin sehr enttäuscht von den Entwicklungen der letzten Tage und würde mich in der aktuellen Lage nicht in der Piratenpartei wohlfühlen.
  • das3zehn
    ...und da gibt es auch eine "Antwort" seitens der anderen Parteimitglieder: http://wiki.piratenpartei.de/Offener_Brief_an_B...
    Bezieht sich im übrigen NICHT auf das hier angesprochene (was ich weiterhin nicht als Verdammenswert finde) sondern auf seine vollkommen unzureichende "Distanzierung" hinsichtlich der von ihm betriebenen Relativierung der deutschen Geschichte. Das kann ich auch guten Gewissens unterschreiben (sobald ich denn editieren kann...)
  • Das Statement von Thiesen war alles andere als ausreichend. Es ist das Geschwurbel eines Revisionisten der um den heißen Brei herum eiert und klare Aussagen vermeidet. Wenn Thiesen nicht ausgeschlossen wird, trete ich aus der Partei wieder aus.
  • fast nicht zu glauben, dass wir hier mal hundertprozentig der gleichen Meinung sind - passiert echt selten, oder? ;)
  • tek
    wäre ja auch mal verwunderlich, wenn casi mal eine woche aushält OHNE sich als anti-rechts zu deklarieren *gähn*

    ein gut erzogener systemling eben :)
  • das3zehn
    Text lesen, text verstehen - DANN antworten.
  • Armselig, jemanden als Systemling abzuwatschen, weil er keine rechten Tendenzen aufweist. Darüber hinaus hat dieser Beitrag mehr mit Pädophilie zu tun als mit Links oder Rechts, aber auch das ist Dir vermutlich entgangen, Du Revoluzzer...
  • Finde den Gesetzesvorschlag (nach Das3Zehn's Ergänzung) sinnvoll. (Steinigt mich)

    Als Partei mit sinnvollen, aber den Lobbies entgegengesetzten Zielen muss man halt aufpassen dass man nicht zum Auffangbecken für alles Mögliche wird. Der Schaden für die Partei ist geschehn. Schade.
  • Es geht hier um eine Person auf über 3000, von denen gerade mal 10% auf dem BPT waren und von denen kaum einer diese Aussagen kannte, die zu dem sehr alt sind was ihre Kenntnis um so schwieriger macht.
    Findest du nicht, dass du denen etwas unrecht tust sie pauschal alle in die rechte Ecke zu stellen, genau das machst du nämlich. Gerade weil ich solche Leute raus haben will, engagiere ich mich. Wenn man Platz macht, wird der Raum von den falschen Leuten eingenommen und sie breiten sich immer mehr aus. Meiner Meinung nach unterstützt man mit dem "zu Hause" bleiben, genau das, was man eigentlich verhindern will und ich will es wenigstens versucht haben. Drum bin ich heute Abend beim Stammtisch.

    Informieren ist wichtig und richtig, aber bitte auch dem Vorstand die Chance lassen zu reagieren und das demokratisch mit Fristen und nach den Regeln. Es wurde eine Klarstellung vom Vorstand gefordert mit Frist, die wurde gegeben und muss nun wiederum geprüft werden, ob sie reicht oder nicht. Nur weil das Internet ein schnelles Medium ist, müssen nicht demokratische Regeln über den Haufen geworfen werden.
  • Aber über diese eine Person wird geredet, diese eine Person bekleidet ein Amt innerhalb der Partei und dieser Person wird gestattet, diese mehr als grenzwertigen Aussagen auf einem öffentlichen Parteiorgan zu formulieren. In der Sekunde, in der ich als Parteivorstand diese Äußerungen dulde, muss ich auch dafür geradestehen, selbst wenn 99,9 Prozent der Parteimitglieder anders denken. Wenn Du hier öfters mitliest, hast Du sicher mitbekommen, dass ich grundsätzlich mit den Piraten sympathisiere, aber dieses Theater derzeit verhagelt es mir ziemlich. Wenn ich nicht aufrichtig meinen Kopf hinhalten kann für die Dinge, die seitens der Partei im Netz publiziert werden, habe ich auf Parteiveranstaltungen nichts zu suchen. Nichtsdestotrotz hoffe ich natürlich, dass man den Karren aus dem Dreck gezogen bekommt, wenngleich mir da gerade die Visionen fehlen...
  • das3zehn
    Vielleicht sollte man an dieser Stelle noch den Rest lesen:

    Daher meine Forderungen:

    Der sexuelle Mißbrauch von Kindern (§176) bleibt weiterhin strafbar.
    Die Dokumentation der Handlungen nach §176 werden bedingt unter Strafe gestellt.
    Alle Straftatbestände nach §184b, die ohne Handlungen mit Kindern stattfinden (Zeichnungen etc) werden bedingungslos gestrichen.


    Auch wenn ich das ganze ehrlich gesagt dennoch nicht unterstützen kann, so wird die perspektive auf die Aussage doch ein ganzes Stück gedreht.
  • Ändert meines Erachtens nichts daran, was er in den anderen Zeilen bis zu Deiner Ergänzung verbrochen hat.
  • das3zehn
    Meiner Meinung nach geht er sehr sachlich an das Thema ran - sachlicher als einem vielleicht recht ist, aber dennoch sachlich.
    Nehmen wir das ganze doch mal auseinander:
    Er malt den Teufel an die Wand, was passieren kann, wenn jemand durch die bestehende Gesetzeslage sich derart "in die Enge getrieben" fühlt, wie von ihm beschrieben.
    Es ist leider so, das viele dann eben "durchdrehen" - und abrtigste Taten begehen, über die ich noch nicht einmal nachdenken müsste.

    Mal davon ab schreibst du in einem weiteren Kommentar etwas von "Parteiorgan": Diese "Forderungen" wie Thiesen sie nennt, stehen im Namensraum "Benutzer:" - was das bedeutet sollte gerade jemandem wie dir mehr als bekannt sein. Noch dazu steht über dem Text auch ein Hinweis, das es sich bei den gemachten Äußerungen um die Meinung EINES Mitglieds handelt und nicht, wie gerne immer wieder behauptet, um Forderungen seitens der Piratenpartei.

    Mal angenommen, er würde beantragen, seine Forderungen in das Parteiprogramm aufzunehmen - du glaubst doch nicht wirklich, das er damit durchkommen würde, oder?
    Wie bereits andernorts angebracht: Er ist EIN Mitglied von über 3.000 Mitgliedern - und auch das vielerorts immer wieder zitierte "Amt" ist belangloser als ein Kühlschrankreperaturbeauftragter am Nordpol.
    Nein, ich denke nicht, das er soviele Stimmen bekommen hätte, wenn seine Äußerungen vor den Wahlen auf dem BPT bekannt gewesen wären aber man sollte doch die Kirche im Dorf lassen und mal eine kalte Dusche nehmen, ehe man die gesamte Piratenpartei anhand eines Querschlägers vollständig verurteilt - und das schreibe ich nicht nur als Mitglied eben selbiger Partei sondern würde es auch als Nicht-Mitglied genauso schreiben.
  • Aber darum geht es doch gar nicht. Ich finde es falsch, sich ständig daran hochzuziehen, dass es "nur" ein einziges Mitglied ist, welches sich so äußert. Aber die anderen 3000 unternehmen entweder nix gegen diese Statements oder verteidigen sie sogar. Wenn es so sein soll, dass er mit seiner Meinung den Nerv vieler Parteimitglieder trifft und die ihn daraufhin verteidigen wollen, dann spätestens weiß ich jedenfalls, dass ich dort nicht richtig aufgehoben wäre. Dieses eine Mitglied wird die Außendarstellung der Partei entscheidend mitprägen, oder glaubst Du, dass sich andere Parteien diese Steilvorlage nehmen lassen? Also muss man reagieren, relativieren und gegebenenfalls ein Mitglied auch ausschließen - passiert das alles nicht, kann das nicht die Partei meiner Wahl sein...
  • das3zehn
    Was erwartest du denn?
    Das die Mitglieder auf die Straße gehen?
    Ich weiß von genug Personen, die ein Parteiausschlussverfahren erwägen - aber im Gegensatz zu den meisten anderen verhalten sich die Piraten erwachsen: Weder wird sich in einzelne Aussagen verbissen, noch wird übereilig herrumgeschrien.
    Wie ich bereits sagte: Kirche im Dorf lassen.
    Ich persönlich kann seine Argumentation auch nicht vertreten - aber solange er nicht schreibt "Geht raus und holt euch die Kinder" sehe ich persönlich keinen Grund, ihn aus der Partei entfernen zu lassen.
    Toleranz ist hart - gerade bei einem solch sensiblen Thema - aber man sollte seiner Linie treu bleiben und nicht auf den gleichen Zug aufspringen, mit der schon eine von der Leyen ein Gesetz durchgewürgt hat, das es so niemals hätte geben dürfen.
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