11 Jul, 2009
Quo vadis, Buschfunk – studiVZ unterstützt Twitter
Posted by: Casi In: Microblogs|Social Networks
Noch nicht heute, aber schon in der nächsten Woche wird die VZ-Gruppe, bestehend aus meinVZ, studiVZ und schuelerVZ Neuland betreten und eine Twitter-Integration anbieten. Was jetzt offiziell verkündet wurde, wusste Martin von netzwertig bereits vor einigen Tagen.
Wenn ich Markus Berger-de Léon richtig verstanden habe in seinem eher dilletantisch gefilmten Kurz-Interview, dann geht es aber nicht darum, den Buschfunk abzulösen durch die Twitter-Anbindung, sondern lediglich zu ergänzen. Schaut vielleicht erst mal selbst in den Clip rein:
Ich halte echt eine Menge von Thomas Knüwer, was meinen Lesern hier auch bekannt sein sollte, aber in diesem Fall habe ich das Gefühl, dass man durchaus kritischer mit Berger-de Léon hätte umgehen dürfen. Keine Ahnung, ob es damit zusammenhängt, dass alle ja irgendwie – das Handelsblatt genauso wie das studiVZ – eine große Familie sind bei Holtzbrinck, aber reinspielen wird es schon ein wenig…
Es ist diese sympathische Mischung aus Größenwahn und Verkennen der Lage, die Berger-de Léon erzählen lässt, dass der Buschfunk größer ist als Twitter. Ich halte ihn nicht wirklich für dumm, deshalb glaube ich auch nicht, dass er die eher privat-chattigen Buschfunk-Nachrichten ernsthaft mit Twitter vergleichen möchte. Aber er weiß natürlich, wie er seine Plattform zu verkaufen hat und die nackten Zahlen hören sich wesentlich besser für ihn an, als so Eckdaten wie Usability oder Design.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass er Facebook tatsächlich noch nicht als ernste Konkurrenz einschätzt. Die Leute verbringen viel Zeit auf studiVZ, weil sie ihre Freunde dort haben. Je mehr davon abwandern, desto weniger Zeit wird man dort auch verbringen. Das ist weder überraschend noch aus der Luft gegriffen.
Andererseits kündigt er neue Applikationen an, auch bzw gerade im Bereich Video und Musik. Sollte das studiVZ – entgegen Ex-CEO Rieckes Kurs – sich weiter öffnen für Applikationen und somit eine höhere Usability bieten können wie z.B. einen vernünftigen Feed, in welchen man Videos und Musik einbinden kann, dann kann man natürlich auch seine User eher halten, als wenn man weiter auf der Steinzeit-Technik hängenbleibt.
Ob zu diesen zu erwartenden Innovationen auch die neuen Heimatprofile (Berlin, Hamburg, München) gezählt werden sollten, möchte ich an dieser Stelle eher bezweifeln. Ich glaube einfach nicht, dass man sich via meinVZ und Co über seine Region oder seine Stadt informieren möchte.
Wenn jedoch die Twitter-Integration nächste Woche live geht, werde ich mich sicher noch einmal zu Wort melden und sie in der Luft zerreissen auf Herz und Nieren testen. Wäre schön, wenn das rund laufen würde, denn das wäre dann mal ein echter Mehrwert für VZ-Nutzer.


