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15 Jul, 2009

studiVZ: Besser, größer und sicherer als Facebook

Posted by: Casi In: Lifestream| Microblogs| Social Networks

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Markus Berger-de Léon stand dem Handelsblatt bzw Thomas Knüwer Rede und Antwort und hat dort einige interessante Statements rausgehauen.

So ist man beispielsweise größer als Facebook:

Facebook ist ein wenig wie Apple, wir sind wie Microsoft. Microsoft hat nie den Anspruch, so glanzvoll wie Apple zu sein – aber sie wollen der Größte sein. Wir müssen bei keinem unserer Features der Coolste oder Schönste sein, der Größte aber sehr wohl. Das kriegen wir sehr gut hin.

Natürlich kann Facebook zahlenmäßig in Deutschland (noch) nicht mithalten, aber auch bei Holtzbrinck kann ich mir vorstellen, dass man über den nationalen Tellerrand hinausblickt und evtl erkennen kann, dass man global gesehen doch eher eine kleine Klitsche ist.

Es finden sich noch einige andere witzige Äußerungen des studiVZ-CEOs, die erkennen lassen, dass man mittlerweile doch einen Heidenrespekt vor Facebook haben muss, nachdem man sie jahrelang gar nicht wirklich auf dem Schirm hatte. Er erklärt, dass man zwar herbe finanzielle Verluste verbucht, aber jederzeit Gewinn machen könnte, wenn man denn nur wollte. Hut ab, Herr Berger-de Léon – schade nur, dass man ja anscheinend nicht will. 

Darüber hinaus merkt er an, dass "seine" User Facebook eher als Spam wahrnehmen, weil man mit der Flut der Nachrichten nicht klarkommt. Ich frage mich, wie das jetzt zu der ebenfalls von ihm getätigten Aussage passt, dass der "Buschfunk" größer ist als Twitter. Wie sieht es denn in dem Fall mit Nachrichtenflut aus? Ich behaupte einfach mal, dass man den Facebook-Feed etwas besser justieren kann als diesen Buschfunk, also kann er das Spam-Argument nicht wirklich bringen. Aber klar – irgendwas muss er ja sagen, und in dem er in obigem Zitat schon selbst erklärt hat, dass Facebook cooler und schöner ist – also versucht man sich eben auf ‘nem anderen Gebiet zu profilieren.

Wo ich ihm beipflichten muss, ist die Frage des Datenschutzes. Während Facebook, MySpace und Co diesbezüglich abgewatscht wurden, hat man diesen Arschtritt bereits längst hinter sich und sich dementsprechend abgesichert mittlerweile.

Ein wenig schmunzeln (das ist gelogen, ich habe lauthals gelacht!) musste ich, als ich davon gelesen habe, dass man durchaus noch gedenkt, international zu wachsen:

Rollen wir StudiVZ noch mal international aus? Mal sehen? Insgesamt ist das Potenzial für deutsche Internet-Unternehmen da.

Alles klar, mach mal, Markus – hat ja beim letzten Mal schon super geklappt ;)

Ich fasse mal zusammen: Die VZ-Gruppe ist größer als die Konkurrenz, besser ist man sowieso, man achtet mehr auf die Datensicherheit, bietet dem User viel mehr als die Konkurrenz – hat aber viel weniger Spam, könnte sich dumm und dämlich verdienen, wenn man nur Bock darauf hätte und man hat bereits die "ersten Gadgets live". 

Tja, Facebook – da wirste Dich warm anziehen können, wenn der schlafende Riese in good old Germany erst einmal erwacht. Keine Ahnung, ob Dir dann Deine 250.000.000 Argumente reichen!

(Nur, damit Sie nicht so lange herumrechnen müssen, Herr Berger-de Léon: Facebook hat innerhalb der letzten 90 Tage 50 Millionen User begrüßen dürfen. Das sind mehr als eine halbe Million pro Tag!)

Alles in allem ein Interview, welches vom Verkennen der tatsächlichen Lage fast schon zensursuleske Züge aufweist und leider, leider etwas zu unkritisch geführt worden ist, wie ich finde. Etwas mehr Biss und Nachhaken wären toll gewesen, Herr Knüwer. Nichtsdestotrotz wünsche ich ihnen hier an ungewöhnlicher Stelle mal herzlichst alles Gute zum Geburtstag und freue mich auf die Dinge, die da kommen werden in Zukunft, denn ich weiß, dass mir wie gehabt neun von zehn Ihrer Artikel herausragend gut gefallen werden.

 

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