Wenn der Deal tatsächlich über die Bühne geht, und sich das Social Network MySpace wirklich für einen – kann man ruhig sagen – Schnäppchenpreis von 20 Millionen Dollar den Musikempfehlungsdienst iLike an Land ziehen kann, wäre das wirklich ein dickes Ding für MySpace – und eine Ohrfeige für Facebook.
Ich brösel Euch das noch mal kurz auf:
MySpace: Riesiges Social Network, welches sich Facebook geschlagen geben musste und hauptsächlich durch augenkrebsfördernde Nutzer-Profile auffällt. In die Waagschale werfen kann man dort aber nach wie vor die hohe Affinität zur Musik. So läuft nach wie vor der Dienst MySpace Music richtig erfolgreich (natürlich nicht in Deutschland) und nach wie vor ist es nahezu ein Muss für eine Band bzw einen Künstler, mit einem Profil dort vertreten zu sein, um die Fans zu erreichen.
iLike: Musikempfehlungsdienst im last.fm-Stil, der mittlerweile auf stolze 50 Millionen Nutzer verweisen kann. Gerade startet man ein eigenes Download-Portal – nicht in Konkurrenz zu iTunes (wie man behauptet), aber durchaus interessant, denn dadurch könnte man beispielsweise zukünftig bei Facebook Musik kaufen, ohne die Seite zu verlassen.
Facebook: Der (über-)mächtige Gegner von MySpace im Social Network-Wettstreit. Über 250 Millionen User, aber keine eigenen Musikfeatures. Daher hat sich die iLike-App zur größten Musik-Applikation bei Facebook entwickelt.
Derzeit ist mir noch nicht ganz klar, wieso man einen Userstamm von 50 Millionen Menschen für verhältnismäßig kleines Geld erwerben kann. Fakt ist jedoch, dass Facebook mit diesem Deal nicht glücklich sein kann. Zwar hat MySpace dann nicht wirklich Zugriff oder Einblick, was die Facebook-User angeht, aber zumindest die Hörgewohnheiten der Facebook-Nutzer werden MySpace dann vorliegen. Was daraus zu machen ist, müssen sich iLike und MySpace dann selbst überlegen, Facebook indes wird sich ordentlich strecken müssen, will man seinen Usern musik-technisch auch nur halbwegs so viel bieten können wie die Konkurrenz.
via Basic Thinking


