15 Sep, 2009
iBox.fm: Am Rande oder jenseits der Legalität?
Posted by: Casi In: Apps| Musik| zweipunktnull
Ich wühle mich gerne durch neue Apps und probiere dann gerne aus, ob was Brauchbares für mich dabei ist. Das tue ich besonders gerne, wenn es sich um Musik-Applikationen handelt, die mir im last.fm-, Songza- oder blip.fm-Stil kostenlose Musik versprechen und darüber möglichst noch die Option, meinen Geschmack der großen, weiten Internetwelt aufzudrängen – beispielsweise via Twitter und/oder Facebook.
Das alles möchte mir iBox.fm auch bieten, denn auf der landing page heißt es:
Search and listen to millions of favorite songs, create your own music station, discover your friend’s music taste, share your emotions via music, easily connect to other systems.
Klingt doch zunächst mal gut, also möchte ich weitere Infos. Die jedoch stellen mich vor eine schier unüberwindliche Hürde sprachlicher Art:

Der Google-Übersetzer hilft mir natürlich bereitwillig und nun weiß ich, was ich zu tun hab:
Um einen Song, geben Sie den Namen des Songs in das Suchfeld ein Stück am oberen Rand jeder Seite.
Naja, es soll ja nicht um meine Vietnamesisch-Defizite oder die unfreiwillige Komik von automatischen Übersetzungen gehen, also beschließe ich, mich so durch iBox.fm zu wühlen – so schwer kann’s ja nicht sein ;)
Wie die Selbstbeschreibung schon ahnen lässt, haben wir es mit einer Anwendung zu tun, die blip.fm nicht ganz unähnlich ist. Meine Freunde heißen dort DJs und ich kann mir den public stream genauso reinziehen wie meinen persönlichen, in dem nur meine ausgewählten Stücke und die meiner Freunde auftauchen. Per Facebook Connect kann ich auch jede Statusmeldung direkt in Facebook anzeigen lassen – das geschieht mit einem putzigen kleinen Player in meinem Newsfeed auf Facebook:

Ärgerlicherweise funktioniert der ganze Spaß nicht in Chrome. iBox heuchelt zwar, einen Song suchen zu wollen, aber dann passiert nix weiter – im Firefox läuft es jedoch einwandfrei.
Das Teil sieht auch recht ansehnlich aus, das Grunge-Design gefällt mir mehr als der schlichte Look bei blip.fm. Allerdings bin ich mir bei der Million Songs, die propagiert werden, nicht so ganz sicher – ich musste schon ziemlich allgemein nach Songs suchen, um überhaupt Ergebnisse zu erhalten. Liegt aber vielleicht auch an meinem wenig mainstreamigen Musikgeschmack ;)
Dann fiel mir ein Download-Button auf, und über den denke ich seitdem nach. Ich erwartete ehrlich gesagt eine Verknüpfung mit iTunes oder Amazon. Stattdessen landete ich aber auf einer weiteren vietnamesischen Seite, die mir wiederum einen Online-Player mit dem ausgewählten Song anbot, dieses Mal aber auf einer wenig stylishen Seite, dafür aber mit der Möglichkeit, den Song kostenlos runterzuladen.

Ich hab ehrlich gesagt keinen Schimmer, ob man sich damit in Vietnam – ähnlich der China-Google-Geschichte – in einer geduldeten Grauzone befindet, für uns hier kann man jedenfalls davon ausgehen, es mit keinem legalen Angebot zu tun zu haben.
Unter dem Strich bleibt ein Angebot, welches meines Erachtens nicht mit blip.fm oder songza mithalten kann und uns zudem am Rand des Erlaubten rumeiern lässt.
Falls jemand über die rechtlichen Backgrounds in Vietnam mehr weiß – nur zu, klärt mich auf :) Andererseits sollte man eventuell davon ausgehen, dass dieser Dienst zumindest mit dem Download-Feature nicht lange online bleiben wird.




