Ich habe – genau wie viele anderen – bei netzpolitik und Co mitverfolgt, wie von vielen Seiten auf das schuelerVZ eingeprügelt wurde. Logischerweise berechtigt, denn man darf nicht den Heiligen geben und über Facebook schimpfen und in Wirklichkeit ähnliche oder schlimmere Datenpannen verursachen oder zulassen.
Heute hat – so scheint es – ein düsteres Kapitel in der VZ-Geschichte einen noch düsteren Abschluss erfahren. Denn wie dpa bestätigt, hat sich der 20jährige Erpresser, der mit den entwendeten Daten 20.000 Euro erbeuten wollte, in der Jugendhaftanstalt Plötzensee das Leben genommen.
Selbstverständlich kann da das Social Network nichts zu, aber medial wird dieses ganze Desaster nun auf eine noch andere Ebene gehievt.
Mir persönlich ist es ein Rätsel, was in diesem jungen Mann vorgegangen sein könnte. Woher kommt die kriminelle Energie, diese Daten zu entwenden bzw die Dummheit, blauäugig ins VZ-Headquarter in Berlin zu marschieren, um einen Berg Kohle zu erpressen? Aus diesem Verhalten lässt sich natürlich kein Selbstmord-Risiko ableiten, aber zumindest hätte man einen solchen Menschen stärker beobachten müssen, oder sage ich das jetzt einfach nur so leicht, weil ich die Folgen kenne? Diese Kette aus Dummheiten gipfelte jedenfalls in diesem Selbstmord, und während ich null Verständnis für sämtliche Aktionen des jungen Mannes aus Erlangen habe, tut mir seine Familie selbstverständlich leid.
via netzpolitik




