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31 Okt, 2009

Twitter Lists: Sag mir, wer Dich listet und ich sag Dir, wer Du bist!

Posted by: Casi In: Microblogs

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Gestern Abend war es bei mir so weit: Twitter ließ mich Listen anlegen. Während ich – müde und krankheitsgeplagt – mich darauf beschränkt habe, diesen Fakt wahrzunehmen, haben sich natürlich unzählige Twitter-User sofort auf dieses neue Feature gestürzt.

Heute war es dann jedenfalls soweit und ich habe mich zaghaft daran gemacht, den ein oder anderen Follower mal hier und da in eine Liste zu verfrachten. Das wird sicher eine Weile brauchen, bis die einigermaßen komplett sind, weil ich gerade wenig motiviert bin, aus 1000 Twitterfreunden explizit die Blogger, Meinungsmacher und Freunde ausfindig zu machen bzw zu sortieren.

Vermutlich werde ich abwarten, bis Twitter-Clients wie das von mir verwendete Mixero (zu welchem ich bald Neues zu berichten habe) sich um die offizielle Listenfunktion kümmern, denn erfahrungsgemäß wird das Organisieren dort besser von der Hand gehen als direkt über das Twitter-Interface.

Ich gehe gerade mal stark davon aus, dass ich hier nicht explizit erklären muss, wie diese Funktion bei Twitter arbeitet oder wie man sie zu verwenden hat. Falls es doch Fragen dazu gibt, verweise ich Euch an den entsprechenden Artikel bei Basic Thinking. Dort hat André sowohl die Twitterlisten erklärt, als auch auf die vermeintlich neue "Währung" hingewiesen. Das Organisieren der Kontakte wird – bei Twitter genau so wie auch beispielsweise bei Facebook – über kurz oder lang kriegsentscheidend sein, wenn ich mich nicht nur vom Noise berieseln lassen will, sondern wirklich gezielt die Informationen empfangen möchte, die mich in irgendeiner Weise weiterbringen. 

Wir leben in einer Zeit, in der es nämlich nicht mehr darum geht, Information erhalten zu können, sondern aus dem Wust an verfügbarer Information das Benötigte herauszufiltern. Daher war das Listen-Feature auch lange überfällig. Als ich mich heute das erste Mal bei Twitter eingeloggt habe, konnte ich mich bereits daran erfreuen, dass ich schon in verschiedenen Listen anderer Twitter-Nutzer auftauche. So lange man mich in die Kategorie "Blogger", "Devotee" oder "Dortmund" einsortiert, macht das auch alles Sinn – aber logischerweise wird dieses Feature schon bald auch immer mehr seltsame Blüten treiben:

paulcarrtwitterlist

Interessant fand ich auch die Liste der Personen, die der Betreffende schon nackt gesehen hat ;) Da man nicht nur User organisieren kann, die einem bzw denen man folgt, kann man so auch ohne weiteres einen netten Online-Pranger erstellen:

  • Arschlöcher
  • schlechte Blogger
  • Flasche im Bett
  • Social Media-Wichtigtuer

Das sind jetzt nur die, die mir als erstes in den Sinn kamen und sind wirklich lediglich Beispiele und entsprechen nicht meiner tatsächlichen Listenplanung ;) In dem Zusammenhang sollte ich noch darauf hinweisen, dass man natürlich die Wahl hat, die Listen öffentlich oder privat zu kennzeichnen. Die Liste der Personen, mit denen man schon im Bett war wäre beispielsweise ein perfekter Kandidat für eine nicht-öffentliche Liste ;)

Die seltsamen Blüten, die ich oben schon erwähnt habe, führen auch dazu, dass diese ganzen Marketing-Möchtegerns innerhalb eines Tages verinnerlicht haben, dass der neue Schwanzvergleich nicht mehr über die Follower abläuft, sondern darüber wie oft man in irgendwelchen Listen geführt wird, und somit bieten diese Kameraden uns heute schon ihre Tricks an, wie man in möglichst viele Listen kommt. Aber auch generell werden Listen zukünftig ein wichtigerer Indikator werden, als es nackte Follower-Zahlen heute sind. Ein Sascha Lobo wird beispielsweise in mehr Listen geführt, als der Durchschnitts-Twitternutzer Follower hat. 

Ich persönlich bin jedenfalls sehr froh über die Listenfunktion und glaube, dass man damit seitens Twitter entscheidend dazu beigetragen hat, auch mit größeren Follower-Zahlen zurechtzukommen. Der nächste Schritt wird nun sein, die Listen-API unters Volk zu bringen, damit auch die Seesmics und Tweetdecks dieser Welt schnellstmöglich die Listen integrieren können. 

Bis es soweit ist, könnt Ihr Euch ja mal bei Listorious austoben – dort lassen sich unzählige Listen nach Themenbereichen sortiert entdecken. Ich werde das nicht tun, denn ich bastel mir lieber meine eigenen Listen und lasse mich höchstens hier und da mal von anderen Listen inspirieren, als jetzt wild anderen Listen hinterherzufolgen (und ja, ich habe auch das Gefühl, dass die Vokabel "Listen" entschieden seltener in einem einzigen Satz genutzt werden sollte)

Für heute mache ich Feierabend – Listen sortieren und anlegen kann ich morgen auch noch – und bis dahin träume ich davon, dass die Twitter-Clients möglichst schnell mit dem Feature zurechtkommen, denn über Twitter direkt läuft das doch bislang noch äußerst hölzern und unnötig kompliziert.

  • Ein wirklich schöner Artikel. Die Idee einer "Kandidatinnen zum anflirten" Liste kam mir gestern auch kurzzeitig, allerdings möchte ich das niemandem zumuten. Auch nicht als private Liste.

    Die Funktion an sich ist garantiert ein wichtiger Schritt für die Zukunft von/auf Twitter. Allerdings warte ich auch noch ab bis ich mit dem Thema wirklich intensiv widme. Die Listen über das Twitter Webinterface anzulegen ist mir aktuell noch viel zu mühsam und zeitaufwendig. Mal schauen was die Updates der Twitter-Clients bringen werden.

    LG
  • Danke für das Lob, Piet :) Das mit der Kandidatinnen-Liste finde ich sehr gelungen - solltest Du ruhig im Hinterkopf behalten ;)
  • Bin gespannt wann die ersten trashlisten eröffnet werden. So kann man jedenfals auf den ersten blick erkennen wie viele follower einen acc klassifizieren
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