21 Nov, 2009
Twitter, Facebook und das Listen-Chaos
Posted by: Casi In: Apps| Lifestream| Microblogs| Social Networks
Listen sind toll! Sind sie wirklich…Ich führe sie bei Facebook, denn so lange man dort keine wirklich vernünftige Filter-Funktion anbietet, ist das für mich die beste Möglichkeit, dem Informationsstrom Herr zu werden.
Bei Twitter gibt es seit einigen Wochen ebenfalls Listen für jeden User. Ein großartiges Feature, weil es nicht nur dafür sorgt, dass man die Informationen besser kanalisieren kann, sondern weil man durch öffentliche Listen eine ganz andere Qualität der Empfehlungen erreicht. Ich persönlich schaue mir nämlich lieber an, welche Listen ein Influencer anlegt und picke mir da neue Follower raus, statt an diesem unsäglichen Follow-Friday mit seinen Auflistungen von irgendwelchen Accountnamen teilzunehmen.
Somit habe ich jetzt schon zwei verschiedene Arten von Listen, denn sowohl personell als auch thementechnisch sind meine Listen bei Facebook und Twitter natürlich nicht deckungsgleich.
Kompliziert wird es nun, wenn man Twitter-Clients wie Tweetdeck, Seesmic oder Mixero benutzt:
Man kann dort nämlich bereits seit längerer Zeit – lange bevor es Twitter selbst angeboten hat – User in Gruppen organisieren und meines Wissens wird diese Möglichkeit auch sehr viel und gern benutzt. Ich nutze zum Twittern schon seit einer Weile den Client Mixero – und habe mir dementsprechend meine Listen dort angelegt.
Genau wie bei Facebook – wo ich in einer "Depeche Mode"-Liste dementsprechende Kontakte eingebunden habe, ist auch bei Mixero eine ähnliche Liste mit Twitter-Nutzern entstanden, die für mich eine Verbindung zur Band haben. Teilweise sind das die gleichen Menschen, teilweise aber eben auch ganz andere.
Jetzt teste ich gerade eine neue Mixero-Version, die auch Facebook unterstützt. Diese Unterstützung gilt auch für die Listen, die dort angelegt sind und seit Neustem auch für Twitterlisten. Könnt Ihr das Chaos jetzt erahnen?
Dort, wo vorher meine Channels angezeigt wurden, sehe ich zudem nun auch meine Facebook- und Twitterlisten. Ich habe also meine Freundin beispielsweise in meiner Depeche-Facebookliste und ebenso in meiner Depeche-Twitterliste. Sinnvoll wäre natürlich, eine einzige Liste zum Thema zu führen. Versuche ich jetzt, den Facebook-Account meiner Freundin ebenfalls zur Twitter-Liste zu ergänzen, dann ist das bei Mixero zwar möglich, aber es werden dort nun zwei Accounts meiner Freundin geführt, wie ihr auf dem Bild sehen könnt (depechka/Katharina Maemecke).
Ich habe also nun die Möglichkeit, eine Person in zwei ähnlich gearteten Listen zu führen, oder zweimal in einer Liste zu führen #Regen #Traufe
Um das Chaos komplett zu machen, kann ich mir nun meine Twitter-Listen direkt auf der Twitter-Seite anschauen. Es ist zwar nämlich durchaus lobenswert, dass Mixero die Listen synchronisiert, aber wenn jetzt plötzlich in meinen Twitter-Listen durch dieses Synchronisieren auch die Mixerogruppen auf Twitter aufgelistet werden (wenn auch immerhin als nicht-öffentliche Listen), kann das unmöglich im Sinne des Erfinders gewesen sein.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich warte darauf, dass ich hier irgendwann einen Client nutzen kann, in dem innerhalb einer thematisch ausgerichteten Liste ein User nur ein einziges Mal auftaucht und ich entscheiden kann, ob ich jetzt auf Facebook oder Twitter auf ein Statement reagieren möchte. Wichtigste Voraussetzung dafür: Facebook muss die API für die Facebook-Listen freigeben. Das ist bislang nicht geschehen, könnte aber durchaus in nächster Zeit eine Option sein für die Macher des mächtigsten Social Networks auf diesem Planeten. Loic Le Meur – seines Zeichens Mastermind und CEO bei Seesmic – hat beim Realtime CrunchUp nämlich einfach mal bei Facebook unverbindlich angefragt, wieso die API nicht verfügbar ist für third parties – und wenn ich die Antwort von Facebook richtig deute, wissen sie es selbst nicht so genau:
We’re not working on that. But we should be
Na also – worauf wartest Du noch, Facebook? Um ehrlich zu sein, kann ich mir nicht vorstellen, dass ich auf Facebook jemals eine Facebook-Twitter-Liste verwalten kann und umgekehrt wird es bei Twitter ähnlich sein, aber die third parties wie Seesmic werden sich gierig drauf stürzen und uns Mashups präsentieren, in denen wir endlich vernünftige und plattformübergreifende Listen führen können.
via TechCrunch
Das verwendete Foto steht unter CC-Lizenz und das Original findet ihr bei luc legay.




