Wer hier eifrig mit liest, hat schon über lala.com lesen können, lange bevor sich Apple für den Dienst interessiert hat. Nachdem es bereits gestern Gerüchte gab, dass eben Apple kurz davor steht, lala.com zu übernehmen, kann man jetzt Vollzug melden.
Meiner Meinung nach ein Paukenschlag, ist das bisherige Musik-Konzept von Apple meilenweit entfernt von lala.com. Während iTunes konsequent darauf setzt, uns Songs bzw Alben zu einem festen Betrag auf die Festplatte zu spülen, fährt lala.com zweigleisig und ermöglicht uns sowohl den Download sowie den Besitz einer Library in der Cloud (ja, ich bemerke selbst gerade meine Denglisch-Eskapaden, hoffe ihr kommt damit zurecht *g*).
Seit diese Gerüchte von der Übernahme die Runde machen, überlege ich jetzt, was ich persönlich von dem Deal halten soll. Nochmal zur Erinnerung: Bei lala.com kann ich – wie bei iTunes – Songs downloaden. Viel spannender allerdings ist die alternative Möglichkeit, einen Song nur für die Cloud zu kaufen zu einem Preis von 10 US-Cent. Für diesen Preis können wir also überall via Handy, stationärem Rechner oder Netbook auf unsere Musik zugreifen, Internetanschluss vorausgesetzt.Zusätzlich erkennt lala.com beim Einrichten, welche Songs wir bereits auf der Festplatte haben und übernimmt sie – egal woher wir sie haben – ebenfalls in unsere Online-Bibliothek (natürlich nicht hier, der Dienst ist US-only).
Was bedeutet das nun, wenn dieser Dienst unter dem Apple-Logo firmiert? Wird das Modell Teil von iTunes? Ich kann es mir nicht vorstellen, denn das würde bedeuten, dass man Millionen Songs als bereits gekauft anerkennen müsste und auch an dem Pricing-Modell für die Wolke festhalten müsste. Ich denke mir eher, dass man einen Strategiewechsel vollzieht und sich mit lala.com weniger einen Dienst oder einen Kundenstamm gekauft hat, sondern die notwendigen Gehirne, die einen Streaming-Dienst an den Start bringen können.
Wir dürfen auch nicht vergessen, dass man lala.com sowohl bei Facebook (dort gibt es die Songs als virtuelle Geschenke zu kaufen) und bei Googles neuer Musiksuche vorfindet. Spinnt man das weiter und verknüpft ein neu enstehendes Streaming-Angebot im Rahmen des weltweit führenden iTunes mit den Reichweiten von Google und Facebook, kann man zumindest erahnen, welches die größte Musik-Cloud auf diesem Planeten werden könnte.
ReadWriteWeb zeigt noch eine andere Alternative eines möglichen Modells auf: Eine Flatrate, die uns jegliche Musik online hören lässt zu einem festen monatlichen Preis plus Option, 10 Favoriten pro Monat kostenlos runterzuladen.
Da die Tinte unter den Verträgen noch nicht trocken ist (und der Deal von Apple ja auch noch gar nicht offiziell bestätigt wird), macht es wenig Sinn, ein bestimmtes neues Modell zu favorisieren. Zu vielschichtig sind die Möglichkeiten, die Apple mit diesem neuen Trumpf erworben hat. Ich finde es jedenfalls spannend und bin überzeugt davon, dass Apple durch das Abrücken von der bisherigen Strategie einen weiteren iTunes-Meilenstein erreichen wird.
Wenn Apple es jetzt geschickt anstellt – und man scheint dort auf dem Weg dahin – dann wird man demnächst ein verändertes iTunes vorfinden, welches sowohl Downloads als auch ein Streaming-Modell beinhaltet und durch dieses neue Konzept nicht nur absolut zukunftsfähig sein wird, sondern auch eine eingebaute Erfolgsgarantie für jegliche Hardware mit sich bringt, die es uns ermöglicht, online auf unsere Cloud zuzugreifen. Zukünftige, reißende Absätze für iPods und iPhones sind also allein schon durch diese neuen Fakten garantiert.



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