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17 Dez, 2009

Alle Jahre wieder

Posted by: Casi In: Blogs|zweipunktnull.org

Kurz vor Weihnachten kann man so eine Überschrift durchaus mal bringen, was? ;) Wer mich kennt, weiß aber ganz genau, dass ich mit Weihnachten nicht so schrecklich viel am Hut habe. Weder mache ich den Konsumwahnsinn mit, noch flasht mich das ganze andere Theater drum herum. So lange ich keine eigenen Kinder habe, denen zuliebe ich das alles mitmachen würde, wird sich das vermutlich auch nicht ändern ;)

Wenn ich also eine solche Überschrift wähle, muss es einen anderen Hintergrund haben. Aus meinem eigenen Geburtstag mache ich mir auch nicht sonderlich viel – aber mein "Bloggeburtstag" ist für mich schon etwas besonderes. Momentan – das merkt ihr ja sicher selbst – komme ich kaum dazu, hier was zu schreiben. Weder hier noch auf meiner anderen Baustelle kann ich auch nur annähernd die Frequenz halten, die ich mir vorgestellt habe. Deswegen kann ich auch jetzt erst ein paar Sätze dazu schreiben, dass ich hier mittlerweile seit zwei Jahren das Glück habe, ein paar Leser begrüßen zu dürfen. "Ein paar" ist dabei relativ, denn für mich persönlich war es vor einem Jahr schon unglaublich, über 200 Feed-Abonnenten zu haben und ich kann es auch kaum glauben, dass es ein Jahr später schon stabil über 700 sind. Das macht mich natürlich stolz und ich danke euch recht herzlich dafür. Auf der anderen Seite erfüllt es jemanden aber auch mit Demut, vor allem wenn in Zeiten, in denen ich nur alle zwei, drei Tage mal etwas schreibe, diese Zahlen trotzdem stabil bleiben. 

Jürgen hat neulich angekündigt, die "zweinulligen" Themen und auch generell die Postingfrequenz bei YuccaTreePost runter zu fahren. Weil es seiner Meinung nach nichts besonderes zu berichten gäbe in der Szene und weil die vermeintlichen News in einfach nicht mehr so flashen. Das respektiere ich natürlich, sehe es aber komplett anders. Klar kann es nicht mehr ewig spannend sein, wenn Facebook wieder einmal 25 Millionen User mehr hat, wieder einmal irgendwo ein Datenleck auftaucht, der x-te Twitter-Client erscheint oder wieder ein deutscher Promi irgendwas auf Twitter von sich preisgibt. Aber deswegen gehen einem ja noch lange nicht die Themen aus, was genügend Blogs ja auch tagtäglich aufs Neue beweisen. 

Ich ertappe mich ebenfalls täglich dabei, mich durch meinen Google Reader zu ackern und mir zu überlegen, dass dieses oder jene einen tollen Artikel abgeben würde. Dass ich dennoch so wenig schreibe, ist meiner derzeitigen beruflichen Situation geschuldet. Sehr viel zu tun derzeit, dazu eine – dieses hohe Arbeitsaufkommen ad absurdum führende sehr große Wahrscheinlichkeit, dass bereits im ersten Halbjahr 2010 viele Mitarbeiter nach Hause geschickt werden und nicht zuletzt eine wenig menschenfreundliche Arbeitszeit, die mich bereits morgens um 4.30 Uhr aus dem Bett zwingt. 

Alles Gründe, die mir jeden Tag zeigen, dass ich meinen Fokus auf ganz andere Dinge richten sollte, leider aber auch alles Gründe, die mich davon abhalten, konsequent einen anderen Weg einschlagen zu können. Zusammen mit meinen Vorgesetzten feilsche ich gerade daran, dass sich diese Dinge schon zu Beginn des neuen Jahres entscheidend ändern können. Das wird so aussehen, dass ich weniger Zeit dort verbringe, logischerweise aber auch weniger Gehalt beziehe. Das ist ein kalkulierbares Risiko, welches einzugehen ich nach reiflicher Überlegung bereit bin. Wenn ich die Dinge hier und bei Basic Thinking forcieren möchte, muss ich mehr Zeit haben und sowohl körperlich als auch im Kopf frischer sein, als ich es derzeit bin. 

 

Bloggerverband

Das wiederum bringt mich dazu, eine zweite Erklärung zu finden, die für die Überschrift "alle Jahre wieder" Sinn machen würde: Vielleicht nicht gerade jährlich, doch aber durchaus immer wiederkehrend wird in der Blogosphäre über eine Art Blogger-Gewerkschaft bzw einen Blogger-Verband diskutiert. Wie ich darauf komme? Ich muss mich damit befassen, ob es finanziell überhaupt Sinn macht, Stunden bei einem Job runter zu fahren, um woanders mehr zu arbeiten. 

Wie melde ich ein Gewerbe an und welches überhaupt? Was darf ich nebenbei so verdienen und wie ist das zu versteuern? Neben so grundsätzlichen Dingen würde ich im Rahmen eines Blogger-Verbandes auch ganz andere Punkte geklärt haben wollen: Wie verhalte ich mich bei einer Abmahnung? Wie etabliere ich mein Blog als Marke? Oder noch einfacher: Wie komme ich an Leser, wie binde ich meine Leser, wie bewege ich mich in der Blogosphäre, welche Inhalte (Bilder, Videos) darf ich einbinden und welche nicht? Es gibt tausend Fragen, die immer wieder auftauchen und die sowohl für Neu-Blogger als auch Etablierte von Interesse sind. 

Wie sehen eure Meinungen dazu aus? Findet ihr auch, dass sowas Sinn machen könnte, eine allgemeine Anlaufstelle zu haben für alle Fragen, die rund um die Bloggerei auftauchen? Oder seht ihr es auch eher so, dass Blogger Einzelkämpfer sind, die weder thematisch noch sonst irgendwie unter einen Hut zu bekommen sind und durch eine solche Vereinigung etwas aufgeben würden von ihrem Blogger-Ethos oder ihrer Blogger-Ehre?

Da es diese Anlaufstelle (noch) nicht gibt, werde ich die Blogger nerven, die ich kenne und denen ich vertraue und die vor allem zu meinen Fragen was Gescheites sagen können, aber wäre es für die Zukunft nicht schön, einen Fixpunkt im Netz zu haben, der sich damit auseinandersetzt und einem Blogger auf die Sprünge hilft, egal ob er gerade anfangen will oder schon länger dabei ist?

  • http://kehrseite.de Markus Jakobs

    Glückwunsch zum Bloggergeburtstag :-)

  • http://www.techbanger.de/ Oliver Springer

    Zwei so umfangreiche Themen in einen Post zu packen, ist auch eine Möglichkeit, seine Postingfrequenz zu drücken… ;-)

    Die Idee eines Blogger-Verbands finde ich gut. Gewerkschaft passt da eher nicht, zumindest nicht, sofern man sich primär an Blogger mit eigenem Blog wendet und nicht an Leute, die direkt für Geld in anderer Leute Blogs schreiben. Ich mach allerdings beides.

    Geht der Verband in die Richtung, die Du schon skizziert hast, kann ich mir gut vorstellen, einzutreten.

    Ich glaube nicht, dass sich die meisten Blogger als Einzelkämpfer sehen. Ich möchte Wörter wie Blogosphäre und Gemeinschaft nicht überstrapazieren, aber auch diejenigen, die andere Blogger nur aus dem Netz kennen, dort aber etwa regelmäßig kommentieren, haben bestimmt eher nicht eine Einzelkämpfermentalität. Viele bloggen halt alleine, aber nicht, weil sie unbedingt alleine arbeiten wollen.

    Und selbst wenn: Eine Anlaufstelle zu haben, wäre für die Einzelkämpfer mindestens genauso wichtig wie für die anderen Blogger.

    Den Ansatz, in so grundsätzlichen Fragen Service zu bieten, finde ich sehr gut.

    Bei Abmahnungen und ähnlichen Problemen nicht alleine zu stehen, wäre eine gute Sache.

    Im Laufe der Zeit können weitere Aktivitäten hinzukommen, vielleicht in Richtung gemeinsame Vermarktung.

    Ich bin gespannt auf den nächsten Post in dieser Sache.

  • http://www.zweipunktnull.org/blog/2010/11/25/bloggen-in-deutschland-alle-fuer-einen-oder-jeder-gegen-jeden/ zweipunktnull » Blog Archive » Bloggen in Deutschland: Alle für Einen oder Jeder gegen Jeden?

    [...] einen Bloggerverband organisiert? Wer braucht sowas überhaupt und wozu? Zu letzterem habe ich vor knapp einem Jahr schon ein paar Sätze geschrieben, die grob so ein Betätigungsfeld für einen solchen [...]


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