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04 Feb, 2010

Alles Liebe zum Geburtstag, Facebook

Posted by: Casi In: Social Networks

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facebookbirthdayWärst Du kein Social Network, sondern einer von uns, würdest Du in diesem Jahr eingeschult. Du würdest an Deinem ersten Schultag zwischen den ganzen anderen Kindern stehen, vor Aufregung kein Wort raus bekommen und alles, was um Dich herum geschieht, furchtbar aufregend finden. Du würdest gespannt in die Zukunft blicken, ohne wirklich den Hauch einer Ahnung zu haben, was mal aus Dir werden soll.

Facebook ist aber kein ABC-Schütze, sondern mit seinen sechs Jahren bereits eine abgezockte Sau, die mit allen Netzwerk-Wassern gewaschen ist und aktuell weit und breit kein anderes Social Network fürchten muss. 

Alte Freunde wiederfinden, neue Menschen kennen lernen, Fotos und Links teilen, berufliche Kontakte pflegen, News lesen, sinnlos rumdaddeln – Facebook deckt die ganze Palette ab und macht das so geschickt, dass man sich fast nirgends mehr auf diesem Planeten dieser Community entziehen kann. Erst gestern Nacht ist mir wieder aufgefallen, wie viel mehr Sinn und vor allem Spaß es macht, eine Statusmeldung bei Facebook zu veröffentlichen statt bei MySpace, meinVZ oder auf noch simpleren Plattformen. Diese Art des Dialogs fesselt mich förmlich an Facebook, denn hier habe ich das Gefühl erstmals wirklich Teil eines Netzwerks zu sein und nicht zufällig eine von Millionen Profilseiten zu besitzen, auf der alle Jubeljahre jemand zwecks Gästebuch-Eintrag vorbeischaut.

In Tagen, in denen auch – gerade im Bezug auf die kommende, erste Facebook-Niederlassung in Deutschland – die Datenschutzbestimmungen Facebooks wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden (mit Recht), sollte man aber vielleicht auch nicht alles in den Himmel loben, was uns die Jungs zu bieten haben. Neben einer eher lockeren Einstellung zur Privacy fallen in den letzten Tagen die verstärkten Performance-Probleme doch äußerst unangenehm auf. Kein Schimmer, ob man jenseits der 350 Millionen User-Grenze nun doch technisch an Grenzen stößt, aber sowohl der gerade begonnene Bau eines eigenen Rechenzentrums als auch die Halbierung der Serverlasten täuschen nicht darüber hinweg, dass es da gerade durchaus öfter mal etwas zwickt und kneift.

Der Fairness halber musste ich diese Punkte hier anbringen, aber die technischen Probleme werden mit Sicherheit in kürzester Zeit der Vergangenheit angehören und zur Privacy habe ich eh ein anderes Verhältnis als viele Menschen, die mir im Netz über den virtuellen Weg laufen. Ich muss doch die Instanz sein, die darüber entscheidet, was von mir zu sehen ist und was nicht. Keine Regierung, kein Social Network und keine anderen Ausschüsse oder Gremien können für mich entscheiden, mit welchen Veröffentlichungen ich leben kann und mit welchen eher schlecht.

Daher predige ich eher immer, dass man sich mit den Möglichkeiten der Netzwerke auseinander setzt – nicht nur bei Facebook. Habe ich im Griff, welche Leute welche Dinge von mir wahrnehmen, kann es mir fast egal sein, was mit den verfügbaren Daten passiert. Na ja, solange sie nicht an meine Regierung verhökert werden ;)

So ein Geburtstag ist aber auch immer eine prima Gelegenheit, einen vorsichtigen Blick in die Zukunft zu werfen. Keine Ahnung, ob wir alle in fünf oder zehn Jahren immer noch bei Facebook sind oder zum next big thing abgewandert sind, aber eins ist klar: Facebook hat die Messlatte für andere Social Networks unglaublich hoch gelegt. Durch Facebook Connect, durch die zahlreichen Apps, durch das clevere Einbinden von Funktionen, die uns von Twitter, FriendFeed und Co bekannt sind und durch absolut durchdachte Änderungen in Usability und Design hat Facebook Standards geschaffen. Das selbstverständliche Vernetzen mit Freunden, Kollegen und wie auch immer gearteten Gleichgesinnten erreicht den Mainstream und man kann davon ausgehen, dass Facebook diesen Weg konsequent weiter gehen wird. Das mobile Internet und mit ihm die lokal basierten Dienste sind noch so frische und interessante Felder, bei denen ich euch hier Brief und Siegel gebe, dass Facebook spätestens 2011 auch hier ein Schwergewicht sein wird, welches vergessen lässt, dass es jemals etwas wie Gowalla oder Foursquare gegeben hat.

Das hat weniger damit zu tun, dass man bei Facebook bessere Ideen oder kreativere Köpfe hat, sondern eher damit, dass es einen himmelweiten Unterschied macht, ob eine Funktion von 100.000 Early Adopters oder von 350 Millionen Menschen genutzt wird. 

Ein Geburtstags-Gruß verlangt nicht nach einem Fazit, aber dennoch bietet es sich hier an: Wenn Facebook berücksichtigt, dass der Datenschutz eine wichtige Rolle spielt und keine Serie von schweren Fehlern hinlegt, sollte man davon ausgehen können, dass über kurz oder lang eine halbe Milliarde Menschen bei Facebook registriert sein wird. Das ist eine immense Zahl, gemessen an der Weltbevölkerung – ist aber noch beeindruckender gemessen an der Zahl der Menschen, die über einen Internetzugang verfügen. Virtuelle Güter, lokalisieren und bezahlen via Facebook usw – wenn wir den achten Geburtstag feiern, reden wir schon lange nicht mehr von einer Community, bei der man mal ein Foto kommentiert oder nen alten Schulkameraden wiedertrifft – wartet's ab :)

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