
Eine winzig kleine Meldung fand sich heute unter den "Nachrichten" auf der Titelseite der Bild-Zeitung. Hier der Original-Wortlaut:
Google sammelt private Daten
Washington – Der Internetriese Google ist bei Kamerafahrten in private WLAN-Netze eingedrungen. Dabei wurden persönliche Daten gesammelt und gespeichert.
Ohne jetzt zu sehr auf dem durchschnittlichen Bild-Leser rumprügeln zu wollen: Wer sich nicht im Thema befindet, muss doch einen komplett falschen Eindruck von dem gewinnen, was sich da tatsächlich abgespielt hat, oder nicht? "Private Daten" klingt für mich eher so, als zieht sich jemand Dokumente oder Fotos von meinem Rechner.
Man hätte fairerweise dazu schreiben können, dass es sich bei den (laut Google versehentlich) gescannten Daten um Fragmente handelt, mit denen kein Mensch (und keine Maschine) irgendwas anfangen oder rekonstruieren kann. Darüber hinaus dringt man natürlich nicht in private Netze ein, sondern scannt lediglich die offenen. Wer aus Sorglosigkeit oder mangelndem Know How sein WLAN nicht verschlüsselt, sollte zunächst mal sich selbst auf die Finger klopfen, anstatt auf den bösen Internetriesen zu zeigen. Die Meinungen gehen diesbezüglich natürlich auseinander – ich lege auch dazu mal den Artikel von Caschy ans Herz, denn dort wird in den Kommentaren eifrig darüber diskutiert und das durchaus kontrovers.
Ich halte Google sicher nicht für den Schutzpatron der Datensicherheit, aber was medial derzeit für ein Wind um jedes Aufmucken seitens Google (oder auch Facebook) gemacht wird, ist meinem Empfinden nach schon lange nicht mehr im Rahmen dessen, was zulässig ist. Wenn man der breiten Masse einen erträglichen Wissensstand diesbezüglich angedeihen lassen möchte, ist das aktuell reichlich kontraproduktiv.
Update:
Michael Wuensch von wuensch-media hat mich auf einen sehr ausführlichen Artikel bei Kristian Köhntopp aufmerksam gemacht, der die ganze Geschichte mal von der technischen Seite aufbröselt. Lesebefehl für jeden, der einen technischen Einblick in die Thematik haben möchte!



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