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17 Mai, 2010

Bild-Leser wissen mehr: Google sammelt private Daten

Posted by: Casi In: Technik

google

Eine winzig kleine Meldung fand sich heute unter den "Nachrichten" auf der Titelseite der Bild-Zeitung. Hier der Original-Wortlaut:

Google sammelt private Daten

Washington – Der Internetriese Google ist bei Kamerafahrten in private WLAN-Netze eingedrungen. Dabei wurden persönliche Daten gesammelt und gespeichert.

Ohne jetzt zu sehr auf dem durchschnittlichen Bild-Leser rumprügeln zu wollen: Wer sich nicht im Thema befindet, muss doch einen komplett falschen Eindruck von dem gewinnen, was sich da tatsächlich abgespielt hat, oder nicht? "Private Daten" klingt für mich eher so, als zieht sich jemand Dokumente oder Fotos von meinem Rechner.

Man hätte fairerweise dazu schreiben können, dass es sich bei den (laut Google versehentlich) gescannten Daten um Fragmente handelt, mit denen kein Mensch (und keine Maschine) irgendwas anfangen oder rekonstruieren kann. Darüber hinaus dringt man natürlich nicht in private Netze ein, sondern scannt lediglich die offenen. Wer aus Sorglosigkeit oder mangelndem Know How sein WLAN nicht verschlüsselt, sollte zunächst mal sich selbst auf die Finger klopfen, anstatt auf den bösen Internetriesen zu zeigen. Die Meinungen gehen diesbezüglich natürlich auseinander – ich lege auch dazu mal den Artikel von Caschy ans Herz, denn dort wird in den Kommentaren eifrig darüber diskutiert und das durchaus kontrovers.

Ich halte Google sicher nicht für den Schutzpatron der Datensicherheit, aber was medial derzeit für ein Wind um jedes Aufmucken seitens Google (oder auch Facebook) gemacht wird, ist meinem Empfinden nach schon lange nicht mehr im Rahmen dessen, was zulässig ist. Wenn man der breiten Masse einen erträglichen Wissensstand diesbezüglich angedeihen lassen möchte, ist das aktuell reichlich kontraproduktiv. 

Update:

Michael Wuensch von wuensch-media hat mich auf einen sehr ausführlichen Artikel bei Kristian Köhntopp aufmerksam gemacht, der die ganze Geschichte mal von der technischen Seite aufbröselt. Lesebefehl für jeden, der einen technischen Einblick in die Thematik haben möchte!

  • http://www.wuensch-media.de Wuensch-Media

    Kristian Köhntopp hat sich in seinem Block mal von der technischen Seite her mit der Sache auseinandergesetzt. Sehr lesenswert! http://blog.koehntopp.de/archives/2860-Wie-man-…

  • H2G

    Hm also erstmal wundert es mich das die Meldung nun erst Thema wird, die Sache ist schon über eine Woche bekannt. Nun denn ;)

    Ich hab mir Caschys Kommentare auch zum Teil durch gelesen aber irgendwann wurde es mir einfach zu blöd. Ich finde sicher einige der Google Features gut und schliesse mich trotzdem den wenigen Stimmen an, die davon sprechen wie man “ausversehen” beim Bilder machen offene Wlan Netze scannt.
    “Fragmente mit denen man nichts anfangen kann”, ist klar, jeder der schonmal ein Wlan Netz gescannt hat weiß auch welche Informationen man in wenigen Sekunden sammeln kann. Von daher wohl eher eine lachhafte Aussage seitens Google.
    Erinnern wir und nur mal etwas an die Datensammlungen mit dem CHROME. Auch alles so harmlos dass man nicht mehr Details dazu geben will. Noch Fragen zu den angeblich “harmlosen” Sammlungen von Daten?
    Gut man kann nun den schwarzen Peter auch dem dummen Wlan User zuschieben, was er ja zweifelsohne auch ist, jedoch der Vergleich mit Facebook ist schon weit hergeholt. Bei Facebook weiß ich als Nutzer wo ich mich rumtreibe und nun ja auch wie ich mit meinen Daten umzugehen habe Das heisst aber nicht zwangsläufig dass irgendwer nun durch die Strasse fahren darf und selbes Recht hat, nur weil mein Fenster auf ist.

    Fakt ist, Google hat gelogen. Das Streetview Projekt macht also doch mehr als man die ganze Zeit behauptet hat und egel wie dumm auch einer ist, solchen Dingen muß man einfach stoppen.

  • http://www.zweipunktnull.org Casi

    danke, Michael – hab den Link direkt mal eingebaut :)

  • H2G

    Bin dem Lesebefehl gefolgt. Also bei Google weiß man das dort eh nur ein Teil von Informationen bekannt gegeben werden. Es wird und kann niemand kontrollieren was tatsächlich aufgezeichnet und eventuell sogar schon genutzt wurde.
    Die technische Aufführung ist gut und logisch erklärt, mich stört nur eine Sache zumal der Autor dort ja auch schon seine Stumpler aufgeführt hat.
    Das Aufzeichnen von Fragmenten beschränkt man schon wegen Geschindigkeit und besserer Nutzung auf die jeweilige IP bzw. den AP. Ich kann mir schwer vorstellen das nun x APs ähnliche, alle auf dem selben Kanal sendende IPs hatten. So gut auch die Erklärung gemeint ist, wer sich einmal etwas damit beschäftigt hat wird da einige Zweifel dran haben.

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