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10 Jul, 2010

Eat-Star: Ein neuer Stern am Bringdienst-Himmel?

Posted by: Casi In: Start up

Mein blog-technischer Brötchengeber hat neulich auf ein neues Start-Up hingewiesen und "Brötchen" ist da schon fast sowas wie ein passendes Stichwort ;)

Bei Eat-Star handelt es sich nämlich um einen Lieferservice, der im Gegensatz zu dem ein oder anderen Konkurrenten nämlich nicht allein oder vorwiegend auf italienische Küche setzt. Wenn ich ein Start-Up ins Rennen schicken möchte, muss ich entweder eine Idee für ein völlig neues Konzept haben, oder ich muss ein bestehendes Konzept der Zeit, der Technik oder was auch immer anpassen, ihm neue Facetten abgewinnen und dadurch in einem bestehenden Markt für frischen Wind sorgen. Ein perfektes Beispiel für den zweiten Ansatz liefert Google. Auch vorher wurde schon online gesucht, dennoch erinnert man sich heute kaum noch an die Konkurrenz und selbst über zehn Jahre später tun sich Konkurrenten wie Bing äußerst schwer.

Die Gründer von Eat-Star - Daniel Bosch, Uwe Kampschulte und Mark-Christoph Beyer – hätten vermutlich nichts dagegen, einen ähnlichen Erfolg in ihrem Marktsegment zu erzielen. Es ist noch gar nicht so lange her, dass mich ein Konzept begeistert hat, welches ebenfalls gegen starke Konkurrenz angetreten ist und sich ebenfalls mit Essen befasst. Im Gegensatz zu Eat-Star will uns eatsmarter.de jedoch dazu bringen, selbst vernünftig, lecker und gesund zu kochen. 

Ich bringe den Vergleich zu eatsmarter deswegen, weil – typisch deutsch vielleicht – derjenige, der etwas auf die Beine stellen möchte, erst mal alles an Knüppeln zwischen die Beine geworfen bekommt, was der gemeine Troll finden kann. In dieser Koch-Community habe ich jedoch einige spannende und neue Ansätze entdeckt, die einen klaren Mehrwert bieten gegenüber ähnlichen, älteren Projekten. Trotzdem findet sich haufenweise Kritik nach dem Motto "Langweilig, gibts doch schon lange" – klar, Autos gibt es auch schon lange und dennoch werden sie weiter entwickelt und – oh Wunder – auch weiter verkauft. 

Genau aus diesem Grund möchte ich mir Eat-Star so neutral wie möglich anschauen und denke auch, dass es noch viele Möglichkeiten im Bereich der Bringdienste gibt, die bis jetzt noch nicht, oder nicht vernünftig zu Ende gedacht umgesetzt wurden.

Oben seht ihr, dass ihr zunächst aufgefordert werdet, PLZ oder euren Wohnort einzugeben. Daraufhin erhaltet ihr alle Ergebnisse, die im gewünschten Gebiet in Frage kommen. Das "alle" hat mich dann direkt erst einmal etwas stutzig gemacht, denn als Einwohner einer Stadt mit annähernd 600.000 Menschen habe ich irgendwie mehr Ergebnisse erhofft als nur ein einziges Angebot. Man muss den Jungs natürlich zu gute halten, dass sie erst seit einem knappen Monat am Start sind und eine Zahl von 230 Lieferdiensten dafür schon recht ordentlich ist. 

Während ich in Dortmund, Braunschweig oder Köln also ziemlich in die Röhre schaue, von kleineren Städten ganz zu schweigen, sieht das Angebot in Städten wie Berlin, Hamburg oder München da schon wesentlich ordentlicher und umfangreicher aus. Wenn man auf diese Städte blickt, fallen einem auch gleich ein paar Dinge auf, die ich so von anderen Bringdiensten nicht kannte.

So kann sich der durstige Berliner beispielsweise auch mit einer Kiste seines Lieblingsbiers eindecken, egal ob das nun Veltins, Becks oder Kilkenny heißt. Das ist natürlich schon schöner, als beim Italiener mal zwei Flaschen zu dementsprechenden Preisen mitzubestellen. Neben sehr vielseitigen Restaurants gehören zudem auch Obst- und Gemüselieferungen zum Angebot bei Eat-Star, und zukünftig kann man sogar sein Frühstück dort bestellen.

Ich habe erst überlegt, mich in den Dienst der "Wissenschaft" zu stellen und testweise mal in Dortmund zu bestellen. Passt aber weder in meinen Diätplan, noch habe ich das Gefühl, dass die Qualität der bestellten Essens etwas über die Qualität von Eat-Star aussagen würde. Also lasse ich das und erzähle euch lieber noch, was dieser virtuelle Liefer-Service noch auf der Pfanne hat ;)

Ihr könnt übrigens bestellen, ohne euch dort zu registrieren, dennoch lohnt es sich, die zwei Minuten Zeit zu investieren. Bin ich nämlich eingeloggt, kann ich die Angebote auch bewerten, was mir persönlich vielleicht im Augenblick nix bringt, aber ein anderes hungriges Maul eventuell davor bewahren könnte, den kulinarischen Fehler seines Lebens zu machen.

Dazu würde mich jetzt allerdings interessieren, wie gewährleistet werden könnte, dass auch tatsächlich seriöse Bewertungen eingehen. Wenn sich jeder Besitzer eines Bringdienstes mit unzähligen Fake-Accounts einen Vorteil verschaffen könnte, indem er sein eigenes Angebot hoch und das der Konkurrenz schlecht bewertet, wäre nämlich so ziemlich niemandem geholfen. Da greift mir auch ehrlich gesagt die "wie funktioniert's"-Seite etwas zu kurz, denn erklärt wird lediglich der Bestellvorgang. Dabei ist gerade die Möglichkeit, den diversen Angeboten Relevanz zu verpassen, das Pfund mit dem Eat-Star wuchern sollte, sprich: Sie könnten stärker darauf hinweisen.

Wenn wir schon bei den Dingen sind, die man noch optimieren könnte, würde ich mir eine Möglichkeit wünschen, selbst den ein oder anderen Dienst zu empfehlen. Es ist nämlich die Frage, wie Eat-Star möglichst jeden Dienst erreichen möchte. Schreibt Eat-Star die alle selbst an? Selbst wenn – vielleicht setzt sich der Türke, Italiener oder wer auch immer etwas mehr mit einer solchen Anfrage auseinander, wenn ein zufriedener Kunde als Empfehlungsgeber auftritt.

Das eben Kritisierte möchte ich jedoch nicht zu hoch hängen, da es sich eben um ein neues Projekt in der Beta-Phase handelt, bei dem nicht nur die Zahl der  mitmachenden Restaurants, sondern auch der Funktionsumfang täglich größer wird.

Stattdessen möchte ich noch darauf hinweisen, dass bei Eat-Star der Punkt soziale Verantwortung groß geschrieben wird. So geht dann nämlich von jeder Provision auch ein Cent an die Tafel e.V

Apropos Cent: Kennt jemand von euch den Fall, dass eine Bestellung beim favorisierten Italiener daran scheitert, dass man kein Bargeld im Haus hat? Eat-Star bietet den Bringdiensten die Möglichkeit, auch alternative Zahlungsarten wie Kreditkarte und Paypal anzubieten. Bleibt zu hoffen, dass da auch viele Restaurants mitziehen. Eventuell kann sich ein Anbieter auch gerade dadurch einen Vorteil in seiner Stadt verschaffen, weil seine Kunden nicht auf Bargeld angewiesen sein müssen – warten wir es ab :)

Was bleibt nach einem Test, der ohne das Wesentliche auskommen muss – nämlich dem Essen an sich? Der Blick auf einen Anbieter, der sicher noch ein paar Kinder-Krankheiten zu beseitigen hat, welchen aber auch einige richtig tolle Ansätze gegenüber stehen. 

Positiv:

  • nicht auf eine Handvoll Angebote wie z.B. Pizza und Sushi limitiert
  • die Möglichkeit, die verschiedenen Restaurants zu bewerten und dadurch auch selbst relevantere Ergebnisse zu erhalten
  • verschiedene Zahlungsmöglichkeiten
  • sozial engagiert

Negativ:

  • bislang zu wenig teilnehmende Restaurants
  • keine Möglichkeit, selbst Angebote zu empfehlen

Schaue ich nun auf meine eigene Auflistung von Vor- und Nachteilen, bin ich ziemlich sicher, demnächst das erste Mal via Eat-Star zu bestellen. Wäre schön, wenn bis dahin noch ein, zwei Buden dazu kämen :) Dann werde ich auch sicher noch was über Eat-Star schreiben und dann auch darauf eingehen, wie man die Kanäle Twitter und Facebook zu nutzen vermag. Solltet ihr beschließen, euch mit Eat-Star auseinandersetzen zu wollen, könnt ihr übrigens aktuell auch ein iPad gewinnen – das zieht bei uns Nerds ja fast immer ;)

  • Pizza-lover

    was ist daran neu? pizza.de 4ever!

  • Miriam Schoenherr

    Ich finds schade, dass nur manche der Übersichtsportale Affiliate-Programme anbieten. Pizza.de hat z.B. immer noch keins und ist meiner Ansicht nach, Marktführer. Sonst könnte man viel mehr Seiten, wie diese hier machen: Essen bestellen

  • http://wo-essen-bestellen.de/ Essen bestellen

    Dank deines Artikels habe ich nun auf meinem Blog http://wo-essen-bestellen.de/ die Eat-Star Suchbox für Lieferdienste nach Postleitzahl eingebaut.. Finde den Dienst so hilfreich, dass ich kurz darauf dann auch noch darüber gebloggt habe. Im Übrigen muß ich sagen deine Texte lesen sich recht gut. Mal sehen, vielleicht stecke ich deinen Blog demnächst auch einfach in meine Blogroll ;-) Viele Grüße

  • http://online-essen-bestellen.com/ Essen bestellen

    Da muss ich Pizza-Lover wirklich Recht geben: pizza.de gibt es ja schon länger. Und an die beiden Affiliates, die hier Links auf ihre Seite abstauben: Google liebt keine Affiliates!


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