23 Nov, 2011
Facebook: In der Ukraine töten sie Hunde
Posted by: Casi In: Lifestream|Social Networks|zweipunktnull
Grausame Massaker an 250.000 Hunden, die in den Straßen der Ukraine leben, bringen mich zu diesem Artikel mit einer Überschrift, die ich mir bei dem Film In China essen sie Hunde geborgt habe. In dem großartigen Film geht es übrigens nicht wirklich um China oder um Hunde ;) Einen Bezug zu China werde ich gleich aber dennoch aufzeigen können, dazu aber später.
Erst einmal: ich hab keinen Schimmer, ob diese Zahl – 250.000 ermordete oder noch zu ermordende Hunde – tatsächlich authentisch ist. Wahr ist jedenfalls, dass die Proteste bereits Wirkung erzielt haben. Das Töten muss unverzüglich aufhören, die Regierung will schärfer gegen Tierquäler vorgehen. Geht es nur mir so, als klingt das ein klein wenig so, als würde erst einmal überhaupt nichts passieren? Wer sich dafür interessiert, wie die Lage vor Ort ist – oder auch an anderen Brennpunkten wie Rumänien – der sollte ein Blick auf das Profil von Maja Prinzessin von Hohenzollern werfen. Sie ist unermüdlich im Einsatz für die Tiere und auch sehr viel im Namen des Tierschutzes unterwegs.
Darauf will ich im Grunde aber gar nicht hinaus. Auch gar nicht darauf, dass dieses Tiermorden in der Ukraine und zig anderen Ländern unabhängig von der EM oder irgendeiner anderen Sportveranstaltung stattfindet (ist ja auch kein Wunder, dass der Zorn hier erst hochkocht, seit RTL darüber berichtete!). Die EM wird über die Bühne gehen und dennoch werden Hunde dort ermordet werden. Erst heute ist das Töten von Hunden in Rumänien von staatlicher Seite legitimiert worden. Ob es tatsächlich dem Schutz der Gesundheit der rumänischen Einwohner hilft, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber das alles sind unzählige Baustellen, von denen ich viel zu wenig Ahnung habe, als dass ich mich dazu auch nur halbwegs clever äußern könnte.
Mit Facebook und Google hingegen kenne ich mich ein wenig aus und weniger als irgendeine neue Funktion bei Facebook nervt es mich, dass ich keinen Blick mehr auf meine Timeline werfen kann, ohne über gequälte und ermordete Hunde zu blicken. Ich hoffe, ich konnte hier klar machen, dass ich Mord an Tieren scharf verurteile, aber diese Bilder gehören einfach nicht da hin! Es geht mir da so ähnlich wie meinem Bruder:

Ich weiß zu schätzen, dass bei Facebook auch unter meinen Freunden sehr tierliebe Menschen unterwegs sind und sehe auch ein, dass sich da eine Menge Zorn aufstaut. Aber überlegt ihr manchmal, welche Bilder ihr da um die Welt schickt? Verstümmelte Hunde werden so immerhin auch Minderjährigen zugänglich gemacht und ist sicher nicht das, was Facebook in seinen Richtlinien durchwinkt.
Darüber hinaus – und da platzt mir dann wirklich langsam der Arsch – kann ich es nicht glauben, wie schnell jede Nachricht übernommen und weiter verteilt wird, ohne auch nur eine Sekunde darüber nachzudenken, ob da nun wirklich was dran ist. Egal, ob es sich um Facebook-Geschichten wie "Facebook wird kostenpflichtig…" und die Abo-Geschichte handelt, oder eben um verschwundene Mädchen und misshandelte Tiere – nehmt euch doch wenigstens ein paar Sekunden Zeit, um sowas mal zu verifizieren. Meistens reicht doch eine einzige Anfrage bei der Google Websuche, um relevante Inhalte zu findern – selbst der letzte Vollpfosten sollte sowas hinbekommen können.
Ich habe mal zwei Bilder rausgepickt, die gerade die Runde machen, misshandelte Tiere zeigen und ein Beleg dafür sein sollen, was gerade in der Ukraine abgeht. Ich zeige sie nicht in voller Größe, aber dennoch müsste klar werden, worauf ich hinaus will:

Google hat nicht nur eine großartige Suche, sondern mittlerweile auch richtig tolle Features für die Suche explizit nach Bildern. Dazu reicht es, dass ich einfach ein Bild mit der Maus anklicke, den Maus-Button gedrückt halte und es dann in der Google-Bildersuche ablege. Google zeigt mir in diesem Fall gleich noch einen Haufen identischer Bilder an und fast schon logischerweise kann man keines dieser Bilder der Ukraine zuordnen. Grundsätzlich könnte man sich beim Betrachten des Bildes auch schon selbst die Frage stellen, ob alle Hunde-Mörder in der Ukraine aussehen wie Chinesen, aber spätestens das Google-Resultat bestätigt uns dann, wo die Quelle zu vermuten ist. Das macht vielleicht grundsätzlich nicht einen Unterschied, denn ermordetes Tier bleibt ermordetes Tier. Aber ich schicke ja auch keine Fotos aus dem zweiten Weltkrieg rum, um auf die Lage in Afghanistan hinzuweisen etc.
Nächstes Beispiel:

Dieses Bild hab ich heute ebenfalls dutzendfach gesehen. Der Kamerad (gerne hier bei tierhilfe-kowaneu.com nachlesen) ist glücklicherweise putzmunter und lebt – nach wie vor – in Rumänien. Wieso ich bei Facebook dick androhen sollte, nächstes Jahr kein Spiel der EM in der Ukraine/Polen zu schauen, weil fleißig chinesische und rumänische Hunde die Runde machen, muss mir mal irgendjemand erklären. Die Recherche für diese beiden Bilder hat mich übrigens zwei Minuten gekostet und da habe ich das Erstellen und Abspeichern der Screenshots schon rein gerechnet.
Noch einmal: Tierquälerei geht nirgends in Ordnung – nicht hier, nicht in der Ukraine, nicht in China und auch nicht auf dem Mars – aber wenn ihr schon so wütend seid und dringend was unternehmen wollt, macht es doch so, wie die oben erwähnte Maja und überlegt euch was, was mehr Sinn ergibt als das schwachsinnige Posten von diesen Gewalt-Fotos. Schreibt Institutionen an, schließt euch Verbänden an oder gründet Facebook-Gruppen. Ebenso kann man natürlich die Sponsoren, Regierungen und Sportverbände mit Kritik überschütten via Mail. Wenn sich irgendwo zwischen CastleVille zocken und EM-Boykott-Bildchen posten eventuell ein bisschen Zeit freischaufeln lässt, dann liefert Google hier sicher genügend Adressen, an die ihr schreiben könnt.
Ach, und eins noch zum Schluss, weil ich es heute auch schon mehrfach als "Argument" gelesen habe. Nein, man muss keine derlei brutalen Bilder posten, um irgendwen aufzurütteln!! "Aber irgendwas muss man doch machen" lasse ich nicht gelten, wenn sich das einzige Engagement wirklich auf das Posten dieser Bilder beschränkt – unter euren Facebook-Freunden sind nämlich vermutlich in den seltensten Fällen die Tierquäler und auch nicht die Politiker, die es verhindern können. Organisiert euch, aber spammt nicht rum!



Pingback: Dogcontent. » Cool, Easy, Fresh
Pingback: Euro 2012: Gr.D – Ukraine | Übersteiger-Blog
Pingback: Klicke Like, um Kindern in Afrika (oder Hunden in der Ukraine) das Leben zu retten!!!! #Facebook