Okt 21

Forestle ist wieder da! Eben kam hier eine Pressemitteilung ins Haus geflattert - Absender: Forestle.org

Wir erinnern uns: Via Forestle konnte man im August - wenn auch nur für kurze Zeit - gleichzeitig das Netz via Google durchsuchen, als auch etwas für den Erhalt des Regenwaldes tun (ich schrieb in meinem Artikel "Bier und Internetsuche" darüber).

Google hat sich aus mehr oder weniger fadenscheinigen Gründen direkt wieder von diesem Projekt zurückgezogen, obwohl innerhalb kürzester Zeit über 30000 Suchanfragen täglich bei Forestle aufliefen, wodurch mehrere Tausend m² Regenwald nachhaltig gesichert werden konnten. 

Mit Znout wurde postwendend eine neue Suchmaschine von Forestle-Macher Christian Kroll an den Start gebracht. Die setzte ebenfalls auf "grüne" Technologien, verzichtete aber auf die Rettung des Regenwaldes. Naja, genauer gesagt verzichtete Znout darauf, mit der Rettung des Regenwaldes zu werben - ich kann mir nach wie vor nicht vorstellen, dass ein nahezu identisches Produkt an den Start gegangen ist mit einem grundlegend anderen Konzept. 

Wie auch immer - das ist alles Schnee von gestern, denn Forestle ist wieder da. Was macht man, wenn man nicht mehr auf die Zusammenarbeit mit Google setzen kann? Genau - man arbeitet mit Yahoo zusammen!

Das hat für uns als Suchende im Internet erstmal den Vorteil, dass man sich die Suchergebnisse optional auch mit Bildvorschau anzeigen lassen kann. Somit haben wir jetzt zwei grüne Alternativen aus einem Haus: Entweder das neugestartete Forestle oder - falls man so gar nicht ohne Google-Suchergebnisse auskommt - Znout, über welches es in der Pressemitteilung heisst:

 

Znout steht für „zero negative output“ und wird ebenfalls vom Forestle-Team betrieben. Bei Znout werden die durch die Suchabfragen verursachten CO2-Emissionen mit den Kauf von Zertifikaten für erneuerbare Energien ausgeglichen.

 

Wie Ihr Euch auch immer entscheidet - fürs Gewissen und für die Umwelt kann ich Euch beide Alternativen ans Herz legen - und ich hab meine ersten Quadratzentimeter Regenwald durch meine Recherchen zum Artikel bereits gerettet ;)

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Sep 02

 

Die ganze Internet-Welt richtet den Blick auf Google, die heute im Laufe des Tages (Abends, Nacht, whatever…) ihren nagelneuen Google Browser namens Chrome launchen wollen. Man kann Einiges erwarten, aber man darf auch Einiges befürchten. Neben den Jubelschreien der bloggenden Zunft vernimmt man auch leisere, kritischere Töne. Meistens geht es bei dieser Kritik um die Vormachtstellung Googles im Internet. Chrome - welcher im Endeffekt mehr Browser+Web OS sein möchte als nur ein stinknormaler Browser - könnte dem Unternehmen zu viel Macht über den User verschaffen. Was will Google noch erreichen? Will Google einfach nur das Schreckgespenst Microsoft eliminieren und bleibt für uns normale Internetnutzer die gute Web-Fee, bei der alles so schön bunt und so schön gratis ist? Oder glaubt man den lauter werdenden Stimmen, die in Google eher eine riesige Daten-Krake sehen, die mächtiger und mächtiger wird und uns unserer Freiheit und Intimsphäre beraubt im Netz?

Es wäre etwas vermessen, darauf eine hundertprozentig passende Antwort parat zu haben - und vermutlich liegt die Wahrheit wieder irgendwo genau dazwischen. Fakt ist jedenfalls, dass Google nicht immer nur der nette Kumpel ist, der innovative Applikationen für Nüsse raushaut und sich lediglich seiner zufriedenen Nutzer erfreuen will.

Sehr plötzlich mußte das jetzt auch die google-unterstützte Öko-Suchmaschine Forestle feststellen.

Möchte man dort nach einem Begriff "googlen", erscheint da nun ein Text, welcher die aktuelle Lage beschreibt. So heißt es dort u.a.:

Liebe Forestle-Nutzer,

  Wir haben soeben eine Email von Google erhalten, in der Google die Partnerschaft mit Forestle beendet hat. Laut Google haben wir mit Forestle "Anreize geschaffen, künstlich auf Google-Anzeigen zu klicken", was gegen die Programmrichtlinien von Google ist..

Wir stimmen diesem Vorwurf nicht zu!

Wir haben ganz oben auf der Forestle Ergebnisseite extra einen Hinweis angebracht, der die Nutzer auffordert "nur auf Anzeigen zu klicken, wenn ein echtes Interesse daran besteht." Zudem retten wir 0.1 m² Regenwald pro Suche und nicht pro Klick. Wodurch haben wir also Anreize zum Klicken auf Anzeigen gegeben?

 

 Hmm, bei aller Liebe zu bzw Sympathie für Google. Aber die Geschichte mit dem Klickanreiz erschließt sich mir auch nicht ganz. Stößt sich Google wirklich an angeblich künstlich erzeugten Klicks? Oder gibt es wirklich irgendwelche Greenpeace-Hardliner, die von morgens bis abends auf die Google-Anzeigen klicken, weil sie das System nicht ganz begriffen haben und so immer noch hoffen, täglich den ein oder anderen Regenwald zu retten? Es ist jedenfalls nicht das erste Mal, daß Google eine so ökologisch ausgelegte Zusammenarbeit plötzlich beendet und wieder flüchtet man sich in eventuelle Regelverstöße seitens des umweltbewußten Partners.

Auch hier kann man nur über die wahren Beweggründe spekulieren.

Christian Kroll - seines Zeichens hauptverantwortlich für Forestle - scheint der Schrecken jedenfalls nicht gelähmt zu haben, denn auf der gleichen Seite, die ich oben bereits zitiert habe, wird auch auf eine umweltbewußte Suchmaschine hingewiesen, die auf den Namen "Znout" hört. Umweltbewußt deswegen, weil sie dank schwarzem Hintergrund bis zu 30% Strom sparen soll bei der Internetsuche und zudem würden durch solarstrombetriebene Eco-Server bis zu 55% Energie gespart. Klingt erst mal lobenswert, aber beeindruckt auf den ersten Blick nicht annähernd so wie die Geschichte mit dem Regenwald - ist zumindest mein persönlicher Eindruck.

Mir stellt sich jetzt lediglich die Frage, ob Christian Kroll einfach unverschämt schnell programmiert, oder ob er diesen Plan B für seine Suchmaschine längst fertig in der Schublade hatte. Und falls Letzteres zutreffen sollte: Wo bestehen dann wirklich die Unterschiede zwischen diesen beiden Suchmaschinen?

Znout ist erst mal - wie angekündigt - dunkler als Google oder Forestle. Es gibt allerdings oben rechts einen Button, mit dem man alternativ auf den weißen Hintergrund ausweichen kann. Wenn man das tut, wird man feststellen, dass Znout zumindest schon mal im Design ein Zwilling von Forestle ist.

Unterm Strich bedeutet das also, dass der selbe Verantwortliche fast die selbe Suchmaschine startet und sie wieder klimaschonend ausrichtet - nur dass in diesem Fall Google noch/wieder mit an Bord ist als Partner. Wenn man sich etwas mehr Mühe gibt und den Quelltext vergleicht, findet man auch die identische Google Publisher ID.

Glaubt was Ihr wollt, aber für mich entsteht so der Eindruck, dass man exakt das gleiche Projekt unter anderem Namen neu gestartet hat. Mit der Einschränkung, dass Google mit Argusaugen beobachten wird, ob auf einen zu rettenden Regenwald hingewiesen wird und sich somit die Geschichte wiederholen würde. Also läßt man den Hinweis einfach weg, versucht via klimaschonender Technik das gleiche Klientel wie vorher zu bedienen und alle sind vorerst zufrieden.

Muß natürlich nicht so sein - aber es paßt einfach alles zu schön zusammen ;)

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Aug 23

ForestleIch bin nicht bei Greenpeace, esse gern und oft Fleisch und wer meine Grünpflanzen kennt, weiss dass ich auch dort nicht wirklich viel zum Schutz der Natur beitrage. Aber jetzt wird alles anders: Forestle ist gekommen, um den Regenwald zu retten.

Forestle ist eine Internetsuche, die - im Gegensatz zu anderen Such-Neulingen - nicht alles anders oder besser machen will bezüglich der Such-Algorithmen. Im Gegenteil - es ist kein Zufall, dass eine ökologisch ausgerichtete Suchmaschine mit Wald anfängt und mit Google aufhört. Forestle bedient sich nämlich der Google-Suchmechanismen, was also auch den Google-Standard bei den Ergebnissen gewährleistet - wie gut oder schlecht man die jetzt auch bewerten möchte ;)

Und wie rettet man nun den Regenwald durch bloßes googlen? Forestle beteiligt sich an der Aktion Adopt an acre, die durch die generierten Spenden Teile des Regenwaldes aufkauft und dadurch nachhaltig schützt. Pro Suche werden somit 0,1m² für die Ewigkeit geschützt. Forestle selbst sagt, dass das etwa der Größe meines Bildschirmes entspricht. Da vermutlich alle Gags diesbezüglich bereits gemacht wurden, spare ich mir das jetzt mal ;)

Ich weiß gerad nicht, wo exakt der Fehler liegt, aber wenn ich per Firefox3 bei Forestle suche, erhalte ich nur die erste Seite der Ergebnisse, kann also nicht die weiteren Ergebnisse verfolgen. Unterm IE hingegen funktioniert es ganz normal. Hat da jemand eine Idee oder ähnliche Resultate?

Ich finde die Idee grundsätzlich sehr sympathisch, denn so leicht war es einem noch nie gemacht worden, etwas für den Naturschutz zu unternehmen. Kann auch an der Sache bislang keinen wirklichen Haken erkennen - wüßte auch nicht, wo der sein sollte bei einer kostenlosen Suche mit den gewohnten Ergebnissen. Aber - obwohl ich ja bekennender Google-Freund bin - es bleibt ein Rest an Zweifel, weil ich mich erinnern kann, dass Google schon ein kurzes Intermezzo hinter sich hat, was grüne Suchmaschinen angeht. (Wobei man dazu auch sagen muß, dass sich ecocho derzeit auch nicht an die Regeln gehalten hat)

Forestle hat auch mal überschlagen, wieviele Menschen wieviel Regenwald retten können:

Forstletabelle

Also - tut mal was für unseren Planeten und sucht drauflos - ich geh jetzt erstmal einkaufen und hol mir ‘ne neue Kiste Krombacher ;)

 

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