Okt 16

Seit gestern gibt es ein schönes, neues Feature auf FriendFeed, welches den Lifestream-Service noch einmal attraktiver für mich macht: 

FriendFeed mit Real-Time-Funktion

Man kann sich seinen Stream - egal ob allgemein, für einen bestimmten, definierten Freundeskreis oder für Rooms - nun auch in Echtzeit anzeigen lassen. So macht prokrastinieren nochmal so viel Spaß ;)

Ich kann jetzt also zwischen der Standard-Ansicht und der Echtzeit-Ansicht switchen, darüber hinaus gibt es auch eine "Pause"-Funktion für den Echtzeit-Stream. Schön gefällt mir auch die Möglichkeit, den realtime-stream in einem eigenen Mini-Window zu öffnen. Wer mag, kann sich seine verschiedenen Räume oder Gruppen natürlich auch jeweils in eigenen Mini-Fenstern anzeigen lassen.

Klasse, wie sich FriendFeed immer wieder die Mühe macht, bei seinen eigenen Usern genau hinzuhören und die Dinge zu modifizieren, die laut User-Aussage fehlen oder verbessert werden könnten.

 

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Sep 10

 Zumindest für das Internet mag die Überschrift stimmen. Während ich früher aus sage und schreibe 3 Fernsehprogrammen wählen konnte, hab ich heute nicht nur die Wahl zwischen Dutzenden verschiedenster Programme, als Internetnutzer kann ich gar auf Hunderte von Kanälen weltweit zugreifen. Sogar noch besser: Viele Sendungen kann man sich unabhängig von einem Sendetermin dann anschauen, wann es einem paßt. Gleiches gilt natürlich für Youtube u Co: Seinerzeit hab ich - mit einer Videocassette bewaffnet - am TV gehockt und gewartet, dass bei Formel 1 endlich das neue Depeche Mode-Video lief - heute ist es nur einen Klick von mir entfernt.

Das Fernsehen ist aber nur eines von sehr vielen Beispielen. Ähnlich begeistert bin ich darüber, dass ich Tausende Radiosender hören kann, so gut wie jede Zeitung online lesen kann (und das sogar noch, bevor der große Printbruder erhältlich ist), dass ich - ohne stundenlang am Telefon zu hängen - weiss, wer meiner Freunde gerade was tut und wo ich wen heute treffen kann. Schöne neue Internet-Welt, könnte man meinen.

In Zeiten von (Micro-)Blogs, Messengern und RSS-Feeds ist durch all diese Entwicklungen das entstanden, was man als "Noise" beschreibt. Mein Google Reader verspottet mich, wenn ich versuche, die ungelesen Nachrichten gen Null tendieren zu lassen, Über verschiedenste Kanäle bekommt man neue Musik bzw Künstler empfohlen, denen man aber unmöglich allen lauschen kann und bei immer mehr werdenden Blogs hält man auch nur äußerst schwer den Überblick und muß sich darüber im Klaren sein, dass man so manche Perle in der Blogosphäre vielleicht nie entdecken kann.

Das virtuelle Ei des Columbus in dieser Hinsicht scheinen Lifestreams bzw Aggregatoren zu sein. Dienste wie FriendFeed bündeln unsere RSS-Feeds, Blogbeiträge, favorisierte Youtube-Videos, geliebte last.fm-Songs und vieles mehr. Dieser daraus entstandene Stream ist dann für jeden meiner Freunde bei FriendFeed zugänglich - und umgekehrt kann ich natürlich auch den Stream anderer Personen mitverfolgen. 

Die meisten Leser hier brauchen natürlich keine Nachhilfe in Sachen Lifestream, ist mir schon klar ;) Viel mehr möchte ich festhalten, dass ein solcher Stream noch lange nicht der Weisheit letzter Schluß ist - denn statt viel mehr Übersicht zu erhalten, kann es (und wird es in den meisten Fällen auch) noch lärmiger, weil ein Vielfaches an Informationen aufläuft - Informationen, die man vorher vielleicht gar nicht so auf dem Radar hatte…Es gibt einen Überfluß an Information - man kann de fakto nicht mehr alles lesen, was man zu einem Thema findet. 

Also wird es immer wichtiger, welche Features ein solcher Aggregator bieten kann. Kann ich verschiedene Kontakte bündeln oder unterschiedlich gewichten, kann ich einzelne Elemente des Streams ausblenden usw. Diesbezüglich bietet FriendFeed heute schon wirklich eine Menge und ich habe auch das Gefühl, dass dahinter fähige Leute stecken, die FriendFeed wirklich sinnvoll erweitern und - was auch sehr wichtig ist - genau hinhören, was die Nutzer zu sagen haben und diese Wünsche nach Möglichkeit mit berücksichtigen.

Aber das Internet wäre nicht das Internet, wenn nicht immer wieder ein neuer Player das Spielfeld betreten würde um den Platzhirsch zu attackieren. Millionenfach gemachte Google-Querverweise schenk ich mir jetzt mal ;)

Neben Aggregatoren, die ich auch schon thematisiert habe, möchte ich heute einen dieser neuen Player vorstellen, der jüngst auf der TC50 einem größeren Publikum vorgestellt wurde: Popego

Wie immer will das neue Startup in seinem Bereich vieles anders und alles besser machen. Wie Markus Spath bei netzwertig.com schon feststellt, will Popego uns nun eine Menge Arbeit abnehmen, in dem es das "Beste" für uns rausfiltert. Dazu muss ich gleich mal anmerken, dass ich es immer bedenklich finde, wenn mir jemand sagen möchte, was für mich "das Beste" ist. Letzten Endes kann nur ich für mich wirklich entscheiden, was lesenswert ist und was nicht, aber schauen wir es uns erst mal an :)

Popego

Das soll geschehen, indem wir anfangs - wie üblich - unsere verschiedenen Accounts bei Twitter, flickr und Co eingeben - den Rest will Popego dann von selbst errechnen. Sehr angenehm übrigens, wie Popego mir schon meine diversen Accounts bereits vorschlägt, während ich noch dabei war rauszufinden, wie ich denn eigentlich nochmal bei StumbleUpon heisse ;)

Während das alles sehr angenehm und intuitiv zu bewerkstelligen war, zeigten sich danach erste Performance-Schwierigkeiten. Wiederholt wurden mir Internal Server Errors angezeigt. Somit kann ich gerade nicht beurteilen, wie sich der Stream und vor allen Dingen die für mich erstellte Interessenauswahl gestaltet. Wenn es nämlich mal funktioniert, meine Popego-Seite zu aktualisieren, wird mir ein leerer "interest feed" angezeigt. Ich möchte aber die Seite jetzt nicht aufgrund dieser Schwierigkeiten verreissen, sondern weise drauf hin, dass ich mich noch einmal in den nächsten Tagen damit befassen werde, in der Hoffnung auf dann bessere Performance ;)

Apropos bessere Performance: Ein anderer Gegenspieler von FriendFeed hat schon einige Monate intensive Beta-Arbeit hinter sich und hat somit die closed-Beta-Phase gerade abgeschlossen. Die Rede ist von lifestream.fm! Hat dieser Dienst von Anfang an schon einen richtig guten Eindruck gemacht, gestaltet sich der Blick auf die Neuerungen noch einmal positiver. Im Vergleich zu der geschlossenen Beta-Phase kann man sich per Klick auf den "Funktionen"-Button jeden Link auch aufs Handy schicken lassen. Man erhält dann einen Link per SMS geschickt, der dann auf den gewählten Artikel verweist. Finde ich persönlich ein richtig starkes Feature.

Weiterhin finde ich es richtig toll, dass man ein item eines Users nicht einfach nur per "like" oder "love"-Funktion markieren kann, sondern es direkt auch bei stumbleUpon, Mister Wong oder Facebook speichern kann. Meiner Meinung nach bringt das dem verlinkten User/Artikel auch wesentlich mehr als ein bloßes "like" wie bei FriendFeed. 

Desweiteren können flickr-Bilder direkt im Stream vergrößert werden und verlinkte Seiten in einem Vorschaubild angezeigt werden. Zusammen mit den bereits etablierten Neuerungen kann man lifestream.fm wohl zweifellos bescheinigen, einer der ersten Anwärter zu sein, wenn es darum geht, an FriendFeeds Thron zu rütteln. 

 

 

 

 

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Aug 27

 

Nix Besonderes, was ich hier mitten in der Nacht zu verkünden habe - außer, dass FriendFeed nette Widgets anbietet, die sich fabelhaft in Blogs einbinden lassen - außer in mein eigenes, was beharrlich den ein oder anderen Button oder das ein oder andere Widget schlicht verweigert ;)

Aber so könnte sowas aussehen:

 

 

 Oder so:

 

 Oder gar so:

 

 Und nen schnuckeligen Button gibt es auch ;) :

Subscribe to me on FriendFeed

So, das war es auch schon mit meiner Nachtschicht - schlaft schön und macht mir mein Blog nicht unordentlich, während ich auf der Arbeit bin morgen ;)

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Aug 27

 

Wir sind ja sehr sozial geworden in den letzten Monaten und Jahren: Wir teilen unsere Videos, unsere Musik, unsere Lesezeichen/Favoriten, unsere Onlinefreunde und und und. Gestern hab ich ja wiederholt die Lifestream-Geschichten thematisiert und will heute SocialU ins Spiel bringen - welches behauptet, kein Aggregator zu sein - naja, zumindest nicht nur ;)

SocialU ist eine Air-Applikation, läuft also unabhängig vom Browser auf dem Desktop. Nach dem Herunterladen und Installieren der Applikation kann man erst mal - wie fast jeden Tag an einer anderen Stelle im Netz *g* - seine sämtlichen Daten, Blogs, Social Networks, Microblogs etc auswählen. Ich wunderte mich zu dem Zeitpunkt etwas darüber, dass überhaupt gar keine Abfrage nach Usernamen oder Paßwörtern stattfand.

SocialU

So ca. sieht dann meine Übersichtsseite aus in der ich unter "networks" meine angegebenen SNs, Microblogs usw aufgelistet sehe. Grün unterlegt sind dabei diejenigen, bei denen ich gerade via SocialU eingeloggt bin. Klicke ich jetzt auf einen der Buttons, erklärt sich auch, wieso keine Abfrage nach irgendwelchen Daten erfolgt ist. Der Klick öffnet einen neuen Tab - genau wie in einem normalen Browser - und verlangt dann halt dort die Daten.

Was genau will SocialU jetzt eigentlich von mir? Ich muß zugeben, ich bin noch nicht ganz sicher. Da man dort sämtliche Homepage, Netzwerke etc favorisieren kann, hab ich das mal bei einigen testweise getan und freute mich zunächst über den Button, der dafür sorgen soll, dass beim nächsten Start von SocialU die jeweilige Seite gestartet wird. Wäre vielleicht ganz cool, wenn man dort dann übersichtlich die Social Networks oder Microblogs in einem Social Browser versammelt hätte, während der "richtige" Browser dadurch einigermaßen übersichtlich bleibt. Für meinen speziellen Fall liegt die Betonung auf "übersichtlich" ;)

Gesagt, getan - ich starte die Applikation nochmal (keine Ahnung, ob ein dahinsiechender PC oder eine ressourcenfeindliche Air-App diesen Vorgang so in die Länge zieht), werde auf die "Community-Seite" als ersten Tab geführt, sehe wie einige andere Tabs geladen werden und einige Sekunde später erkenne ich, dass im Grunde jetzt alles in Tabs geladen wurde, was ich vorher in den Einstellungen angegeben hab. Schön, wenn ich - wie gewünscht - Facebook, Twitter, FriendFeed usw angezeigt bekomme. Aber Seiten wie FlickR, YouTube, StumbleUpon usw brauche ich nicht jederzeit verfügbar als Tab. Werde mich jedoch später noch mal weiter in die Materie reinfuchsen, denn es muß ja wohl möglich sein, nur die Seiten zu öffnen, die ich vorher verlangt habe ;)

Ich habe bislang nicht mal eine Stunde mit SocialU verbracht, habe aber derzeit wenig Hoffnung, dass da noch so wesentlich mehr Zeit dazukommen wird. Mir wird der Mehrwert für mich nicht so ganz klar. Auch hier kann ich nun Freunde einladen oder neue Freunde finden, mir - wie in jedem anderen lifestreaming-Dienst auch - deren Streams reinziehen und kommentieren und zusätzlich halt kann ich jede angesurfte Seite kommentieren und bewerten. Fakt ist jedoch, dass es das alles irgendwie schon woanders gibt - und meistens sogar durchdachter.

Der Clou von SocialU (reimt sich nur unbeabsichtigt, aber aufgrund von Wortfindungsstörungen beim Autor des Beitrages wird der Satzanfang nun nicht mehr geändert *g*) soll jetzt ein Prämiensystem sein, welches an Second life oder auch an Plurk erinnert. Aktivität wird belohnt. Schaue ich mir einige Seiten an und bewerte sie, kommentiere ich die Geschehnisse bei meinen Freunden oder erweiter ich mein Netzwerk, dann bekomme ich dafür "Social Dollars" - also quasi bekomme ich Geld (welches es nicht wirklich gibt), um mir irgendwelche Goodies zu kaufen(die es natürlich auch nicht wirklich gibt)

In meinen wenigen SocialU-Minuten hab ich immerhin 96 SD angehäuft - davon könnte ich jetzt 96 virtuelle Pommes kaufen - Hammer, oder? Da das McDonalds HappyMeal teurer ist, kann ich mir davon leider gerade mal 32 Stück leisten. Ich wünschte, das reale Leben würde auch so funktionieren ;) Mit diesem Prämiensystem will man die User gleichermaßen aktiv als auch bei der Stange halten, bleibt abzuwarten, wie lange mich virtuelle Pommes satt oder wenigstens  glücklich machen.

Ansonsten bleibt festzuhalten, dass es - wie schon angesprochen - ne echte Ressourcen-Sau ist. Anfangs dachte ich noch, dass es ein guter Gedanke wäre, durch SocialU den Firefox zu entlasten und schlank zu halten, aber leider frisst SocialU noch mehr als Firefox. Darüber hinaus hab ich das Gefühl, dass die Seiten in SocialU nicht so schön dargestellt werden wie in den anderen Browsern.

Ich verspreche hoch und heilig, dass ich mich zu SocialU nochmal melden werde, sobald mir ein- oder aufgefallen ist, wieso dieses Tool für mich Sinn machen könnte. Wer Interesse daran hat, per Browser über seine Social Networks informiert zu bleiben, dem empfehle ich bis dahin eher Flock. Wer zusätzlich mehrere Instant Messenger übersichtlich verwaltet haben möchte neben Twitter, Facebook, MySpace und den divesen e-mail-Accounts, dem rate ich zu Digsby.

Wer sich SocialU mal anschauen möchte, der kann versuchen, ob er via mashable oder ReadWriteWeb einen Invite abzugreifen, zudem kann man sich hier beim Demogirl einen Screencast zu SocialU zu Gemüte führen.

 

 

 

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Aug 26

 

Es wird einem derzeit nicht leicht gemacht im ZwoNull-Business in diesen Tagen. Ein Beispiel: Gestern bewundere ich das überarbeitete, ziemlich twitterige Status-Eingabefeld bei Facebook. Weil ich schon mal da war, hab ich auch gleich meinen Status geändert: "Carsten fragt sich, wer überhaupt noch FriendFeed braucht, wenn Facebook so weiter macht"

Sicher nicht ungewöhnlich, dass man auf Plattform A auch mal Plattform B thematisiert. Aber bezeichnend für diese Lifestreamisierung der letzten Monate, dass ich einen Kommentar zu dieser Statusmeldung erhalte - auf Lifestream.fm!

Die auf Plattform A gestellte (rhetorische) Frage über Plattform B wird u.a. auf Plattform C zur Kenntnis genommen und kommentiert. Schöne neue Welt, oder? Ich mag diese Aggregiererei wirklich, aber fragt Ihr Euch nicht auch manchmal, wann bzw wo Schluß sein wird? Wieviel kann man noch verarbeiten an Signalen? Schon jetzt kann man ja unmöglich jeden Bericht lesen, jede Frage beantworten oder jedes Bild anschauen, welches über die Feed-Ströme über uns hereinbrechen.

Aus unserer Sicht betrachtet wird es immer wichtiger, die vermeintlich wichtigen Töne in diesem Noise-Universum herauszufiltern und die vermeintlich unwichtigeren Töne eher auszublenden. Was jetzt wichtig und unwichtig ist, entscheidet natürlich jeder für sich, entscheidend ist eher die Frage, wo man am ehesten diesen Lärm bearbeiten, abarbeiten, bewältigen kann.

Auf netzwertig.com gab es gestern einen lesenswerten Artikel zu dem Thema der Facebook-Statusmeldungen und welche Rolle diese Entwicklung für FriendFeed haben könnte. Wer es noch nicht gelesen hat: Nachholen, jetzt, sofort! ;)

Einen ähnlichen Gedanken wie Martin habe ich hier auch schon mal verfolgt und bleibe auch dabei: Vielleicht wird es Facebook sein, das den Lifestream-Gedanken in die weite Welt trägt - einfach weils ein Unterschied ist, ob Millionen von Facebook-Usern ein neues Feature ausprobieren möchten oder ob im stillen Blog-Kämmerlein von wenigen Tausend Internetschreiberlingen von FriendFeed geschwärmt wird.

Die breite Masse wird entscheiden, wo man sich in Zukunft zu informieren hat, wenn man die Datenströme seiner Freunde im Blick haben wird. Entweder sehen FriendFeed, Lifestream.fm und Co zu, dass sie genau dort hinkommen - oder man überläßt Facebook kampflos dieses Feld, welches sich das Social Network dann quasi im Vorbeigehen eingesackt hätte.

Zum Glück ist es ja noch lange nicht so weit. Zum Glück deswegen - bei aller Sympathie für Facebook - weil das innovativere und ausgefeiltere Tool natürlich immer das sein wird, welches von Menschen gestaltet wird, die nichts anderes im Fokus haben als eben das Lifestreaming. Bei Facebook wird es immer nur eine Facette eines Social Networks bleiben.

Andererseits muß man Facebook zugestehen, dass sie dort bereits Features bieten, die selbst FriendFeed noch nicht auf dem Zettel hatte und die nun implementiert werden. So kann man jetzt - endlich möchte man sagen - bei FriendFeed eigene Listen anlegen, um der Datenflut Herr zu werden. Klar konnte man manuell bestimmte Dinge aus dem Stream eines Freundes ausblenden, aber der Königsweg ist da doch eher der, der über von mir selbst definierte Usergruppen führt.

Listen in FriendFeedAuf diesem Bild sieht man die von FriendFeed vorgegebenen Listen: Favorites, Personal und Professional. Logischerweise ist es jedem selbst überlassen, ob er auf diese Vorschläge eingeht, oder lieber eigene Listen anlegt.

Ebenfalls eine Funktion, die es bei Facebook bereits gibt, ist der Upload von Fotos. Sobald das neue FriendFeed-Interface die Betaphase verläßt, wird es dann auch dort möglich sein und im Gegensatz zu Marcel denke ich, dass davon sicher auch eifrigst Gebrauch gemacht werden wird.

Im Großen und Ganzen jedenfalls ein schönes und fälliges Update, weil man auf die Noise-Entwicklung reagieren musste seitens FriendFeed.

 

 

 

 

Neben den Lifestream-Anbietern bewegen mich gerade vor allem die Entwicklungen auf dem Microblogging-Sektor. Wird Euch nicht entgangen sein, so Ihr hin und wieder hier mitlest ;)

Auch da steht man vor mehreren Alternativen: Nimmt man Twitter, weils am meisten verbreitet ist? identi.ca, weils open source ist? Plurk, weils so schön bunt und kommunikativ ist? Oder doch lieber Rejaw, der von allem etwas ist und statt 140 Zeichen immerhin 1000 Zeichen zur Verfügung stellt? Irgendwie find ich derzeit identi.ca am sympathischsten - dummerweise hat der laconica-Sproß natürlich noch nicht annähernd den Zuspruch wie Twitter. Daher ist es jedenfalls schon mal schön, dass man zumindest einen Weg gefunden hat, wie die "Dents" bei identi.ca zu Twitter transportiert werden können.

Das jedoch stellt mich direkt vor ein neues Problem: Manche Dinge sind eher für meine Freunde bei Twitter bestimmt, manches möchte ich lieber bei identi.ca oder Plurk loswerden. Hin und wieder bin ich der Meinung, alle Dienste gleichzeitig mit einer Statusmeldung oder einem Link bedienen zu müssen und verwende dazu das wunderbare ping.fm.

Was dabei jetzt mein Problem ist? Dass der Transport von identi.ca zu Twitter noch nicht so rund läuft, wie ich mir das wünsche. Soll heissen, dass meine Dents manchmal übermittelt werden an Twitter und manchmal leider nicht. Also hab ich jetzt die Wahl, ob ich bei ping.fm auf Twitter verzichte und dort gegebenenfalls gar keine Nachricht ankommt - oder Twitter bleibt genau wie identi.ca aktiviert und ich erzeuge ein Doppelposting bei Twitter (hier zu bewundern). Ist unter Euch vielleicht auch jemand mit einem ähnlichen Problem? Noch besser wäre allerdings jemand mit einer zum Problem passenden Lösung ;)

Die Frage ist schon lange nicht mehr, ob man mitziehen will bei der ganzen Status-Geschichte. Dafür sorgen eben auch die unzähligen Social Networks, die so gut wie alle nicht mehr ohne News-Feed und Statusmeldung auskommen. Die Frage ist eher, wie sehr man gewillt ist, sich damit auseinanderzusetzen und somit die größtmögliche Kontrolle zu erhalten und den größtmöglichen persönlichen Nutzen aus dem gewählten Lifestream zu ziehen.

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Aug 19

 

Im Gegensatz zu dieser Kameradin hier bin ich ein Fan von Lifestreaming-Diensten wie FriendFeed, FreundeNews oder eben Lifestream.fm. Wenn Ihr ihren Beitrag lest, findet Ihr dort einige Ansichten über das sich-im-Netz-zur-Schau-stellen, die ich hundertprozentig so unterschreibe. Aber in meinen Augen macht es keinen Unterschied, ob ich meine Saufbilder bei StudiVZ reinstelle, meinen Chef in meinem Blog disse und meine Ex-Freundin bei youporn der masturbierenden Öffentlichkeit präsentiere - oder ob ich diese 3 Dinge gebündelt in einem Feed ins Netz stelle. In beiden Fällen entscheide ich, wer was von mir zu sehen, hören, lesen bekommt und in beiden Fällen bin ich dafür verantwortlich und muß mir im Voraus über die Folgen im Klaren sein. Wie gesagt: D’accord, was die Frage nach der Verantwortung angeht, aber deswegen kann ich ja nicht den Service verteufeln, der - auf meinen Wunsch hin - meine sowieso schon öffentlichen Daten gebündelt weitergibt.

Sollte aber eigentlich gar nicht mein heutiges Anliegen sein, eine Lanze für Aggregatoren oder Lifestreaming-Dienste zu brechen - ich unterstelle dem Großteil meiner Leserschaft sowieso eine gewisse Affinität zu Services dieser Art ;)

Während sich Lifestream.fm immer noch in der geschlossenen Beta befindet, wird der aktuelle Service - meiner Meinung nach - sehr gut von Kleinbloggersdorf angenommen und wird sich sicher genauso wie ich über neue Features freuen. Heute wurden die Betatester nämlich von Lifestream informiert, dass sich dort Einiges getan hat. Folgende Funktionen erweitern den Umfang des deutschen FriendFeed-Konkurrenten:

  • Favoriten-Funktion
  • embedded YouTube-Videos
  • Social Bookmarking
  • Benachrichtigungen bei comments

Die Favoriten-Funktion erklärt sich im Grunde von selbst. Es gibt nun ein graues Herz-Icon, welches durch Anklicken - also Favorisieren des Beitrages - rot markiert wird. Zudem kann man sich über den "Everyone"-Button im Topmenü auch die Favoriten aller User anzeigen lassen, genauso wie deren Beiträge und Kommentare natürlich.

Zudem werden gespeicherte YouTube-Videos jetzt direkt im lifestream eingebunden, können also dort auf der Seite betrachtet werden und Social Bookmark-Dienste wie Mr.Wong oder StumbleUpon werden nun auch unterstützt.

Hört sich alles gut und durchdacht an und läuft für eine geschlossene Beta auch schon sehr rund :) Im hauseigenen Blog zeigen die Jungs ganz stolz - mit Recht - dass man sie bei FriendFeed ruhig auf dem Schirm haben sollte, wie der dort angegebene Alexa-Graph belegt.

 

 

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Aug 13

 

Das Web 2.0 hat viele Baustellen: Microblogs und deren Funktionalität, Social Networks im Wandel (Stichwort: Open social oder data availability), mobil nutzbare Social Networks, webbasiertes Operating System, Lifestreams und vieles mehr. Für denjenigen, der es - wie ich - aus der Ferne beobachten kann, ist es zweifellos eine sehr spannende Zeit: Viele Dinge, die in diesen Jahren entwickelt werden bzw in diesen Jahren den mainstream erreichen, werden in naher Zukunft unser Surfverhalten exorbitant verändert haben. Es wird selbstverständlich sein, im Mitmachnetz aktiv zu sein - egal, ob als Blogger, als User in einem Social Network oder als was auch immer.

Das betrifft uns Early Adopters genauso wie die Mutter, die per Netz Kochrezepte weitergibt und findet, den Vater, der online seinen Familienstammbaum verwaltet oder den Sohn, der seinen Abend in der Disco per Handy-Cam dokumentiert und per Microblog den entsprechenden Link zum Videostream und den Infos zur Location ins Netz gestellt hat, lange bevor er die Disco wieder verlassen hat. Dinge, die heute noch von einem verschwindend kleinen Teil der Internetnutzer bewerkstelligt werden können, werden uns - und "uns" meint damit jeden durchschnittlichen Surfer - schon bald in Fleisch und Blut übergehen.

Eines dieser Elemente, die gerade eine äußerst spannende Entwicklung erleben, sind die verschiedenen Aggregatoren bzw Lifestreams. Während einige dieser Anbieter lediglich FriendFeed nacheifern, können einige andere mit durchaus beachtenswerten Features aufwarten. Ihnen allen ist aber gemeinsam, dass sie weitestgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor sich hin aggregieren. Ändern könnte diesen Zustand vielleicht noch am ehesten Facebook. Was eventuell ein wenig nach der-findet-sowieso-alles-toll-was-Facebook-macht klingt, hat aber eher damit zu tun, dass kein Social Network sowohl über eine breite Userschaft als auch über einen ansehnlichen Newsfeed verfügt - abgesehen von Facebook.

Seit der Neuausrichtung des Facebook-Interfaces hat sich nicht nur das Design und die Anordnung der Funktionen verändert. Auch der Newsfeed entwickelt sich nach und nach zu einem echten FriendFeed-Zwilling. Jetzt zündet Facebook die neueste Stufe des News-Feed: Konnte man den Feed bislang nur sehr rudimentär nach seinen Wünschen justieren, werden diese Funktionen nun weiter aufgebohrt. Konnte man vorher lediglich nach Fotos, Statusmeldung usw filtern, kann man sich nun ans Feintuning begeben und kann u.a. nach selbstangelegten Freundeslisten oder gar einzelnen Freunden filtern und nur den entsprechenden Newsfeed lesen.

Mag sein, dass man damit vielleicht immer noch längst nicht da angekommen ist, wo FriendFeed heute bereits ist, aber das wird - auf gut Deutsch gesagt - die Facebook-User einen Scheiss interessieren. Der durchschnittliche Facebook-User sieht sich hier zum ersten Mal mit einem solchen lifestreaming-Feature konfrontiert und nur die wenigsten werden sich auf die Suche nach reinen Aggregatoren wie FriendFeed machen, wenn sie eine etwas abgespeckte Variante innerhalb ihres bevorzugten Social Networks nutzen können.

Apropos Feed: Auch bei den RSS-Feedreadern tut sich was. Zum Lesen meiner RSS-Feeds nutze ich tagtäglich den Google Reader. Zusätzlich hab ich auch feedly im Einsatz, aber eher sporadisch. Feedly sieht richtig toll aus - ich mag den Magazin-Look, in welchem meine Feeds aufbereitet werden. Aber um ehrlich zu sein: Wenn ich nach der Arbeit nach Hause komme, sehe ich mich über 1000 neuen Meldungen fast hilflos ausgesetzt. Während ich uninteressantere Dinge im Google Reader recht schnell abarbeiten kann, sieht das bei feedly leider anders aus. Durch die optisch anspruchsvollere Aufbereitung wird hier beim Lesen wesentlich mehr Zeit gebunden. Dem will feedly nun entgegenwirken mit dem feedly-"River". Edwin Khodabakchian - der feedly-Entwickler - betont zwar, dass sich feedly nach wie vor an den "normaleren" User wendet, aber mit dem River möchte man den Power-Readern dann doch einen Schritt entgegenkommen.

TechCrunch fasst die neuen Funktionen zusammen:

    • Longer lists of 200+ articles, loaded on demand as you scroll.

    • Ability to set various type of filters: unread, category, subscription.

    • Keyboard shortcuts - the same as Google Reader

    • Ability to click on the summary of an article and expand it inline.

    • Ability to play video and listen to podcasts directly from the list.

    • Google Reader-like ability to automatically mark articles as read while scrolling

    • Summize-like notifications when new articles are published.

Somit kann man nun Feedly - gerade als Google Reader-gewohnter Nutzer - auch ähnlich effektiv nutzen, ohne auf die schöne Aufbereitung verzichten zu müssen.

Ach ja - bevor mir da wieder Klagen kommen: Den Tippfehler in der Überschrift hab ich natürlich absichtlich eingebaut ;)


YouTube Direkt

 

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Aug 04

 

StudiVZ

 

 

 …wie ich zugeben muß, machen sie es ja mit Abstrichen sogar zu Recht: Wer mit einem komplett innovationsresistenten Konzept nicht nur die Nr.1 unter den deutschen Social Networks wird, sondern zwei ähnlich biedere Plattformen hinterherschiebt, die dann auch ähnlich erfolgreich werden, muß irgendwas richtig gemacht haben.

Dabei handelt es sich vermutlich um die Geschichte mit dem richtigen Ort und der richtigen Zeit. Wie auch immer, das StudiVZ war da, als Millionen Studenten danach lechzten, sich schnell mit ihren Mitstudenten auszutauschen. Sicher spielt dabei auch eine Rolle - siehe WKW - dass man das Prinzip sehr simpel gehalten hat, was einer schnell wachsenden Community natürlich sehr förderlich ist.

Erfolg hin oder Neid her, Fakt ist nun mal, dass StudiVZ immer noch sowas wie das Bayern München in der Social Network-Bundesliga sind.

Wenn ich bei StudiVZ den Fußball als Bildnis heranziehe, dann kann man bei Netzökonom Holger Schmidt ruhig mal den Begriff "Champions-League-Teilnehmer" in den Mund nehmen. Er hat sich mit Marcus Riecke - StudiVZ CEO - getroffen, um die neuesten Zahlen und die Zukunftsvisionen von StudiVZ zu besprechen und - wie für ihn üblich - auch mal durchaus kritisch zu hinterfragen.

Marcus Riecke jubelt natürlich über die tollen Zahlen, die sich bis zum Jahresende so positiv entwickelt haben werden, wie man es selbst als Vorgabe ausgegeben hatte (14 Mio User kummuliert aus StudiVZ, SchülerVZ und meinVZ)

Vielleicht ist es nur meine persönliche Abneigung gegen ein Portal, dessen Sinn und Erfolg ich nicht begreifen kann, aber meiner Meinung nach sollte man es nicht als zu großen Erfolg werten, wenn sich 95% der angemeldeten Nutzer mindestens einmal im Monat dort sehen lassen. Auch die von meinVZ angeblich widerlegte These, dass nur Studenten und Schüler täglich ins Internet gehen würden, ist hier und da auch schon vor einigen Jahren mal widerlegt worden *g* Witzig auch, dass er Konkurrenten aufzählt und Facebook dabei - vermutlich versehentlich - auslässt. Aber Schmidt erinnert ihn glücklicherweise daran, dass es da in Kalifornien noch eine kleine Social-Network-Klitsche gibt, die irgendwie sogar öfters mal mit dem StudiVZ in Verbindung gebracht wird bzw umgekehrt.

Interessanter als Rieckes Selbstbeweihräucherung find ich das Eingeständnis, dass man bei Open Social mehr so mitschwimmt, als wirklich selbst aktiv vorneweg zu rennen. Er bringt sogar die Blogger ins Spiel, welche nämlich falsch liegen mit der Ansicht, dass der Nutzer 100000 Anwendungen möchte. Naja, niemand möchte 100000 Anwendungen - aber gerne möchte ich aus einem riesigen Pool aus Anwendungen die für mich relevanten Perlen herausfischen. So find ich es schon klasse, last.fm oder FriendFeed in meine Social Networks einbinden zu können und ich bin überzeugt davon, dass sich auch eine große Userzahl bei den VZs dafür erwärmen könnte. Open Social ist für Riecke eher aus Monetarisierungsgründen interessant und da blitzt für einen kurzen Augenblick fast schon der Visionär in ihm auf:

Ich glaube, dass Open Social vor allem für die werbetreibende Wirtschaft interessiert ist, wenn sie Werbekooperationen wollen, die über Standard-Display-Werbung hinausgehen will. Mit Open-Social-Anwendungen lassen sich Werbeanwendungen entwickeln, die in vielen Netzwerken funktionieren und damit die nötige Reichweite erzielen können.

Er erwähnt eine StudiVZ-Gruppe, die eine schon beachtliche Größe erreicht hat und getrieben wird von dem Wunsch, Markenprodukte günstig erwerben zu können. Da hat Riecke sicher Recht, wenn er denkt, dass man dort ansetzen könnte, wenn man mit einem Social Network Geld verdienen möchte. Schließlich äussert man als User dieser Gruppe ja seine Konsumbereitschaft und macht sich dadurch interessant für die werbende Zunft.

Ansonsten äußert sich Marcus Riecke ähnlich wie die Konkurrenten von Facebook, wenn er sagt, dass die oberste Priorität auf dem Wachstum liegt und erst danach die Monetarisierung interessant ist.

Ich muss zugeben, dass ich eine weitere Innovation noch nicht wirklich verstanden habe, die in dem Interview angesprochen wurde. So ist für die Zukunft ein News-Feed angedacht, der sich aber von den derzeit verbreiteten Feeds der Konkurrenz unterscheiden soll:

Wir haben ein besseres Konzept. Wir empfinden das automatisierte Versenden der News als anstrengend. Das wollen die Nutzer nicht. Wir werden das eleganter machen.

Klar, Herr Riecke - Dinge, die automatisch erledigt werden, sind immer anstrengender, als wenn man es manuell erledigen müsste ;) Auf das elegante Konzept bin ich jedenfalls gespannt und werde der erste sein, der es anerkennend erwähnt, sollte es wirklich innovativ, elegant und überhaupt besser sein sollte - allein mir fehlt der Glaube ;)

Desweiteren kündigt man einen Messenger und Terminplaner an und will auch den Weg zum mobilen Social Network forcieren. Zumindest diese drei Punkte klingen interessant und bei der mobilen Ausrichtung sogar zwingend nötig.

Wenn man in Zukunft mehr Energie auf die künftigen Innovationen verschwendet statt auf schwachsinnige Rechts-Streitereien, könnte man sich vermutlich auch noch ein wenig länger gegen die technisch übermächtige Konkurrenz erwehren.

 

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Jul 31

 

Wenn man sich überlegt, wie lange die Menschheit in Wort und Bild miteinander kommuniziert, sich die Entwicklung von Höhlenmalereien über Papyrusrollen und der Revolution durch die Erfindung von Buchdruck, Radio und TV vor Augen führt, der kommt nicht umhin, dem Internet eine ganz aussergewöhnliche Rolle zuzugestehen. Verglichen mit dem Tempo der Übermittlung von Information im Laufe der Jahrhunderte macht das Internet Jahr für Jahr neue Quantensprünge.

Beinah altbacken scheint heutzutage eine normale e-mail zu wirken. Die Zahl der Informationsquellen ist nahezu grenzenlos. Neben der e-mail hat man sich - logischerweise - auf den normalen, relevanten News-Seiten herumgetrieben (und tut es natürlich immer noch), sich über Instant Messenger ausgetauscht und in Newsgroups jedes erdenkliche Thema behandelt. Auch in Foren oder Chats wurde und wird sich eifrig mit Informationen beworfen. Während diese Arten der Nachrichtenverbreitung - genauso wie das Bloggen - aber schon seit vielen Jahren bzw mittlerweile sogar Dekaden bekannt und weit verbreitet sind, haben die Dinge, die uns aktuell - gerade in Kleinbloggersdorf - auf Trab halten, den Mainstream noch lange nicht erreicht. So was wie der inoffizielle Startschuß war Twitter. (note to self: Photoshop-Bild basteln mit sakralem Flair, Bildunterschrift: Am Anfang war Twitter ;) ) Ich gehe mal nicht auf die diversen copycats und Erweiterungen ein, es reicht allein das Wissen um die Funktion des Microblogs. Nachrichten werden in komprimierter Form um die Welt geschickt. Egal, ob ich im Epizentrum eines Erdbebens wohne, gerade meinen Job oder meine Freundin verloren hab oder ob ich nicht weiss, welcher Belag am sinnigsten für das demnächst zu essende Brötchen sein könnte - keine Information ist so unwichtig, dass man sie nicht seinen Followern zugänglich machen sollte.

Immer wichtiger wird heutzutage, diesen reissenden Strom an Informationen zu kanalisieren. Eine Revolution - leider meiner Meinung nach von der breiten Masse immer noch unterschätzt - war das Einführen der RSS-Feeds. Zusammen mit einem Werkzeug wie z.B. dem Google Reader filtert und liest man eine Vielzahl von News-Seiten und Blogs in wesentlich kürzerer Zeit, als wenn man die Seiten nacheinander abgrasen müsste. An diesem Punkt spätestens klinken sich die allermeisten Internetnutzer aus. Die Wenigsten lesen im Gegensatz zu Bloggern und anderen Web 2.0-Verstrahlten 20 verschiedene Online-Zeitungen, unzählige Blogs und sonstige abonnierbare Services. Ich verbringe nach der Arbeit wohl erstmal mindestens eine Stunde mit dem Abarbeiten meiner RSS-Feeds. Dabei ist "Abarbeiten" aber eine unglücklich gewählte Vokabel, denn als Informations-Junkie liebe ich es, unzählige Informationen in mich aufzusaugen.

Der nächste Quantensprung waren bzw sind die unzähligen Aggregatoren, welche im Fahrwasser von friendfeed fast täglich das virtuelle Licht der Welt erblicken. Friendfeed fasst die verschiedensten Ströme zu einem einzigen zusammen. Meine Blogbeiträge, meine Tweets, diverse Statusmeldungen, Microblogging-Geschichten oder favorisierte Seiten, Fotos und Songs setzen sich zu einem Gesamtbild zusammen, welches meinem Follower ein Vielfaches mehr an Information liefert, als man sich auf irgendeine andere Weise zusammensuchen könnte. Je aktiver ich im Netz bin und das dokumentiere, desto genauer ist auch das Abbild, welches man bei friendfeed von mir vorfindet. Auf diese Weise finden sich bei friendfeed oder sonstigen Seiten wieder neue Gleichgesinnte, die die bevorzugten Themen besprechen und vertiefen können.

Um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: Wie viel Information braucht der Mensch - können wir nun erkennen, dass es auch bei friendfeed eine Flut von Nachahmern und Weiterentwicklern gibt, denen allesamt zu folgen natürlich unsinnig wäre. Interessant für mich wäre jetzt mal Eure Meinung, an welcher Stelle im Netz Ihr dem Datenstrom folgt. Ist es ausschliesslich friendfeed? Ist es vielleicht noch nicht mal friendfeed, sondern "nur" Twitter oder der RSS-Reader? Oder probiert Ihr sämtliche Angebote durch, in der Hoffnung, die eierlegende Wollmilchsau zu finden, auch bekannt unter dem Begriff "the next big thing"?

In den letzten Wochen habe ich mich bei mehreren dieser Dienste angemeldet. Schön, dass langsam auch die deutschen Startups in die Puschen kommen und wir mit lifestream.fm und FreundeNews gleich zwei Vertreter dieser Gattung ins Rennen schicken können. Klar wird hier das Rad nicht neu erfunden, aber wichtig bei den beiden ist es - aus Sicht der deutschsprachigen User, dass hier eben auch die Communities berücksichtigt werden, die für uns Sinn machen und auf die man bei friendfeed vermutlich ewig warten müsste.

Neu erfahren habe ich heute zum Beispiel von einer Seite namens Social Oyster. Auch hier werden verschiedenste Informationen von Twitter, flickR, delicious (ja, so schreibt man die seit heute *g*), last.fm und andere aggregiert. Witzig finde ich dabei, dass man - auch ohne angemeldet zu sein - auf die Startseite gelangt, die einer Suchmaschine gleicht und die einem alle verfügbaren Daten über einen gesuchten Usernamen auswirft. So zeigt er bei der Suche nach meinem Twitternamen nicht nur meinen aktuellen Tweet, sondern auch alle meine Follower - und was ich besonders gelungen finde - zeigt mir auch eine googlemaps-Übersicht mit der Herkunft meiner Twitter-Freunde. Twitter-Karte

Bei manchen Bloggern hab ich mich zwar gefragt, ob die wirklich da wohnen, wo es mir die Karte vorgaukelt, aber das werde ich ein anderes Mal untersuchen ;)

Ebenfalls neu im Rennen ist socialmedian. Ein Aggregator, der ein wenig wie ein friendfeed-digg-mashup wirkt. Im Gegensatz zu reinen Social News-Seiten wie digg wird hier nämlich auch sehr viel Wert auf die Interaktion mit seinen Friends/Followern gelegt. Ich muss zugeben, dass ich mich in der geschlossenen Phase zwar angemeldet hab, aber nie wirklich ergründet habe, ob und was dieser Service imstande ist zu leisten. Heute ist es mir durchs Öffnen für alle User wieder über den Weg gelaufen und so hab ich mal reingeschaut und finde, dass socialmedian durchaus das Zeug hat, sich einen festen Platz im Noise-Business zu erarbeiten. Schwer beeindruckt war ich schon von der rasend schnellen Importfunktion meiner diversen Blogs, Seiten und Accounts. Dadurch, dass ich mich den verschiedensten Gruppen und News-Themengebieten anschliessen kann, erzeuge ich grundsätzlich natürlich noch mehr Noise, als ich sowieso schon hatte, aber wenn man sich die Zeit nimmt, seine bevorzugten Themen zu filtern und per socialmedian zu verfolgen, kann man sich aber auch sicher sein, dass man mit hochwertigem Content belohnt wird. Also wer es noch nicht kennt, unbedingt mal anschauen!

Verdammte Axt - kann nicht glauben, dass ich wieder ein so ellenlanges Blogposting verfasst habe - gelobe hiermit feierlich, dass ich mich morgen kürzer fassen werde ;)

Grundsätzlich und abschliessend möchte ich jedoch noch sagen, dass es in meinen Augen zwar unterschiedlich gute Aggregatoren gibt, aber dass sich darunter kein wirklich Schlechtes befindet. Es liegt an Jedem persönlich, wo ihm das Look and Feel am Besten gefällt, wo man seine persönlich wichtigen Portale und Accounts einbinden kann und wo man die Leute erreichen kann, die man unbedingt erreichen möchte. Man sollte also ruhig mehrere ausprobieren und vergleichen - ein kanalisierter Datenfluss wird Eure Belohnung sein ;)

 

 

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Jul 07

 

Robert Basic macht es oft genug, viele andere Blogger tun es auch und jetzt will ich es auch mal tun: Eine Idee weiterspinnen. Meistens durchforstet man seine Quellen (FriendFeed/Twitter/RSS-Feeds, whatever), um auf dem Laufenden zu bleiben und um die Dinge zu finden, die einem bloggenswert erscheinen. Das sieht bei mir so aus, dass ich der Meinung bin, eine Information zu einem - in diesem Fall hier - zweipunktnull-relevanten Thema in irgendeiner Art und Weise aufzubereiten. Ich versuche, diese Information dann so zu präsentieren, dass man damit etwas anfangen kann, auch wenn man als Leser gerade nicht so total im Thema steckt. Dazu gehören dann die üblichen Dinge wie Quellen, weiterführende Links usw. Aber mir ist mal aufgefallen, dass ich in 99 Prozent der Fälle lediglich eine Nachricht weiterverbreite und sie zusätzlich kommentiere.

Wenn man aber - und deswegen fiel mir gerade der geschätzte Kamerad Basic ein - sich in einem Thema gut auskennt, dann könnte man auch ruhig mal einen Schritt weiter gehen: Man könnte neben dem Weiterverbreiten und Kommentieren auch ruhig mal die Geschichten weiterspinnen. Wo entwickelt sich das Startup X hin oder was wäre ein nettes Feature für Produkt Y?

Nehmen wir an, dass dieses Produkt Y nun nicht Y, sondern Plurk heisst. Bei Plurk gibt es nicht dieses - in der Blogosphäre weit verbreitete -Schwarz/Weiss-Denken. Es gibt nicht nur die Hälfte der Leute, die es nutzen und lieben, und auf der anderen Seite diejenigen, die es nicht nutzen und verabscheuen. Plurk wird u.a. von Leuten genutzt, die mit Twitter nicht wirklich was anfangen können, andererseits gibt es genug "Plurker", die auch einen Twitter-Account nutzen. Ich selbst gehöre zu den Usern, die hin und wieder die gleichen Dinge über verschiedene Kanäle schreiben (ping.fm sei Dank *g*), aber eben auch die verschiedenen Microblogging-Dienste unterschiedlich für mich bewerte und daher auch unterschiedlich nutze. Plurk ist für mich seltener eine Info-Beschaffungsquelle als Twitter - dafür ist es viel eher für mich als Zeitvertreib geeignet im Vergleich zu Twitter.

In vielerlei Hinsicht ist Plurk für mich eine Applikation, die entstanden ist, weil irgendwelche Leute sich Gedanken gemacht haben, was bei Twitter nicht so rund läuft, was man zusätzlich integrieren könnte usw. Wenn wir die Stabilität von Microblogs hier heute mal komplett aussen vor lassen, bleiben dennoch einige Dinge übrig, die Plurk für mich interessanter machen als Twitter. Nach wie vor finde ich die Darstellung der Timeline sensationell. Ich kann sehr schnell den vergangenen Tag nachträglich per Timeline betrachten, mir die Plurks raussuchen, die mich interessieren und direkt auch an richtiger Stelle kommentieren bzw beantworten, ohne dass der Plurker der Ausgangsnachricht jetzt rumrätseln müsste, auf welche seiner Statements ich mich beziehe. Viel, viel besser gelöst als bei Twitter oder anderen Microblogs.

Desweiteren schätze ich besonders die Möglichkeit, neben Links, Smileys und Grafiken auch direkt Videos in meine Plurks einbinden zu können. Schön, dass die erstgenannten Möglichkeiten bestehen, aber die Geschichte mit den Videos, die ich direkt in der Timeline betrachte, find ich überragend.

Jetzt - nur gefühlte knapp 5000 Worte nach der Überschrift - kommen dann auch die Dinge ins Spiel, auf die ich eigentlich hinauswill. Features, die es nicht gibt, vielleicht auch nie geben wird, aber die mir gefallen würden. Zunächst mal fänd ich es schön, wenn die Youtube-Geschichte ausgeweitet würde sowohl auf andere Videoportale als auch auf Audioquellen. Beim Stichwort Audio könnte ich mir z.B. sowas wie ein Plurk/Last.fm-mashup vorstellen.

Wir haben schon die ein oder andere Achtziger Jahre- oder HipHop- oder sonstwas-Party virtuell gefeiert dank dieser Videofunktion - wäre schön, wenn man eben auch Songs einbinden könnte, die nicht nur bei Youtube oder gar nicht als Video zur Verfügung stehen.

Weiter - und auch da muss ich wieder etwas ausholen - gefällt mir die Idee, einen virtuellen Sampler zu erstellen, so wie man es zB bei muxtape kann. Vor einigen Jahren haben wir im Depeche Mode-Forum anläßlich des anstehenden Herbstes mal einen Haufen Songs gesammelt, die thematisch in diese Jahreszeit passen. Auf diese Weise ist ein Sampler entstanden, den es so natürlich nie wirklich gegeben hat, aber der nicht nur wunderschöne Songs, sondern für einzelne Forums-Mitglieder auch ganz neue musikalische Impulse und Inspirationen gebracht hat.

Ähnliches geschieht derzeit auch oft abends beim "Plurken". Jemand postet ein Video und jemand anders reagiert darauf mit einem anderen, aber dazu passenden Video - oftmals erweitert man so seinen musikalischen Horizont und kann seinen Lieblingsbands oder -Songs noch den ein oder anderen Namen hinzufügen.

Da wäre es doch klasse - wenn gerade in Zeiten des wild-im-Netz-herum-Aggregierens - eine Möglichkeit bestünde, aus einem Plurk (besser vielleicht noch aus einer anzuwählenden Menge verschiedener Plurks) per Aggregator eine Playlist zu erstellen. Leider bin ich viel zu wenig Programmierer, um die Machbarkeit einer solchen Geschichte einschätzen zu können, aber ich persönlich würd eine Applikation (ein Greasemonkey-Skript oder was auch immer) lieben, welche mir aus einem ausgewählten Plurk-Dialog direkt eine Youtube-Playlist anlegt oder in irgendeiner anderen Form eine Liste aggregiert, die ein direktes hintereinander-Abspielen dieser Songs/Videos ermöglicht. Rechtlich beweisen doch viele Startups und Homepages (laut.fm, last.fm, muxtape, tape.tv usw) dass es Wege gibt, auf legalem Weg im Internet an Musik zu gelangen auch jenseits von iTunes und musicload, also müsste sich doch auch dafür eine Möglichkeit finden lassen, oder?

Ihr könnt Euch gern äussern, ob Ihr die Idee gut oder beknackt findet, ob Ihr vielleicht Plurk generell beknackt findet oder für überbewertet haltet ;) - aber am Liebsten wäre mir jemand, der mir sagt, dass so eine Idee kinderleicht umsetzbar wäre - und das am besten auch direkt durchzieht ;) (…oder der mir sagt:"sowas gibt es doch bei plurk schon längst, Idiot und Du findest es da und da" ;) )

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