Aug 24

 

Dass ich riesiger last.fm-Fan bin, hab ich vermutlich schon mal hier erwähnt. Aber das ist ja nicht das Ende der musikalischen Fahnenstange. Wenn ich für mich persönlich resümiere, wo und wie ich am meisten Musik kennengelernt habe im Netz bzw wo ich mich am meisten mit Musik auseinandergesetzt habe, dann verbinde ich das mit zwei Plattformen: Eben bereits erwähntes last.fm und auch MySpace. Ich halte es nach wie vor für einen der größten Trümpfe von MySpace, sich zu einem sehr frühen Zeitpunkt um Bands und Musiker bemüht zu haben. Im Gegensatz zu Facebook ist jeder große Künstler bei MySpace entweder selbst oder durch unzählige Fanpages vertreten und auch für die unbekannten Künstler ist es eine sensationell einfache Möglichkeit, seine Musik einem großen Publikum anzubieten. Während bei Facebook, die mit ilike als Premiumpartner versuchen, dort halbwegs mit MySpace mitzuhalten, kann man bei anderen Social Networks nicht annähernd sowas wie eine Strategie erkennen, den Markt "Musik" (oder auch Film) in die eigene Plattform einzubinden.

Ich würde aber last.fm und MySpace nicht als Konkurrenten bezeichnen. Da gibt es einige andere, die eher last.fm das Wasser abgraben könnten.

Recht frisch dabei ist blip.fm, welches wirkt wie ein last.fm/twitter-mashup. Man sucht sich einen Song (schade, dass die interne Suche nicht auf so sehr viele Songs zugreifen kann), und "twittert" anschließend Artist+Songname und einen Kommentar dazu. Ist eine schöne Idee eigentlich, aber über kurz oder lang wird last.fm sicher selbst eine Microblogging-Funktion aufbieten. Bis es soweit ist, kann man sich mit einer Applikation behelfen, die automatisch die "geliebten" Songs twittert. Das sieht dann so aus:

Lastfm to twitter

Wie Ihr seht, werden neben den Hash-Tags "lastfm" und "love" auch Künstler und Songtitel genannt und hintendran gibt’s dann noch den Link, der zum Song bei last.fm führt. Ist ein nettes Zusatz-Feature, bei dem man sich aber darüber im Klaren sein sollte, dass es den Followern eventuell übel aufstoßen könnte, wenn man alle 3 Minuten oder gar öfter einen Tweet mit einem geliebten Titel absendet. Sollte sowas mal direkt über last.fm möglich sein, hoffe ich, dass man dafür einen Extra-Button einbaut. Besser noch wäre eine Funktion wie bei blip.fm, wo man den gehörten Song gleich auch noch mit einem Kommentar versehen kann.

Während blip.fm aber eher ein Microblog mit Schwerpunkt Musik ist, gibt es für last.fm durchaus auch ernstzunehmendere Konkurrenten. Sowohl last.fm als auch MySpace müssen um die Vorherrschaft bei den Musik-Communities gegen imeem bestehen. Wie zB bei readwriteweb berichtet, holt imeem zum ganz großen Schlag aus. In den Vereinigten Staaten ist man hinter Facebook und MySpace bereits das größte Social Network und nach den neusten Zahlen auch die größte Music-Streaming-Geschichte klar vor last.fm. 65000 Neuanmeldungen täglich(!) sind wohl ein Indiz dafür, dass es Sinn macht, alle vier großen Companies (EMI, Universal, Sony, Warner Music) im Rücken zu haben.

Ich persönlich finde Imeem weitaus weniger übersichtlich als last.fm. Es gibt natürlich ebenfalls ein riesiges Musikangebot, kann wie bei last.fm natürlich auch playlists erstellen und man kann sogar gezielt nach playlists suchen - ein Feature, welches ich bei last.fm noch vermisse. Darüber hinaus hat man mehr Möglichkeiten, seine Profilseite zu gestalten. Ein Mehr an Möglichkeiten bedeutet aber natürlich gleichzeitig ein Sammelsurium an verschiedenen Designs, Anordnungen der Sidebars und die wildesten Hintergründe. Während sich das Look and Feel ähnlich wirsch darstellt wie bei MySpace, kann man sich durch seine Widgets klar von MySpace abgrenzen: Meinen Player oder einzelne Songs bzw Videos kann ich auf diese Art auf verschiedenen Homepages, Blogs und Social Networks problemlos einbinden.

Mich würde interessieren, welche Erfahrungen Ihr persönlich mit Imeem gemacht habt. Ich persönlich mag das Look and Feel bei last.fm wesentlich mehr und zudem ist es bei der Suche nach meinen persönlichen Göttern "Depeche Mode" mehrfach vorgekommen, dass ich auf falsch getaggte Songs gestoßen bin in anderen playlists. Ich muß allerdings auch zugeben, dass ich mich mit Imeem noch nicht ansatzweise so weit auseinandergesetzt habe wie mit last.fm.

Nach dem Abgesang auf Pandora bleiben also diese beiden übrig, was die großen Streaming-Portale angeht. Wenn ein kleinerer Dienst wie muxtape verschwindet, kann da schon eher ein neuer nachrücken - im Fall muxtape z.B. 8tracks. Bleibt allerdings abzuwarten, wie lange diese Seite den Musikfans erhalten bleibt.

Liege ich überhaupt richtig mit meiner Ansicht, dass es eine Grundsatzentscheidung ist - last.fm oder Imeem? Oder kann man sich auf Beides einschiessen? Nutzt Ihr einen dieser Dienste oder beide? Oder geht Ihr beim Musikhören einen ganz anderen Weg: MP3 downloads via iTunes oder musicload usw, Web-Radio oder Angebote wie songza?

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Aug 07

 

Der heutige Titel ist einem eher nervigen als tollen Song entliehen. Soll auch nur auf mein Programm ab morgen hinweisen. Naja, so in etwa, denn ich persönlich hab ja schon bei einem Tag wach meine Probleme ;)

Lange Rede, fast überhaupt kein Sinn: Ich werde an diesem Wochenende nicht am heimischen Rechner sitzen, sondern mich beim Meraluna-Festival in Hildesheim der Musik, der Leute, der Getränke und vermutlich des Regens erfreuen. Die ein oder andere Gelegenheit für einen Beitrag wird es geben, aber um einsetzender Massenflucht entgegenzuwirken kündige ich lieber an, dass ich wohl erst ab Montag wieder in alter Form hier weiterschreiben werde - was immer das heißt ;)

Allerdings möchte ich nicht so einfach ins Wochenende gehen, ohne Euch wenigstens ein kleines zweinulliges Gimmick zu hinterlassen :) Durch das nerdTainment-Blog bin ich auf mixwit gestoßen. Dieser Service bietet Euch - ähnlich wie muxtape - an, dort selbst ein virtuelles Mixtape erstellen zu können. Dadurch, dass ich mich zuhause abwechselnd von meinen eigenen CDs, mp3s, Internet-Radios oder meiner last.fm-playlist berieseln lasse, hab ich den verschiedenen Services zum Erstellen eigener Compilations bislang noch nicht viel Beachtung geschenkt. Durch das3zehn, der eben via Twitter seinen neuen Beitrag publik gemacht hat, hab ich mixwit dann mal im Einsatz gesehen und bin direkt dem nostalgischen Charme erlegen, glaub ich ;)

Man meldet sich dort recht unkompliziert an und kann direkt loslegen mit mixtapen ;) mixwit bedient sich der Quellen seeqpod und skreemR, die sich rechtlich ja in einer Art Grauzone bewegen, indem sie das Netz nach Audio-Files durchsuchen. Per Drag and drop kann ich das Lied, welches ich vorher auch noch probehören kann, in mein Mixtape einbinden. Logischerweise kann man die Reihenfolge später noch optimieren, im Gegensatz zu der gängigen Praxis in den achtziger Jahren ;) Man benennt sein Tape und kann dann auch noch das Design bearbeiten, indem man ein Foto hochlädt.

Wenn das Tape letzten Endes abgespeichert wird, kann man entweder diesen Link mit seinen Freunden teilen, oder man bindet es direkt irgendwo anders ein, so wie ich es beispielsweise jetzt hier im Blog tue. Genauso gut kann man es bei MySpace, iGoogle und unzähligen anderen Services integrieren.

Ist jedenfalls sehr einfach in der Handhabung und durchaus eine witzige Idee, um anderen Leuten im Netz seinen Musikgeschmack näherzubringen :)

Apropos: Hier dann mal meine musikalische Einstimmung auf das Meraluna :)

Ich wünsche allen Lesern hier schon mal ein ereignisreiches und möglichst regenfreies Wochenende *wink*

 

Mixwit

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Jul 07

 

Robert Basic macht es oft genug, viele andere Blogger tun es auch und jetzt will ich es auch mal tun: Eine Idee weiterspinnen. Meistens durchforstet man seine Quellen (FriendFeed/Twitter/RSS-Feeds, whatever), um auf dem Laufenden zu bleiben und um die Dinge zu finden, die einem bloggenswert erscheinen. Das sieht bei mir so aus, dass ich der Meinung bin, eine Information zu einem - in diesem Fall hier - zweipunktnull-relevanten Thema in irgendeiner Art und Weise aufzubereiten. Ich versuche, diese Information dann so zu präsentieren, dass man damit etwas anfangen kann, auch wenn man als Leser gerade nicht so total im Thema steckt. Dazu gehören dann die üblichen Dinge wie Quellen, weiterführende Links usw. Aber mir ist mal aufgefallen, dass ich in 99 Prozent der Fälle lediglich eine Nachricht weiterverbreite und sie zusätzlich kommentiere.

Wenn man aber - und deswegen fiel mir gerade der geschätzte Kamerad Basic ein - sich in einem Thema gut auskennt, dann könnte man auch ruhig mal einen Schritt weiter gehen: Man könnte neben dem Weiterverbreiten und Kommentieren auch ruhig mal die Geschichten weiterspinnen. Wo entwickelt sich das Startup X hin oder was wäre ein nettes Feature für Produkt Y?

Nehmen wir an, dass dieses Produkt Y nun nicht Y, sondern Plurk heisst. Bei Plurk gibt es nicht dieses - in der Blogosphäre weit verbreitete -Schwarz/Weiss-Denken. Es gibt nicht nur die Hälfte der Leute, die es nutzen und lieben, und auf der anderen Seite diejenigen, die es nicht nutzen und verabscheuen. Plurk wird u.a. von Leuten genutzt, die mit Twitter nicht wirklich was anfangen können, andererseits gibt es genug "Plurker", die auch einen Twitter-Account nutzen. Ich selbst gehöre zu den Usern, die hin und wieder die gleichen Dinge über verschiedene Kanäle schreiben (ping.fm sei Dank *g*), aber eben auch die verschiedenen Microblogging-Dienste unterschiedlich für mich bewerte und daher auch unterschiedlich nutze. Plurk ist für mich seltener eine Info-Beschaffungsquelle als Twitter - dafür ist es viel eher für mich als Zeitvertreib geeignet im Vergleich zu Twitter.

In vielerlei Hinsicht ist Plurk für mich eine Applikation, die entstanden ist, weil irgendwelche Leute sich Gedanken gemacht haben, was bei Twitter nicht so rund läuft, was man zusätzlich integrieren könnte usw. Wenn wir die Stabilität von Microblogs hier heute mal komplett aussen vor lassen, bleiben dennoch einige Dinge übrig, die Plurk für mich interessanter machen als Twitter. Nach wie vor finde ich die Darstellung der Timeline sensationell. Ich kann sehr schnell den vergangenen Tag nachträglich per Timeline betrachten, mir die Plurks raussuchen, die mich interessieren und direkt auch an richtiger Stelle kommentieren bzw beantworten, ohne dass der Plurker der Ausgangsnachricht jetzt rumrätseln müsste, auf welche seiner Statements ich mich beziehe. Viel, viel besser gelöst als bei Twitter oder anderen Microblogs.

Desweiteren schätze ich besonders die Möglichkeit, neben Links, Smileys und Grafiken auch direkt Videos in meine Plurks einbinden zu können. Schön, dass die erstgenannten Möglichkeiten bestehen, aber die Geschichte mit den Videos, die ich direkt in der Timeline betrachte, find ich überragend.

Jetzt - nur gefühlte knapp 5000 Worte nach der Überschrift - kommen dann auch die Dinge ins Spiel, auf die ich eigentlich hinauswill. Features, die es nicht gibt, vielleicht auch nie geben wird, aber die mir gefallen würden. Zunächst mal fänd ich es schön, wenn die Youtube-Geschichte ausgeweitet würde sowohl auf andere Videoportale als auch auf Audioquellen. Beim Stichwort Audio könnte ich mir z.B. sowas wie ein Plurk/Last.fm-mashup vorstellen.

Wir haben schon die ein oder andere Achtziger Jahre- oder HipHop- oder sonstwas-Party virtuell gefeiert dank dieser Videofunktion - wäre schön, wenn man eben auch Songs einbinden könnte, die nicht nur bei Youtube oder gar nicht als Video zur Verfügung stehen.

Weiter - und auch da muss ich wieder etwas ausholen - gefällt mir die Idee, einen virtuellen Sampler zu erstellen, so wie man es zB bei muxtape kann. Vor einigen Jahren haben wir im Depeche Mode-Forum anläßlich des anstehenden Herbstes mal einen Haufen Songs gesammelt, die thematisch in diese Jahreszeit passen. Auf diese Weise ist ein Sampler entstanden, den es so natürlich nie wirklich gegeben hat, aber der nicht nur wunderschöne Songs, sondern für einzelne Forums-Mitglieder auch ganz neue musikalische Impulse und Inspirationen gebracht hat.

Ähnliches geschieht derzeit auch oft abends beim "Plurken". Jemand postet ein Video und jemand anders reagiert darauf mit einem anderen, aber dazu passenden Video - oftmals erweitert man so seinen musikalischen Horizont und kann seinen Lieblingsbands oder -Songs noch den ein oder anderen Namen hinzufügen.

Da wäre es doch klasse - wenn gerade in Zeiten des wild-im-Netz-herum-Aggregierens - eine Möglichkeit bestünde, aus einem Plurk (besser vielleicht noch aus einer anzuwählenden Menge verschiedener Plurks) per Aggregator eine Playlist zu erstellen. Leider bin ich viel zu wenig Programmierer, um die Machbarkeit einer solchen Geschichte einschätzen zu können, aber ich persönlich würd eine Applikation (ein Greasemonkey-Skript oder was auch immer) lieben, welche mir aus einem ausgewählten Plurk-Dialog direkt eine Youtube-Playlist anlegt oder in irgendeiner anderen Form eine Liste aggregiert, die ein direktes hintereinander-Abspielen dieser Songs/Videos ermöglicht. Rechtlich beweisen doch viele Startups und Homepages (laut.fm, last.fm, muxtape, tape.tv usw) dass es Wege gibt, auf legalem Weg im Internet an Musik zu gelangen auch jenseits von iTunes und musicload, also müsste sich doch auch dafür eine Möglichkeit finden lassen, oder?

Ihr könnt Euch gern äussern, ob Ihr die Idee gut oder beknackt findet, ob Ihr vielleicht Plurk generell beknackt findet oder für überbewertet haltet ;) - aber am Liebsten wäre mir jemand, der mir sagt, dass so eine Idee kinderleicht umsetzbar wäre - und das am besten auch direkt durchzieht ;) (…oder der mir sagt:"sowas gibt es doch bei plurk schon längst, Idiot und Du findest es da und da" ;) )

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