Sep 04

Drei Gründe gibt es, die mich dazu gebracht haben, zum ersten Mal einen solchen Blogparaden-Spaß hier mitzumachen: 

  • Ich hab sowas noch nie gemacht
  • das Thema interessiert mich bzw ist ja auch mit einer der Pfeiler meines Blogs und
  • ausserdem wollte ich mal gern irgendwas schreiben, was nix mit Chrome zu tun hat ;)

Deswegen hab ich mich auf die Blogparade von mehrblog.net gestürzt, um mich mit einem Thema auseinanderzusetzen, welches mich brennend interessiert, welches in mein Themenportfolio paßt und welches mir zudem noch eine Ausrede liefert, wenns darum geht, wieso ich den ein oder anderen RSS-Feed-Abonnenten verloren habe über Nacht ;)

Themenstellung Social Networks: Es geht meiner Meinung nach nicht nur darum, ein kleines Feld im Internet zu beackern. Ich denke eher, dass über kurz oder lang jeder User im Internet sich damit auseinanderzusetzen wird. Gründe dafür könnt Ihr ja u.a. in diesem Blog lesen. Über Social Networks definiere ich nicht nur mein Internet-Alter Ego, sondern werde über diesen Account irgendwann auch universell die verschiedensten Dienste im Netz nutzen können, werde evtl. über diesen Dienst bezahlen und  - nicht zuletzt - wird er mir den Kontakt zu meinen Leuten erleichtern, egal ob es sich um meine Familie, Freunde, Bekannte oder Arbeitskollegen geht. Aber darum soll es jetzt gerade gar nicht gehen, sondern eher um meine persönlichen Surf-Gewohnheiten bezüglich Social Networks. Der Autor der Blogparade hat auch schon ein paar Ansätze vorgegeben:

 

  • Welche Socialnetworks benutzt ihr? Warum genau die?
  • Welche Funktionen sind euch besonders wichtig?
  • Was veröffentlicht ihr über euch?
  • Benutzt ihr Privatsphäre Einstellungen? Wenn ja wie?
  • Wie viele Kontakte habt ihr in Socialnetworks? Kennt ihr die auch im “echten” Leben?
  • Macht ihr euch Gedanken um Folgen, die z.B. Partyfotos im Internet haben können? (z.B. berufliche)

 

Ich mach es mir jetzt leicht und arbeite einfach die von Michel im mehrblog erwähnten Punkte ab:

Welche Social Networks benutze ich und warum?

Ich nutze privat sehr gerne Facebook und last.fm, zudem auch einige andere wie MySpace, meinVZ, stayfriends.de und WKW. 

Während ich bei Facebook den gesamten Eindruck mag, der sich aus der Zahl der bekannten Gesichter, dem technischen Niveau der Seite, seinen Innovationen und den Features/Applikationen ergibt, mag ich bei last.fm hauptsächlich die Affinität zur Musik. Klar freu ich mich auch dort über die Nutzer, die ich von woanders her kenne, aber das Erstellen von Playlists, das Hören von "meiner" Musik und nicht zuletzt das Finden von neuer Musik stehen dort für mich ganz klar im Vordergrund.

Auf den Plätzen folgen MySpace (welches ich allein schon für die Präsenz der unzähligen Musiker schätze), stayfriends (zum Auffinden von Leuten, denen man vielleicht mangelnde Internet-Affinität unterstellen mag), WKW und meinVZ - bei denen es hauptsächlich - zumindest für mich - darum geht, eine Präsenz bzw Anlaufstelle für die User zu schaffen, die es nicht auf ein "richtiges" Social Network schaffen aus mannigfaltigen Gründen.

Welche Funktionen sind mir besonders wichtig? 

Das ändert sich natürlich von Plattform zu Plattform. Ich schätze Facebook besonders, daher ist mir dort wichtig, dass Design, Usability und das generelle "Look and Feel" für mich persönlich passen. Ich freue mich über die oft innovativen Neuerungen bzw über die Funktionen, die man nahezu eins zu eins von den wichtigen Diensten wie Twitter oder FriendFeed übernimmt und die in Verbindung mit der hohen Userzahl für mich den Eindruck entstehen lassen, es mit einem sehr kompletten und komplexen Social Network zu tun zu haben.

Die Funktionen, die mich an last.fm reizen, hab ich schon erwähnt. Für Musik-Freaks meiner Meinung nach das Nonplusultra! Angefangen von den persönlichen Charts über die musikalischen Nachbarn bis zu den oben bereits erwähnten Features wie z.B. das Erstellen von persönlichen playlists.

Alle anderen Social Networks können für mich nicht durch Funktionen überzeugen, sondern werden von mir deswegen hauptsächlich genutzt, weil ich bestimmte Menschen dort erreichen kann, die ich sonst im Netz nicht antreffe.

Was veröffentliche ich über mich?

Auch das ist von Plattform zu Plattform unterschiedlich. Ich erstelle mit Sicherheit keine Fake-Profile - fast überall ist auch mein richtiger Name registriert oder zumindest ein Nickname, über den Google hinreichend Informationen rausrückt, wenn man sich die Mühe macht, hinter mir her zu spionieren ;) Meistens nutze ich das gleiche Profilbild auf allen Portalen, stelle meine 3-4 wichtigsten Hobbies vor und plattformabhängig mache ich auch Angaben zu meiner bevorzugten Musik, zu den Läden, die ich besuche oder zu den Konzerten, auf denen man mich antrifft. Das ein oder andere Foto von mir gibt es auch an verschiedenen Orten. Zumindest die, die ich vor Euch und mir selbst vertreten kann ;)

Benutze ich Privatsphäreeinstellungen?

Grundsätzlich kann jeder meine Profile betrachten. Bei bestimmten Portalen schliesse ich auch bestimmte Gruppen aus, was Kontaktaufnahme etc angeht. Ansonsten findet man meistens meine Angaben zu e-mail-Adressen, Instant Messengern und den diversen Internetpräsenzen. Es gibt eine Ausnahme, auf die ich hier auch nicht näher eingehe, weil 99 Prozent der Leser eh nicht drauf zugreifen können - dafür ist der Content dort auch nicht gedacht. Mehr dazu unter dem übernächsten Punkt.

Wie viele Kontakte habe ich in Social Networks? Kenn ich die auch im wahren Leben?

Da antworte ich auf den ersten Teil der Frage mit einem entschiedenen "unterschiedlich" und reagiere auf den zweiten Teil mit einem ebenso entschlossenen "Jein!". Auch da gehen meine Gewohnheiten weit auseinander, was die verschiedenen Portale angeht. Es gibt Seiten, in denen ich lediglich eine einstellige Zahl an Freunden habe und es gibt Seiten wie MySpace, in denen ich eine hohe dreistellige Zahl an Freunden habe.

"Freunde" ist meinerseits eh ein überstrapazierter Begriff, was Social Networks angeht. Bei MySpace sind eine Vielzahl von Sängern, Musikern, Comedians und Schauspieler dabei, die diese obskure Zahl möglich machen. Nichtsdestotrotz hab ich nach wie vor ein großes Interesse daran, die Leute wirklich kennenzulernen, mit denen ich per Social Network oder Blog Kontakt habe. Für die weitere Entwicklung eines solchen Kontaktes ist es mir grundsätzlich schon wichtig, mit welchem Menschen man es zu tun hat. Da man - gerade im Netz - den Leuten nur vor den Kopf schauen kann, ist es für mich eine logische Konsequenz, so viele Menschen wie möglich im "Real life" zu treffen, mit denen ich mich im Netz gern umgebe. Einmal, um sie besser einschätzen zu können, aber zum Anderen natürlich auch, weil ich glaube, es mit außergewöhnlich interessanten Bekanntschaften zu tun zu haben.

Mach ich mir Gedanken um Folgen, die z.B. Partyfotos im Internet haben können?

Logisch mach ich mir Gedanken. Das genau ist der Grund, wieso bestimmte Details meines Lebens ins Internet gelangen und der weitaus größere Teil eben nicht. Es ist auch ein Thema, welches ich hier gerne anschneide, wenn es sich anbietet. Ich denke nun mal, dass jeder - auch im Netz - seines persönlichen Glückes Schmied ist. Es wäre zu leicht, auf Datenkraken, personalisierten Werbeangeboten und undurchschaubaren AGBs rumzuhacken, wenn man von vornherein nicht in der Lage ist selbst abzuschätzen, welche Information im Internet mir persönlich Schaden zufügen könnte. Klar poste ich Partyfotos - bis zu einer bestimmten Grenze. Ich glaube nicht, dass man mich  in - nach meinen Maßstäben - verfänglichen Situationen ablichten kann, weil ich - ebenfalls nach meinen Maßstäben - nicht wirklich in verfängliche Situationen gerate. Dennoch habe ich im Hinterkopf, dass meine Maßstäbe nicht die gleichen sein müssen, die z.B. mein Arbeitgeber anlegt, wenn er sich auf die Suche nach seinen Angestellten macht. Bevor ihr auf Google rumhackt, weil man Euch dort findet: IHR selbst habt es doch in der Hand, was man von Euch dort finden kann. Im eigenen Interesse sollte man vielleicht davon absehen, seine Kotzeskapaden der letzten Party zu bloggen und sie mit Bildern glaubhaft zu gestalten. Man sollte auch nicht jede Bettgeschichte namentlich bei youporn zugänglich machen. Denkt einfach drüber nach, was Euer Partner, Euer Kind, Eure Mutter, Euer Chef oder Eure besten Freunde besser nicht über Euch wissen sollten, denn so ziemlich alle bewegen sich im Netz und können - egal ob absichtlich oder zufällig - über diese Dinge stolpern. In einem Social Network bewegen sich nun mal nicht nur die Leute, von denen Ihr wollt, dass sie bestimmte Informationen über Euch finden. Es wimmelt dort auch von Menschen, die Euren Content so befremdlich, peinlich oder witzig finden, dass sie keine Sekunde warten werden, es einem noch größeren Publikum zugänglich zu machen. Na und dann freut Euch mal jetzt schon auf den nächsten Arbeitstag, die nächste Geburtstagsparty oder das nächste Treffen mit der Freundin.

Nachdem ich nun alle vorgegebenen Fragen beantwortet habe, greife ich explizit den letzten Punkt nochmal auf, denn der scheint für mich existentiell wichtig zu sein, was unsere Präsenz in Social Networks angeht. Ihr seid nicht im luftleeren Raum mit Euren Informationen. Im Gegenteil: Jeder kann Euch sehen, jeder kann Euch finden - also achtet bitte drauf, was Ihr preisgeben wollt. Ihr geht ja auch nicht halbnackt einkaufen, besoffen zur Arbeit, oder mit der Geliebten zur Freundin. Das Internet vergißt nicht, was es einmal gefunden hat. Bevor man über das Übermitteln von Daten, über Google, über personifizierte Werbung u.ä. herzieht, muß man sich selbst hinterfragen. Wenn man das tut, darf man sich auf eine tolle Internet-Zukunft freuen, so viel kann ich wohl versprechen.

 

 

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Aug 27

 

Wir sind ja sehr sozial geworden in den letzten Monaten und Jahren: Wir teilen unsere Videos, unsere Musik, unsere Lesezeichen/Favoriten, unsere Onlinefreunde und und und. Gestern hab ich ja wiederholt die Lifestream-Geschichten thematisiert und will heute SocialU ins Spiel bringen - welches behauptet, kein Aggregator zu sein - naja, zumindest nicht nur ;)

SocialU ist eine Air-Applikation, läuft also unabhängig vom Browser auf dem Desktop. Nach dem Herunterladen und Installieren der Applikation kann man erst mal - wie fast jeden Tag an einer anderen Stelle im Netz *g* - seine sämtlichen Daten, Blogs, Social Networks, Microblogs etc auswählen. Ich wunderte mich zu dem Zeitpunkt etwas darüber, dass überhaupt gar keine Abfrage nach Usernamen oder Paßwörtern stattfand.

SocialU

So ca. sieht dann meine Übersichtsseite aus in der ich unter "networks" meine angegebenen SNs, Microblogs usw aufgelistet sehe. Grün unterlegt sind dabei diejenigen, bei denen ich gerade via SocialU eingeloggt bin. Klicke ich jetzt auf einen der Buttons, erklärt sich auch, wieso keine Abfrage nach irgendwelchen Daten erfolgt ist. Der Klick öffnet einen neuen Tab - genau wie in einem normalen Browser - und verlangt dann halt dort die Daten.

Was genau will SocialU jetzt eigentlich von mir? Ich muß zugeben, ich bin noch nicht ganz sicher. Da man dort sämtliche Homepage, Netzwerke etc favorisieren kann, hab ich das mal bei einigen testweise getan und freute mich zunächst über den Button, der dafür sorgen soll, dass beim nächsten Start von SocialU die jeweilige Seite gestartet wird. Wäre vielleicht ganz cool, wenn man dort dann übersichtlich die Social Networks oder Microblogs in einem Social Browser versammelt hätte, während der "richtige" Browser dadurch einigermaßen übersichtlich bleibt. Für meinen speziellen Fall liegt die Betonung auf "übersichtlich" ;)

Gesagt, getan - ich starte die Applikation nochmal (keine Ahnung, ob ein dahinsiechender PC oder eine ressourcenfeindliche Air-App diesen Vorgang so in die Länge zieht), werde auf die "Community-Seite" als ersten Tab geführt, sehe wie einige andere Tabs geladen werden und einige Sekunde später erkenne ich, dass im Grunde jetzt alles in Tabs geladen wurde, was ich vorher in den Einstellungen angegeben hab. Schön, wenn ich - wie gewünscht - Facebook, Twitter, FriendFeed usw angezeigt bekomme. Aber Seiten wie FlickR, YouTube, StumbleUpon usw brauche ich nicht jederzeit verfügbar als Tab. Werde mich jedoch später noch mal weiter in die Materie reinfuchsen, denn es muß ja wohl möglich sein, nur die Seiten zu öffnen, die ich vorher verlangt habe ;)

Ich habe bislang nicht mal eine Stunde mit SocialU verbracht, habe aber derzeit wenig Hoffnung, dass da noch so wesentlich mehr Zeit dazukommen wird. Mir wird der Mehrwert für mich nicht so ganz klar. Auch hier kann ich nun Freunde einladen oder neue Freunde finden, mir - wie in jedem anderen lifestreaming-Dienst auch - deren Streams reinziehen und kommentieren und zusätzlich halt kann ich jede angesurfte Seite kommentieren und bewerten. Fakt ist jedoch, dass es das alles irgendwie schon woanders gibt - und meistens sogar durchdachter.

Der Clou von SocialU (reimt sich nur unbeabsichtigt, aber aufgrund von Wortfindungsstörungen beim Autor des Beitrages wird der Satzanfang nun nicht mehr geändert *g*) soll jetzt ein Prämiensystem sein, welches an Second life oder auch an Plurk erinnert. Aktivität wird belohnt. Schaue ich mir einige Seiten an und bewerte sie, kommentiere ich die Geschehnisse bei meinen Freunden oder erweiter ich mein Netzwerk, dann bekomme ich dafür "Social Dollars" - also quasi bekomme ich Geld (welches es nicht wirklich gibt), um mir irgendwelche Goodies zu kaufen(die es natürlich auch nicht wirklich gibt)

In meinen wenigen SocialU-Minuten hab ich immerhin 96 SD angehäuft - davon könnte ich jetzt 96 virtuelle Pommes kaufen - Hammer, oder? Da das McDonalds HappyMeal teurer ist, kann ich mir davon leider gerade mal 32 Stück leisten. Ich wünschte, das reale Leben würde auch so funktionieren ;) Mit diesem Prämiensystem will man die User gleichermaßen aktiv als auch bei der Stange halten, bleibt abzuwarten, wie lange mich virtuelle Pommes satt oder wenigstens  glücklich machen.

Ansonsten bleibt festzuhalten, dass es - wie schon angesprochen - ne echte Ressourcen-Sau ist. Anfangs dachte ich noch, dass es ein guter Gedanke wäre, durch SocialU den Firefox zu entlasten und schlank zu halten, aber leider frisst SocialU noch mehr als Firefox. Darüber hinaus hab ich das Gefühl, dass die Seiten in SocialU nicht so schön dargestellt werden wie in den anderen Browsern.

Ich verspreche hoch und heilig, dass ich mich zu SocialU nochmal melden werde, sobald mir ein- oder aufgefallen ist, wieso dieses Tool für mich Sinn machen könnte. Wer Interesse daran hat, per Browser über seine Social Networks informiert zu bleiben, dem empfehle ich bis dahin eher Flock. Wer zusätzlich mehrere Instant Messenger übersichtlich verwaltet haben möchte neben Twitter, Facebook, MySpace und den divesen e-mail-Accounts, dem rate ich zu Digsby.

Wer sich SocialU mal anschauen möchte, der kann versuchen, ob er via mashable oder ReadWriteWeb einen Invite abzugreifen, zudem kann man sich hier beim Demogirl einen Screencast zu SocialU zu Gemüte führen.

 

 

 

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Aug 03

 

Nachdem mein Blog hier zwei Tage quasi verwaist war (es kursieren Gerüchte von einem Feierwochenende mit anschliessendem komatösen Couchrumgehänge des Protagonisten ;) ), hab ich mich durch meinen Google Reader geackert und will mich mit einem kurzen Beitrag wieder zurückmelden.

Heute Nacht beim Netzökonom Holger Schmidt hab ich gelesen, dass die FAZ bei Nielsen Online eine Umfrage zum Thema Social Networks in Auftrag gegeben hat. Als Resultat daraus kann man dort lesen, dass Facebook nach anfänglichen Startproblemen zum Deutschland-Launch nun deutlich zulegen konnte.

Hat man noch im Mai lediglich 600000 deutsche Facebooker gezählt, kratzt man nur zwei Monate später mittlerweile an der Millionengrenze, was einen Zuwachs von 33 Prozent seit Mai bedeutet. An der Dominanz von StudiVZ hat sich leider auch nach den neuesten Zahlen nichts geändert, aber dennoch kann sich die Facebook-Fan-Gemeinde als auch die Facebook-Familie in Palo Alto über diese neuste Wasserstandsmeldung freuen.

Nach den Romanen der letzten Tage stelle ich nun erfreut fest, dass mir manchmal doch kurze Blogbeiträge gelingen ;)

 

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Jul 30

 

Ich bin mir noch nicht ganz im Klaren darüber, ob ich weiterhin auf dramatische Überschriften setzen sollte, die meiner Meinung nach zum Beitrag passen, oder ob ich lieber seo-technisch clever vorgehen sollte und Überschriften wie "Gina-Lisas Sex-Video: hier erhältlich" verwende. ;) Fürs Erste belasse ich alles beim Alten, sinniere ein bis zwei Sätze lang über meine sorgfältig ausgewählte Überschrift und näher mich dann langsam dem Kern des Themas. Dieser Punkt wäre dann jetzt erreicht und die Einleitung offiziell beendet ;)

Vor zwei Tagen hab ich laut über Strategien nachgedacht, die sich ein Startup-Unternehmen erarbeiten sollte, um im Bereich "Social Network" noch Fuß fassen zu können. Es hatte damit zu tun, dass ich den Erfolg von WKW - ähnlich dem von StudiVZ - nicht ganz nachvollziehen konnte und ich hab mir daraufhin überlegt, aus welchem Grund man heute noch optimistisch sein kann, ein erfolgreiches Social Network ins Leben zu rufen.

Mir persönlich sind 3 grobe Kategorien eingefallen:

  1. Ich bin mit meiner Idee, mit einer neuen, besseren Technik zuerst da und trete den Trend überhaupt erst los (Facebook)
  2. Ich setze auf eine Nische und richte mich an ein ganz spezielles Publikum
  3. ich kopiere irgendwas, was es bereits gibt, bin aber größenwahnsinnig genug, um zu denken, dass es dennoch das "next big thing" wird.

Bei Letzterem gibt es Beispiele dafür, dass dieser Geniestreich tatsächlich funktionieren kann, wie z.B. beim StudiVZ oder bei WKW. Meistens jedoch sind diese Unternehmungen zum Scheitern verurteilt. Je weiter man vorher die Klappe aufreißt, um ein Sensations-Portal mit nie gesehenen Features anzukündigen, desto eher und brutaler landet man auch auf dem Allerwertesten. Ich weiss nicht, ob es Sinn macht, zu solchen Seiten zu verlinken, aber nehmt es einfach als schlechtes Beispiel ;) Wobei der letzte der beiden Links zu MyFirstIdentity führt, denen man zugestehen muß, noch in der Alpha-Phase zu sein - die starten sicher noch durch ;)

Heute möchte ich mich mal mehr auf den zweiten Punkt meiner Aufzählung konzentrieren. Wenn ich weiß, dass ich das Rad nicht neu erfinden kann, sollte ich zusehen, dass ich ein ganz spezielles Rad entwickel, eines das es nicht überall gibt, aber dennoch benötigt werden könnte.

Ein perfektes Beispiel in dieser Kategorie ist meines Erachtens last.fm. Ein klassisches Social Network mit den üblichen Funktionen wie eine Freundesliste, Blogfeature, Versand von privaten Nachrichten etc. Den Unterschied macht in diesem Fall aber der Schwerpunkt auf Musik. Ich sehe eben nicht nur, wenn meine Freunde online sind, sondern ich sehe auch, was sie am liebsten hören, was sie vorhin oder jetzt gerade hören und auf welche Konzerte sie gehen werden. Mittlerweile kann man sehr viel Musik auch von etablierten Künstlern in voller Länge auf der Seite hören und sogar in eigene Playlists oder Radios einbinden. Man taggt seine Songs, scrobbelt sie und erfährt dadurch, wer seine musikalischen Nachbarn sind, sprich: wer hört die gleiche Musik wie ich. Ein gleichermaßen einfaches als auch überzeugendes Konzept, welches sich bei den Usern längst durchgesetzt hat und die kritische Masse im Handumdrehen erreichte.

Andere Social Networks tun sich weitaus schwerer, einen Punkt zu erreichen, mit dem man als Entwickler zufrieden sein kann. Mit großem Wirbel gestartet waren auch Portale wie kaioo.com oder shortview.de. Kaioo-Nutzer versuchten mit mehr oder weniger zweifelhaften Methoden, StudiVZ-User zum Konvertieren zu überreden. Erreichen wollte man das durch eine besonders transparente Datenpolitik verbunden mit dem Plan, Werbeeinnahmen komplett in die Plattform zu investieren. Wie die Einnahmen verwendet werden, wie die AGBs ausschauen usw wird in enger Zusammenarbeit mit den Usern erarbeitet und ist sicher ein löblicher Ansatz - lediglich der Erfolg bleibt aus.

So stagniert kaioo schon seit Längerem, was die Nutzerzahlen angehen. Seit Neuestem kann man auch einen Strategiewechsel feststellen, so legt man den Fokus auf sogenannte "open networx". Soll heissen, dass jeder User sein eigenes Netzwerk errichten kann, welches sein individuelles Design etc aufweist. Mit diesem Schritt versucht man sich vermutlich im Fahrwasser von Open Social, Data availability und Konsorten an die großen Jungs ranzupirschen, aber der Versuch kann meines Erachtens nicht wirklich erfolgreich enden. Wieso sollte ich mich freuen, mit 30000 Usern bzw deren Netzwerken verbunden zu sein, wenn es bei den "richtigen" Networks Millionen sein könnten?

Ähnlich verläuft die Geschichte für shortwiew.de: Dort ist man technisch einem Portal wie StudiVZ weit voraus - es ist intuitiv, stylish und liefert Euch den üblichen Schnickschnack von Profilseiten über Video-Embedden und Upload von Foto-Alben. Zudem hat man sich auch auf seine Nische spezialisiert: Man definiert sich dort über seine Interessen. Für jedes Interesse - egal, ob es die Lieblingsstadt, ein Buch, Beruf oder eine Musikrichtung ist - wird eine Gruppe angelegt. So ist schon mal gewährleistet, dass man schnell seine Gleichgesinnten findet. In meinen Augen eine recht schöne Geschichte, wenn nur die Verbreitung eine andere wäre. Man befindet sich in einer ähnlichen Größenordnung wie kaioo wieder und dementsprechend gering sind die Chancen, dort auf Bekannte zu treffen. Muss jeder für sich ausmachen, ob ihm das Prinzip dieses Social Networks so gut gefällt, dass er dort versucht, neue Freunde zu finden, oder gar seine alten Freunde irgendwoanders loszueisen.

Neu im Geschäft ist ein Social Network namens want2do. Wobei neu nicht ganz richtig ist: Im Grunde geht es dort erst im August los und im Rahmen einer geschlossenen Betaphase wird dort gerade alles nochmal auf Herz und Nieren getestet.

Auch hier versucht man, die Nutzer durch eine etwas andere Ausrichtung zum teilnehmen zu ermutigen. Am ehesten stellt man sich want2do als ein mashup aus Social Network und Microblog a la Twitter vor. Mit dem Unterschied, dass man dort nicht innerhalb weniger Zeichen verbreitet, was man gerade isst, sieht oder macht. Wie nämlich der Titel des Networks schon erahnen lässt, liegt der Schwerpunkt nicht auf den Dingen, die man tat oder gerade tut, sondern darauf, was man tun wird. So eine Art "Getting things done" im Twitter-Stil. Witzigerweise kommen dort nicht nur die Standard-2dos zusammen wie abnehmen, Rauchen abgewöhnen etc, sondern durchaus witzige und kreative Geschichten wie "sich verlieben" oder "mehr Kleider tragen". Bei letztem Punkt hab ich übrigens nicht überprüft, ob die acht User, die dieses 2DO angelegt haben, alle weiblich sind ;)

Habe ich mein 2DO angelegt und terminiert, kann ich es nachträglich natürlich noch bearbeiten. Ich kann es als gescheitert abhaken oder als erfolgreich bewältigt und ich kann darüber berichten - wenn ich möchte mit Bild- und/oder Videobeleg - ob und wie ich es bewältigt habe. Klingt einfach - ist es auch :) Trotz Beta-Status läßt sich nämlich alles bis dato gut bedienen und das Interface macht einen aufgeräumten Eindruck. Wie gesagt, ich schätze es bislang so ein, dass man sich im Schatten der großen Social Networks (und Twitter) sein Plätzchen sichern möchte, und unter diesem Gesichtspunkt räume ich diesem Projekt auch durchaus gute Chancen ein. Mir gefällt diese Idee, sich quasi öffentlich vor allen Leuten selbst in den Ar*** zu treten, um sich einem Ziel ein wenig näher zu bringen :) Wenn ich dabei Gleichgesinnte oder Freunde finde - umso besser.

Abschliessend möchte ich noch anfügen (als ob der Beitrag nicht so schon wieder lang genug wäre *g*), dass ich gerade bei den kleineren Netzwerken über die am ehesten berichten kann, die ich selbst intensiver genutzt oder getestet habe. Das soll also nichts Repräsentatives oder Allgemeingültiges sein. Ihr könnt mich gern wissen lassen, ob Ihr solche "Nischen"-Netzwerke kennt und nutzt - und ob darunter vielleicht welche sind, von denen Ihr überzeugt seid, dass sie eine größere Aufmerksamkeit verdient hätten.

 

 

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Jul 25

 

Eigentlich war ich positiv überrascht, als ich gestern von Stratos Social Network-Plänen erfahren hab: Strato bietet Gratis-Domains an für Social-Network-Seiten wie StudiVZ, Facebook oder MySpace. Klingt erstmal interessant, oder nicht?

Dachte ich mir auch, und daher hab ich mir auch die entsprechende Strato-Seite angeschaut. Das Angebot nennt sich "web-Dich" und nach dem Informieren über den Umfang des Angebotes kann ich Roberts Assoziation durchaus nachvollziehen!

Wie sieht das Angebot nun aus?

Ich habe eine Profilseite z.B. bei MySpace und bin mit dem schrecklich umständlichen Domain-Namen mehr als unglücklich und überfordert - genauso wie die vermeintlichen Besucher, die mit diesem schrecklich umständlichen Domain-Namen einfach nicht klarkommen. Aber Rettung naht in Form des zweitgrößten europäischen Webhosting-Anbieters: Strato! Der "Webanbieter des Jahres 2007" macht mir ein Angebot, zu dem ich nicht nein sagen kann.

Ich kann per "web Dich" eine Top-Level-Domain beantragen, die dann auf meine angegebene Profilseite verlinkt und der ganze Spaß kostet mich keinen Cent. Tusch! Klingt so weit ordentlich? Klar, aber nur solange, bis man weiterliest und erkennt, dass die ganze Geschichte - eine simple Weiterleitung - nur ein Jahr lang gratis ist und der Deal überhaupt nur zustande kommt, wenn ich fünf weitere potentielle Kunden als e-mail-Empfehlung mit angebe. Selbstredend wird die e-mail-Adresse nur einmalig verwendet und direkt danach gelöscht…Super!

Hier werden jetzt die Social-Network-Nutzer angefixt - innerhalb eines Jahres wird man sich nämlich natürlich schön an den tollen, kurzen, einprägsamen Domain-Namen gewöhnt haben - genauso wie alle anderen Besucher der Seite, die man ja dann nicht vor den Kopf stoßen bzw zu Zwangs-Link-Änderungen zwingen möchte. Mehrfach wurde schon in der Blogosphäre spekuliert, was sich Strato von diesem Angebot verspricht - ich find’s eigentlich offensichtlich: Man versucht Menschen zu erreichen, für die kein Internet außerhalb von Google, Youtube, Wikipedia und eben den Social Networks stattfindet. Die freuen sich über eine kostenlose Top-Level-Domain und erfahrungsgemäß werden große Teile dieser Neukunden nicht nach 12 Monaten kündigen (ob absichtlich oder ob aus Schusseligkeit sei mal dahingestellt), sondern nach der ersten Laufzeit in den ganz normalen, regulären Webhosting-Kundenstamm übergehen.

Für Strato rechnet sich das sicher - ob der vielleicht unbedarftere User da genauso gut wegkommt, lass ich mal offen.

Wer nicht weiss, wie man seinen Benutzernamen an www.myspace.com/ anhängt oder nicht mit bookmarks umgehen kann, ist "Web Dich" sicher eine Überlegung wert - für den Rest der Bevölkerung sollte das Angebot ungefähr das Gleiche bedeuten wie für mich: Ein schlechter Scherz, eine Unverschämtheit oder bestenfalls noch ein schlicht und ergreifend mieses Angebot. Verweb Dich, Strato…

Web Dich

Update: Durch den Kommentar von master ist mir ein Fehler in meinem Beitrag aufgefallen: Während ich davon ausgegangen bin, dass man nach der Mindestlaufzeit kündigen muß, ist es laut Strato so, dass der Vertrag nach 12 Monaten von alleine ausläuft - ändert nichts daran, dass man nach einem Jahr sicher nicht auf seine Toplevel-Domain verzichten möchte und mit großer Wahrscheinlichkeit einen neuen Vertrag bei Strato eingehen wird ;)

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Jul 24

 

Es ist ja fast schon sowas wie eine liebgewonnene Gewohnheit geworden: Kündigt Facebook vollmundig eine Neuerung an, kommt MySpace mit einem vergleichbaren Paukenschlag aus der Deckung und umgekehrt das gleiche. Heute ist eher wieder ein Fall für "umgekehrt", denn es ist an Facebook, die gestrige Data-Availability-Attacke von MySpace zu kontern.

Dass es was Neues aus dem Hause Facebook in diesen Tagen geben würde, ist wenig verwunderlich, findet doch gerade die hauseigene f8 Developers Konferenz in San Francisco statt. In diesem Rahmen plauderte Facebook-CEO Mark Zuckerberg bei seiner Keynote aus dem Nähkästchen. Neben einigen Ankündigungen, die bei netzwertig.com übersichtlich aufbereitet erklärt werden, sticht für mich besonders die Ankündigung für Facebook Connect hervor.

Laut Zuckerberg steht Facebook Connect ab sofort zur Verfügung - allerdings erst mal nur als Sandbox für aktuell 24 Partner wie Digg, Seesmic, Flock, Twitter, StumpleUpon und Amiando. Letzteres - ein Event-Community-Portal aus deutschen Landen - läßt mich wieder auf die gestrigen MySpace-News schauen, wurde dort neben der Film-Comunity Flixster mit eventful doch ebenfalls eine Event-Community als Partner vorgestellt.

Über Facebook Connect ist schon Einiges gesagt und Vieles geschrieben worden - ableiten läßt sich daraus für den Normal-User, der vermutlich noch bis Herbst auf den Start des Projektes warten muß, dass es ähnlich dem MySpace-Konkurrenz-Produkt möglich sein wird, lediglich mit den Facebook-Login-Daten die Angebote von Drittanbietern nutzen zu können. Die Accountinformationen wie z.B. Profilfotos oder Freundeslisten etc können zu den Partnern mitgenommen werden, wobei Facebook ausdrücklich darauf hinweist, gesteigerten Wert auf die Sicherheit der Daten zu legen. Wer zum Beispiel festlegt, dass bestimmte Bilder auf dem Facebook-Account nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind, braucht nicht befürchten, dass sie über eine der Partner-Seiten zu sehen wären.

Als Fingerzeig für die Theorie vom webbasierten Operating System kann man vielleicht folgende Aussage von Zuckerberg werten:

Wir werden bald erleben, dass sich die großen Social Networks zunehmend dezentralisieren und sich in eine Reihe von einzelnen sozialen Applikationen im Web aufteilen

Klar, dass er Facebook als so etwas wie das Mutterschiff über all diesen Applikationen betrachtet, als Bindeglied zwischen den Partnern, die alle über die Facebook-Profilseite zu erreichen sein werden.

Nachdem vor einigen Monaten innerhalb von wenigen Tagen sowohl die erwähnten Projekte von MySpace und Facebook als auch Googles Friend Connect von sich reden machten, bleibt jetzt abzuwarten, ob Google auch direkt nachlegen wird mit einer Ankündigung, oder ob man dort den Fokus zur Zeit eher auf andere Bereiche legt.

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Jul 23

 

Egal, ob das Stichwort Data Availability oder Open Social heisst: MySpace ist drauf bedacht, sein Portal zukunftstauglich zu machen, und man glaubt, dass man das über offene Schnittstellen bzw über einheitliche Web-Standards erreichen kann.

Jüngstes Beispiel dieser Bestrebungen ist nun der Beitritt in die Open ID Foundation, welcher von TechCrunch schon vor zwei Tagen prophezeit wurde. Open ID ist ein Standard, welcher uns Usern erlaubt, über einen einzigen Account bzw einen einzigen Benutzernamen die verschiedenen teilnehmenden Portale benutzen zu können. Durch den Beitritt von MySpace steigt die Zahl der Nutzer bei Open ID auf nahezu eine halbe Milliarde, von denen MySpace und Yahoo den Löwenanteil der User stellen.

Die Entscheidung von MySpace macht Sinn, gerade wenn man die Entwicklung beim hauseigenen Data Availability-Projekt verfolgt. Aktuell hat MySpace nämlich auf Wunsch der Entwickler die Regeln gelockert und somit kann der geneigte Developer nun zum Beispiel die Daten des MySpace-Profilkerns (Nick, Geburtsort, Alter, Geschlecht) speichern und die Profildaten 24 Stunden am Tag cachen.

Neue Partner im Data Availability-Boot sind mit Flixster und Eventful ebenfalls präsentiert worden. Flixster läßt sich vielleicht noch am ehesten mit last.fm vergleichen, nur dass der Fokus bei Flixster auf Filmen liegt. Eventful hingegen ist eine Community, in der man weltweit Events finden, teilen und promoten kann. Übrigens hab ich mich gerade bei Flixster angemeldet - man hat die Option, sich u.a. mittels seines MySpace-Accounts anzumelden und eine Minute später war ich mit meinen MySpace-Daten samt Profilfoto bei Flixster eingeloggt - meine erste aktive Data Availability-Erfahrung und durchaus eine angenehme ;)

Bei der Open ID-Geschichte handelt es sich - zumindest bislang - allerdings um eine einseitige Variante: Man kann sich mit seinen MySpace-Accounts bei den anderen teilnehmenden Diensten anmelden, umgekehrt kann man sich hingegen nicht mit einem MySpace-fremden Account bei MySpace einloggen.

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Jul 20

 

Seit gestern beherrscht ein einziges Thema den Teil der Blogosphäre, der sich mit dem Internet im Allgemeinen und dem Web 2.0 im Besonderen auseinandersetzt: Facebook verklagt StudiVZ! Selbst Blog-Institutionen wie Spreeblick setzen sich mit dem Thema auseinander und Johnny Häussler ist sicher nicht der Einzige, der in der Klage bzw bei dem dazu gewählten Zeitpunkt ein strategisches Konzept Facebooks vermutet.

Ich persönlich denke auch nicht, dass Facebook plötzlich entdeckt hat, dass es da ein copycat an die Spitze der deutschsprachigen Social Networks gebracht hat. Nach eigenen Aussagen setzt man sich schon eine Weile mit der Sachlage auseinander und reagiert mit der Klage nun auf die Uneinsichtigkeit der StudiVZ-Betreiber. Während die Blogger schon immer der Meinung waren, dass StudiVZ ein billiger Abklatsch des Originals sei, finden sich im Internet als Reaktion auf die Klage tatsächlich viele Stimmen, dass Facebook lediglich neidisch auf den Erfolg des StudiVZs wäre und StudiVZ sowieso viel toller ist Facebook. Jaja, logischerweise *kopfschüttel* Marcel Weiss hat gestern in seinem Bericht zum Thema einen Screenshot gepostet, auf welchem man sieht, dass StudiVZ selbst "fakebook"-Ordner angelegt hat.

Heute - einen Tag nach dem Publikmachen der Facebook-Pläne bezüglich StudiVZ, geht CEO Marcus Riecke über zur Gegenoffensive:

Nachdem es Facebook trotz aufwändiger Bemühungen bisher nicht gelungen ist, in Deutschland Fuß zu fassen, versucht man jetzt offenkundig, den Erfolg von studiVZ gerichtlich zu behindern.

 

Keine Ahnung, was in Riecke vorgeht, aber dass Facebook in der Sache natürlich richtig liegt, sollte unbestritten sein und dass weiss er selbst am Besten. Facebook muss sich lediglich fragen lassen, wieso gerade jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, solche Schritte einzuleiten. Auch dazu gibt es unzählige Aussagen im Netz und ich reihe mich ein die Schar derjenigen, die glauben, dass Facebook gewillt ist, über kurz oder lang das StudiVZ zu schlucken. Auf diese Weise könnte man den Preis mit Sicherheit erheblich nach unten korrigieren - Erfolg bei der Klage vorausgesetzt…

Die Samwer-Brüder - schon vor ‘ner Weile zu Facebook übergelaufen - könnten an diesen Überlegungen bezüglich der neuen Strategie nicht ganz unschuldig gewesen sein.

Mir will einfach nicht klar werden, wie man ein Social Network so exakt nachbilden kann und sich dann allen Ernstes darüber aufregt, dass man als Plagiat bezeichnet wird. Vor dem Hintergrund, dass die StudiVZ-Anwaltsschar seit Langem alles aus dem Weg klagt, was es wagt ein "VZ" im Domain-Namen zu führen, macht es im Grunde nur noch abstruser.

Witzig find ich auch, dass man laut Riecke keine Klageschrift erhalten habe und sich dennoch schon Freitag entschlossen hat, selbst Feststellungsklage einzureichen. So gelassen, wie man auf StudiVZ-Seite wirken möchte, ist man also bei Weitem nicht.

Für Jemanden wie mich, der bei meinvz angemeldet ist lediglich aus dem Grund, dass ich hier wissen möchte, worüber ich schreibe - und im Vergleich das Original logischerweise jederzeit vorziehe, wäre es natürlich der konsequente und interessanteste Schritt, wenn in naher Zukunft das StudiVZ-Logo von der Social Network-Landkarte verschwindet und die Userschaft komplett im Facebook aufgeht. Für alle StudiVZ-Verfechter: Hey, dort findet Ihr auch Eure Leute und noch wichtiger: Ihr könnt dort nicht nur gruscheln, sondern gleichzeitig auch noch Eure geschätzten Freunde mit virtuellen Schafen, Küssen, Blumen oder sonstwas zuschütten ;) Aber im Ernst: Freut Euch doch lieber, dass Ihr in diesem Fall bei einem Portal landen würdet, welches nicht nur Heerscharen von Usern unter sich versammelt, sondern auch konsequent und innovativ die Plattform weiter entwickelt.

Ich jedenfalls bin jetzt schon gespannt, wie die nächsten Schritte auf beiden Seiten aussehen werden und werde das Schlucken von StudiVZ nun in mein tägliches Gute-Nacht-Gebet mit einschließen ;)

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Jul 19

 

Heute meld ich mich mal nur sehr kurz, sehr unzweinullig und in eigener Sache ;)

Gerade eben hat mein Blog die wordpress 2.6-Hürde mit beängstigender Leichtigkeit genommen - im Vergleich zu anderen Software-Updates sind die neuen WP-Upgrades wirklich angenehm unkompliziert.

Darüber hinaus will ich im Grunde nur verkünden, dass dieses Wochenende ein vermutlich eher beitragsarmes Wochenende werden wird. Gleich machen wir uns auf den Weg zur Loveparade und werden vermutlich bis morgen unterwegs und dann morgen natürlich tendentiell eher platt sein ;) Ich denke, dass ich mich dann hier morgen abend oder Montag wieder zurückmelde und die ein oder andere Zeile darüber schreibe, was sich gerade zwischen Facebook und StudiVZ abspielt.

Bis dahin wünsche ich Euch ein schönes Wochenende und geringe bis gar keine Downzeiten bei den Twitters und Plurks dieser Welt ;)

 


YouTube Direkt

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Jul 17

 

Last.fm ist toll - keine wirklich neue Erkenntnis, ich wollte es nur noch einmal gesagt haben ;) Erst neulich hab ich ja noch die ein oder andere Zeile zu dem Thema verfasst und dort neben dem neuen Feature - ungesignte Musiker werden an den Werbeeinnahmen beteiligt - auf andere schöne Funktionen bzw Mashups hingewiesen.

Warum ich es heute wieder thematisiere, könnt Ihr entweder der Überschrift oder den folgenden Bildern entnehmen. Last.fm ist nämlich heute mit neuem, verbessertem Design an den Start gegangen. An "neu" gibts nichts zu rütteln, aber dem "verbessert" will ich natürlich auf den Grund gehen ;)

Zunächst fällt erst mal auf, dass einem nichts auffällt - Seite lädt nämlich erst sehr lange, um dann eine Fehlermeldung folgen zu lassen - nicht erreichbare Seiten gehören mitunter ja derzeit zum guten Ton im Zwonull-Business ;) Ein Blick auf das last.fm-eigene Blog klärt mich dann auf:

Need…more…power! We just lost an entire rack of webservers, please stand by while we restore normal service…

Man kann also davon ausgehen, dass der ein oder andere Admin heute Nacht noch ein volles Programm haben wird, und zu den von last.fm errechneten 1866 Tassen Kaffee, die während der Betaphase des neuen last.fm konsumiert wurden, wird sich auch noch so mancher Schluck dazugesellen.

Mittlerweile läuft last.fm wieder einigermaßen stabil, wenn auch immer noch sehr langsam - aber in einer solchen Phase nimmt man das wohl gern in Kauf - zumindest, wenn das Ergebnis einen später dafür entschädigt.

Die Startseite kommt jedenfalls schon mal sehr schlicht und aufgeräumt daher - der Spagat zwischen Usability und Design ist hier - meiner Meinung nach - glänzend gelungen.

Neues Lastfm-Design

So offenbart sich einem last.fm, wenn man als nicht-eingeloggter User die Seite betritt, während die eigene Profilseite nun so ausschaut:

Lastfm-Profil

Wie schon bei der Startseite fällt mir direkt auf, wie übersichtlich und aufgeräumt die Seite wirkt. Man fühlt sich direkt beim ersten "Look and Feel" heimisch - erinnert mich an das Erlebnis vor wenigen Tagen, als Facebook schon mal Einblicke in deren neues Design gewährte. Bei den letzten gespielten Songs kann man per Button direkt auswählen, ob man den jeweiligen Song an seine Freunde weiterschicken, "lieben", mit Tags versehen oder zur playlist hinzufügen will. Klappt auch unter den gerade etwas erschwerten Bedingungen schon alles einwandfrei.

Wie gehabt befindet sich oben rechts im Top-Menü der Link zu meinem Profil bzw zum Ein-/Ausloggen. Auch dort gibt es ein verändertes Pulldown-Menü:

Ich kann jedem User nur empfehlen, sich schnellstens mal das verbesserte last.fm anzuschauen und selbst auf Herz und Nieren zu testen. Mir persönlich gefällt das Design sehr gut und auch die zweinulligere Bedienung weiß zu gefallen.

Was für unsere User-Augen jedoch gar nicht zu erkennen ist: last.fm hat sich nicht nur einer Schönheitsoperation unterzogen, sondern hat mit diesem Relaunch jede Zeile Programmier-Code unter die Lupe genommen und angefangen beim Audioscrobbler-Kern alles angepasst, verbessert, neuprogrammiert, was nötig war, um last.fm technisch auf den aktuellsten Stand zu bringen und für die Zukunft (sprich: die anstehenden Neuerungen) fit zu machen.

Operation gelungen, Patient humpelt noch etwas - aber mit frischer OP-Narbe ist es ja auch kein Wunder ;) Ich find den Relaunch jedenfalls gelungen und hoffe, der ein oder andere von Euch findet mich bei lastfm - und sollte ich jemals meine Musik dort hochladen, lass ich es Euch natürlich hier wissen ;)

 

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