Ja, ich weiss - ich hab zu lange nichts geschrieben - Asche über mein Haupt
Aber schliesslich hab ich hauptberuflich wochenland Fußball geglotzt und nebenher noch etwas gearbeitet und auch an anderer Stelle gebloggt - aber jetzt bin ich ja wieder da
So zwei bis elf Geschichten habe ich eigentlich im Hinterkopf, über die ich hier noch schreiben möchte, anfangen werde ich aber mit dem, was sich zuletzt zugetragen hat - und das war das Blackfield-Festival in Gelsenkirchen
Zunächst mal 3 Fakten:
- Festivals sind geil
- Navis sind Idioten
- auf jedem Festival geht immer irgendwann irgendwas verloren
Aber der Reihe nach: Katharina war zum Glück sehr gut von Braunschweig bis hierhin durchgekommen und so konnten wir uns gemütlich fertigmachen und so losfahren, dass wir nicht zu knapp vor Icon of Coil an der Bühne stehen würden. Äh, sagte ich losfahren? So einfach ging das natürlich nicht - dummerweise machte uns Katharinas Auto - bzw dessen Batterie - einen Strich durch die Pünktlichkeitsrechnung. Nach Abklappern der verschiedenen Möglichkeiten am Hbf und sinnfreien Gesprächen mit Taxifahrern mit Migrantenhintergrund riefen wir dann ein Taxi mit Überbrückungskabel an, welches dann wenige Minuten später dann auch ziemlich schnell dafür sorgte, dass wir doch noch ins verdiente Wochenende starten konnten.
War mir übrigens neu, dass man explizit zum Überbrücken ein Taxi bestellen kann - naja, ist nicht das Einzige, was Katharina mehr weiss als ich
Gelsenkirchen ist echt nicht weit von hier und ich hab eigentlich schon ne grobe Ahnung, wie man es von Dortmund aus erreicht - in diesem Punkt weiss ich mal mehr als Katharina und ihr Navi zusammen - die beiden machten sich nämlich einen Spaß daraus, unser Braunschweiger Gefährt samt Ladung einige sinnlose Runden durch Dortmund drehen zu lassen.
45 Minuten und den ein oder anderen Wutschrei später erreichten wir dann doch das Festival und konnten die von uns herbeigesehnten Icon of Coil dummerweise schon vom Parkplatz aus hören - toll, dass man sie hören konnte, aber natürlich scheisse, dass wir den Anfang verpasst hatten.
War letzten Endes dann aber auch nicht so tragisch - es sollte sich herausstellen, dass wir nur einen Song verpasst hatten. Andy - die geile Sau - rockte erwartungsgemäß wie ein Berserker über die Bühne und hinterließ neben verschwitzen Leuten und Bewunderung auch noch die Frage, wieso in Gottes (oder wessen auch immer) Namen diese tolle Band so lange auf Eis lag.
Hier mal eines meiner Fotos von dem Auftritt:

Danach gabs dann noch die Dreadful Shadows, in die wir noch ein wenig reingehört haben, aber im Wesentlichen gabs dann nur noch Konversation mit den Leuten, die man alles dort kannte und die man in der Icon-of-Coil-Hektik vorher nicht begrüssen konnte
Rechtzeitig vor Blutengel machten wir uns dann erstmal wieder auf den Weg nach Hause - alles muss man sich nun wirklich nicht reinziehen bei so nem Festival *g*
Am nächsten Tag hatten wir uns Iris als erste Band ausgeguckt, war auch wirklich sehr schön - richtig toller Synthpop, wenngleich die Jungs aus den Staaten anfangs mit Soundproblemen zu kämpfen hatten, die sich natürlich empfindlich auf die Anzahl ihrer Songs ausgewirkt hat. Schade, hätte gerne mehr gehört…
Nach diversen Runden übers Festival-Gelände machten wir uns dann auf den Weg, um an einem abgelegenen Parkplatz Andi und Martin zu begrüssen. Die beiden Fischköppe waren neben einiger toller Musik die Entdeckung des letzten Meraluna-Festivals
Deswegen wundert es mich auch nicht, dass die Zeit bis zum Nitzer Ebb-Auftritt wie im Flug verging und wir uns so manches Mal echt krankgelacht haben - die Beiden haben echt nen Hau
Naja, danach kam dann der blöde Teil des Abends und der hieß: Wo ist die beschissene Kamera… 
Meine Laune verfinsterte sich ziemlich spontan - und was als Highlight des Tages gedacht war: Die Powerstimme von Doug McCarthy - mutierte zu einer Suchaktion, die dann in strömendem Regen und spontanem Nach-Hause-Fahren endete…
So unschön der Tag aufhörte, so cool begann dann der nächste: Um 8 Uhr morgens bekam ich eine SMS von Martin mit der Info, dass meine Cam im Auto bei den Jungs liegt - dummerweise waren die schon wieder auf dem Weg nach Oldenburg
Der temporäre Verlust war allerdings wesentlich leichter zu verschmerzen als noch den Abend zuvor, als ich dachte, dass Kamera und die bereits gemachten Bilder im Festival-Nirvana verschwunden wären.
Wie für mich fast schon üblich, hab ich mir Samstag ja auch noch den obligatorischen Festival-Sonnenbrand geholt, aber zum Glück waren für Sonntag ja nur bewölkter Himmel und 22 Grad angesagt - weiss der Henker, wieso es trotzdem wieder so heiss wurde und wieso ich noch verbrannter als Samstag nach Hause gefahren bin *gg*
Konzerttechnisch war der Tag etwas blöd aufgeteilt - Mittags direkt gabs Reaper zu Bestaunen, die mir eigentlich ganz gut gefallen haben - mit der Einschränkung, dass ich Vasi beim besten Willen nicht abnehme, dass er so abgrundtief böse ist, wie er uns auf der Bühne wissen machen will
Mit blöder Aufteilung meine ich, dass die Electro-Bands, die wir sehen wollten - direkt hintereinander und sehr früh spielten. Während ich von A23 irgendwie ziemlich enttäuscht war (wo ist eigentlich Toms tolle Stimme geblieben? *seufz*), haben danach Spetsnaz riiiichtig gerockt. Die beiden Schweden haben richtig Gas gegeben und mich ein wenig für das versäumte Nitzer Ebb-Spektakel entschädigt.
Danach war nochmal Daumen drücken angesagt: Tom war jetzt an der Reihe mit seiner Band [:SITD:] Er ist ja gerade erst wieder zurück nach Gelsenkirchen gezogen und ein Auftritt in der Heimat und in dieser sensationell tollen Location - und das war das Amphitheater absolut - ist natürlich etwas Besonderes, auch wenn man schon so manchen tollen Auftritt hinter sich gebracht hat.
Witzig, dass ich fast jederzeit Blickkontakt mit ihm hatte - er schien jedenfalls riesigen Spaß zu haben und der Rest der Band auch - nicht zu vergessen das Publikum
Mittlerweile haben die Jungs so viele Club-Hits rausgehauen, dass so ein Festival-Gig von denen klingt wie ein Best-Of-Programm. Snuff machinery, Richtfest, Lebensborn usw - es war echt alles da, was sich das schwarze Tänzer-Herz wünschen konnte
Danach mussten sowohl Katharina als auch ich sowohl der Hitze als auch unserer kaputtgetanzten Körper Tribut zollen und beschlossen, die Crüxshadows heute mal ohne unsere Gegenwart loszaubern zu lassen
Wir mögen beide die Konzerte dieser Band, wenngleich sie bei uns zuhause nicht wirklich oft läuft - aber an diesem Sonntag war es uns doch etwas zu viel
Na und da wir weder mit Schandmaul noch mit Lacrimosa wirklich was anfangen können, haben wir noch die obligatorischen Verabschiedungsrunden auf dem Festival-Gelände gedreht, uns von Steckie samt Anhang losgerissen und sind dann gen Heimat gebraust. Wie immer nach einem Festival: Kaputt, aber glücklich
Mir tun wirklich Menschen leid, die keine Musik haben, die ihnen so viel bedeutet wie uns unsere Musik - also diese typischen "ich höre alles was im Radio läuft"-Menschen. Die Art der Musik ist dabei im Grunde nebensächlich, aber dieses Gemeinschaftserlebnis und dieses geballte Auftreten von Bands, die man bewundert, ist etwas was eigentlich jeder mal erlebt haben sollte
Da ich aufgrund des blöd gelegten Loveparade-Termins wohl nicht auf dem Amphi-Festival in Köln sein werde, freue ich mich jetzt halt schon riesig aufs Meraluna - umso mehr, weil im Gegensatz zum Amphi ja schließlich auch T-Nee mit dabei sein wird.
Ohne sie machts zwar auch Spaß, aber da verhält es sich wie mit allen Dingen in meinem Leben: Normale Ereignisse verwandeln sich durch ihre bloße Gegenwart in tolle Ereignisse - na und die tollen Dinge werden einfach noch viel toller
Apropos tolle Dinge: Nächstes Jahr werden voraussichtlich VNV Nation und Rotersand dort auftreten - also könnte man im Grunde die Tickets fürs nächste Jahr jetzt schon bestellen