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29 Jun, 2008

MySpace 2.0?

Posted by: Casi In: Social Networks

 

Schon vor einigen Tagen hab ich ja darüber berichtet, das MySpace sein Design modifiziert, um die Usability zu verbessern und dadurch neue User anzuziehen. Weiter ging es dann mit dem Start des Projektes "Data availability" in dieser Woche. Nun hat Tom Anderson – MySpace-Mitgründer und unser aller erster MySpace-Freund – dem Mediendienst Kress in einem Interview Auskunft darüber gegeben, wo der Weg für MySpace hinführt, wo man sich selbst sieht und wieso man glaubt, einen anderen Weg zu gehen als beispielsweise Facebook.

Anderson möchte, was die finanzielle Ausrichtung seines Unternehmens angeht, eher Politik mit einer ruhigen Hand machen. Ich denke auch, dass das vernünftig ist. Klar, derzeit ist die schlechte bis unmögliche Monetarisierung der Social Networks in aller Munde und jeder möchte der Erste sein, der einen gewinnbringenden Weg findet, aber MySpace möchte hier einen anderen Weg gehen und zunächst einfach noch mehr User generieren.

Im Rennen mit Facebook um den Social-Network-Thron mag das auch wirklich oberste Priorität sein, denn meine Zeit als Internet-Nutzer ist natürlich nicht unendlich und demnach kann ich nicht in jedem Netzwerk aktiv sein, Freunde finden usw – und jedem anderen Surfer gehts ja genauso und so wird man abwägen müssen, welches Projekt für einen selbst am passendsten scheint. Möglicherweise entscheiden winzige Nuancen diesen Wettkampf, vielleicht eine einzige neue Applikation oder ein einziges neues Feature.

Während Facebook nach und nach Funktionen einbaut, die bislang eher einem limitierten Publikum bekannt waren (wie z.B. jüngst den kommentierbaren Minifeed), fühlt sich MySpace zu etwas Anderem berufen. Man möchte sich eher in Richtung Yahoo bewegen – der Myspace-User soll also möglichst seine tägliche Reise durchs Internet bei MySpace aufnehmen. Man nennt myYahoo, Pageflakes und Netvibes als Vorbilder und möchte diese für den Mainstream noch unbekannten Seiten (Facebooks Strategie läßt grüßen) einem Massenpublikum anbieten. Man möchte also nicht länger nur Social Network sein, sondern – und das zählt sicher zu den Strategien, um langfristig Geld verdienen zu können – als vielseitiges Portal fungieren, in welchem ich als Nutzer nicht nur meine Freunde und Bands im Blick habe, sondern auch das passende Restaurant finde, einen Flug buche oder das Wetter checke.

Ich bin mir da aber nicht so wirklich sicher, ob man das mit MySpace erreichen kann, denn da werden sowohl Google als auch Microsoft und Yahoo noch ein Wörtchen mitreden, erst recht, wenn man irgendwann in naher Zukunft seine Daten zu den verschiedenen Services transportieren kann. Wieso sollte MySpace eine Startseite sein, wenn man dort nur hin und wieder nach Bands sucht, mal nen Kommentar verfasst oder auf den Seiten seiner Freunde rumschaut? Informationen holt man sich auf einer Startseite, die iGoogle, Google Reader oder feedly heissen könnte und wenn ich sowohl dort als auch bei MySpace dank Data portability meine gleichen Freunde, Links usw nutzen kann, dann macht es ja wenig Sinn für mich, auf MySpace zu starten, oder?

Die Grundidee von MySpace, sich mit Veränderungen und vermeintlichen Verbesserungen neue Nutzer zu erschliessen, ist sicher richtig, aber ob man es auf diesem Weg schaffen wird, bezweifel ich gerade ein wenig. Zudem werd ich das Gefühl nicht los, dass das eher Rupert Murdochs Visionen sind als die von MySpace, denn der wird sicher nicht ewig warten wollen, bis Newscorp Geld mit MySpace erwirtschaften kann…

Naja, vielleicht wissen wir in 3-4 Monaten mehr, denn dann soll der Umbau abgeschlossen sein und wir können uns spätestens dann davon überzeugen, ob das neue MySpace zu überzeugen weiss.

 

 

  • http://konna.pytalhost.de/ Konna

    Also wenn man vom Ist-Zustand ausgeht, dann ist MySpace ja für wirklich ernsthafte User überhaupt nicht zu gebrauchen. Ich hab da irgendwann mal einen Account erstellt, aber schaue da wirklich so gut wie nie rein.
    Gründe sind das wirklich stark verbesserungswürdige Design (Übersichtlichkeit!), eher maue Funktionalität (außer zum Probehören von Bands) und viel zu viele Fakeuser.

    Dass sich daran nach dem Umbau wirklich viel ändern wird, ist zwar wünschenswert, aber ich zweifle stark daran, dass ich Myspace dann häufiger nutzen würde.

  • http://konna.pytalhost.de/ Konna

    Also wenn man vom Ist-Zustand ausgeht, dann ist MySpace ja für wirklich ernsthafte User überhaupt nicht zu gebrauchen. Ich hab da irgendwann mal einen Account erstellt, aber schaue da wirklich so gut wie nie rein.
    Gründe sind das wirklich stark verbesserungswürdige Design (Übersichtlichkeit!), eher maue Funktionalität (außer zum Probehören von Bands) und viel zu viele Fakeuser.

    Dass sich daran nach dem Umbau wirklich viel ändern wird, ist zwar wünschenswert, aber ich zweifle stark daran, dass ich Myspace dann häufiger nutzen würde.

  • http://www.zweipunktnull.org Casi

    die Fake-User machen mir nix aus, glaub ich – aber die Seite ist wirklich arg überladen oftmals…viele von den Leuten, die ich kenne, sind dort angemeldet – deshalb bin ich auch dort 😉 Na und was Du schon sagst: Musik probehören 🙂
    Ansonsten geb ich Dir Recht – die Strategie scheint mir nicht wirklich die durchdacht zu sein…

  • http://www.zweipunktnull.org Casi

    die Fake-User machen mir nix aus, glaub ich – aber die Seite ist wirklich arg überladen oftmals…viele von den Leuten, die ich kenne, sind dort angemeldet – deshalb bin ich auch dort 😉 Na und was Du schon sagst: Musik probehören 🙂
    Ansonsten geb ich Dir Recht – die Strategie scheint mir nicht wirklich die durchdacht zu sein…

  • http://www.redaktusse.ch/blog redaktusse

    mich hat schon immer das ewige laden der myspaceseiten genervt, daher hab ich meinen account ganz fix wieder gelöscht. facebook dagegen ist eine meiner web 2.0 süchte 😉

  • http://www.redaktusse.ch/blog redaktusse

    mich hat schon immer das ewige laden der myspaceseiten genervt, daher hab ich meinen account ganz fix wieder gelöscht. facebook dagegen ist eine meiner web 2.0 süchte 😉

  • http://www.zweipunktnull.org/blog/?p=106 Wird iGoogle ein Social Network? » zweipunktnull

    […] MySpace 2.0? Jun […]

  • Douglas

    man hat es nicht mit dem jetzigen myspace geschafft und wenn man meint, man gibt dem “kind” einen neuen namen dann läuft es besser,denke ich mal, sind die herausgeber von myspace in einem großen irrtum.ich selber habe ein bandprofil seit jahren bei myspace. was in dieser zeit für veränderungen statt gefunden haben ist nicht mehr schön.die veränderungen waren bisher nur zum nachteil der user. deshalb haben auch viele user, ob privat oder künstler, myspace verlassen.
    ob es jetzt mit noch mehr chaos besser wird, wage ich zu bezweifeln.


  • guest1: Hey, mag der Betreiber dieser Seite das Kommentar bitte löschen, da ich nicht länger möchte, dass mein Name hier auftaucht. Dankeschön 🙂
  • Gernot Herzog:  Zum Glück gibt es nicht nur Facebook ich habe da eine Alternative gefunden, die meine Freizeit auch noch mit vielen Extras versüßt. http://www.si
  • Maria: Fotobücher sind echt eine tolle Idee, aber leider ja wie du schon sagst auch etwas teuer. Ich habe letztens eine super Alternative gefunden und zwar

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