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30 Mrz, 2009

Google verteilt gratis Musik – in China

Posted by: Casi In: e-commerce|Musik

Ab sofort kommen Chinesen in den Genuss, sich aktuell über 350000 Songs von chinesischen aber auch internationalen Künstlern gratis herunterzuladen. Haken? Keiner!! Google steckt hinter diesem Deal, der sich schon seit längerer Zeit abzeichnete. Wieso geht Google diesen Schritt? Ganz einfach: Es gibt in China gleich mehrere Parteien, die einigermaßen angefressen sind, wenn sie auf die dortige Situation im Internet schauen. Einmal ist das natürlich Google selbst. Man ist es einfach nicht gewohnt, dass man in der Websuche nur die Nr.2 ist irgendwo. In China kommt man schon seit Jahren nicht mehr am Konkurrenten Baidu vorbei. Baidu seinerseits ist nicht zuletzt deswegen chinesischer Marktführer, weil man bei der Musiksuche punkten kann.

Beim Thema Musik kommt dann der nächste angepisste Protagonist ins Spiel: Die Musikindustrie! 99% der runtergeladenen Songs in China sind illegal. Da fragt man sich, wieso die Labels sich in der westlichen Welt so echauffieren, wenn man im Vergleich diese Verhältnisse sieht 😉

Also sahen beide Parteien Handlungsbedarf – der eine möchte die Spitzenposition im Bereich Websearch, der andere möchte wenigstens ein klitzekleines Krümelchen vom Download-Kuchen abhaben, welchen man ja schließlich auch großteils selbst gebacken hat. Also tut man sich zusammen – Google hat Deals mit Universal, EMI, Warner und Sony – zieht sich das in China äußerst erfolgreiche Downloadportal Top100.cn von NBA-Star Yao Ming als Partner an Land und bietet lizensierte Gratis-Songs an. Auf diese Weise will Google an die Baidu-Nutzer ran und die Musiclabels können wenigstens ein klein wenig Werbekohle generieren, da man mit Google halbe-halbe macht.

Man geht davon aus, dass die derzeit verfügbaren 350000 Songs in Zukunft auf etwa 1,1 Millionen Lieder ausgebaut werden. 

Westliche Musikfreunde brauchen sich jedoch keine Hoffnung machen, dass wir auch nur in die Nähe eines solchen Deals kommen können hierzulande. Dazu gibt es hier einfach zu wenig illegale Downloads, so paradox es auch klingen mag. Was lernen wir daraus? Dass man eventuell nur noch illegal runterladen sollte, um solche Deals provozieren zu können? Naja, eher nicht – aber wir lernen jedenfalls, dass die Köpfe in den Chefetagen der dicken Labels beweglicher sind, als man es ihnen zugetraut hätte. Wenn sie in der Lage sind, auf diese regionalen Gegebenheiten in diesem Maße zu reagieren, ist vielleicht noch nicht Hopfen und Malz verloren.

 

  • http://blog.seofactory.de/ Malte Landwehr

    Wow, dass die Plattenlabels da mitmachen wundert mich. Sonst stellen sie sich bei solche Ansätzen ja immer total quer.

  • Casi

    Tja, Malte – andere Länder, andere Sitten 😉 Aber im Ernst: Vermutlich haben sie eingesehen, dass man gegen diese Qualität der Piraterie nicht anders bestehen kann…

  • mecon

    Ist doch prima. mp3 anhören und gute CD kaufen. Wie bei DVD und Blu Ray. Einfach prima Art der Werbung, sogar bis in den chinesischen Markt. Seit Microsoft wissen wir, ca. 98 % des Produkts verschenken, und mit den restlichen Prozent verdienen. Ich hoffe, dass das Problem der Werbung sich in Zukunft so auflöst.

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  • Pingback: zweipunktnull » Blog Archive » iBox.fm: Am Rande oder jenseits der Legalität?


  • guest1: Hey, mag der Betreiber dieser Seite das Kommentar bitte löschen, da ich nicht länger möchte, dass mein Name hier auftaucht. Dankeschön 🙂
  • Gernot Herzog:  Zum Glück gibt es nicht nur Facebook ich habe da eine Alternative gefunden, die meine Freizeit auch noch mit vielen Extras versüßt. http://www.si
  • Maria: Fotobücher sind echt eine tolle Idee, aber leider ja wie du schon sagst auch etwas teuer. Ich habe letztens eine super Alternative gefunden und zwar

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