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31 Jul, 2009

SEMSIX: Noch mehr Musik in der Cloud

Posted by: Casi In: Apps|Cloud-Computing|Musik

semsix Schön, dass man nicht immer zwingend über den großen Teich schauen muss, um über neue Startups auf dem Laufenden zu bleiben. Die ein oder andere Perle lässt sich auch durchaus in good old germany ausmachen. Das heute offiziell in der Version 1.0 gestartete Semsix ist so eine Perle, darauf möchte ich mich festlegen, nachdem ich mich dort einige Minuten umgeschaut habe.

Zwei Studenten aus Stuttgart – Martin Jakobus und Ingo Schock – haben darüber nachgedacht, wie umständlich sich manchmal die Suche nach einem Song gestaltet, obwohl alles irgendwo im Netz irgendwie verfügbar ist. Sowohl Infos über den Act, die Lyrics – und natürlich auch die Musik selbst. Am Ende dieser Überlegungen steht nun eine (weitere) Anwendung, die es uns erlaubt, anhand der im Netz verfügbaren Tracks ein eigene Playlist zu erstellen und somit ständig online auf diese Songs zugreifen zu können. 

Die Quellen dieser Songs sind in diesem Falle YouTube, MyVideo und vimeo, darüber hinaus greift man auf die Datenbanken von MusicBrainz und Discogs zu. Semsix startet direkt im Browser, man lädt also kein Tool, keinen Player oder sonst irgendwas herunter sondern kann direkt im Interface loslegen:

interface

Ihr habt also oben links den Player für Eure Musik, oben rechts wird das dazugehörige Video gespielt. Auf der linken Seite unter dem Player gebt Ihr Eure Suchbegriffe ein, verteilt auf die drei Felder "Künstler", "Album" und "Titel". Es reicht logischerweise, auch nur eines dieser Felder auszufüllen. Eure Suchergebnisse werden dann unter der Eingabezeile aufgelistet. Dabei sind mir gleich zwei Dinge positiv aufgefallen:

  • Semsix sortiert uns die Tracks nach Qualität. Somit wird beispielsweise ein von CD gerippter Song vor einem Handy-Video eines Konzertes stehen.
  • Semsix bietet auch die nach Alben sortierten Ergebnisse an.

Der erste Punkt sollte jedem gefallen, der schon mal auf der Suche nach einem Song Stunden damit zugebracht hat, sich durch miserable Konzertmitschnitte zu quälen, bis man endlich mal eine brauchbare Version gefunden hat.

Der zweite Punkt ist insofern interessant, weil ich mir mein gewünschtes Album nicht einzeln aus der YouTube-Videothek zusammenklicken muss, sondern mit einem Mausklick das ganze Album meiner Playlist hinzufügen kann.

Apropos hinzufügen: Mit einem Doppelklick oder per Drag and Drop landen die gewünschten Songs in Eurer Playlist auf der rechten Seite. Playlists könnt Ihr – so viel Ihr wollt – abspeichern und somit später dann wieder auf Eure zusammengestellten Songs zugreifen. Außerdem könnt Ihr auch einen Permalink für Eure Playlist erstellen lassen und/oder die Liste per E-Mail versenden. Das alles funktioniert sehr intuitiv und erfordert somit null Einarbeitungszeit 🙂

So wie es jetzt von mir beschrieben wurde, ist es bereits eine Anwendung, die ich sicher des öfteren nutzen werde, aber es gibt noch einige Dinge, die man unbedingt erwähnen sollte.

Neben einer Detail- und einer einfachen Ansicht habt Ihr noch zwei weitere Tabs. Der erste öffnet die Lyrics- und Such-Sektion. Jeder Song, den Ihr über die Detailansicht findet, ist nämlich direkt mit dem vollen Songtext aufrufbar – für so kleine Möchtegern-Sänger wie mich eine großartige Sache, weil das Googlen nach Lyrics manchmal auch sehr anstrengend werden kann. Im gleichen Tab befindet sich auch eine weitere Suchmaske, über welche Ihr nach Textfragmenten suchen könnt. Jeder kennt die Situation, dass man im Club oder im Radio zum ersten Mal einen Song hört und weder Künstler noch Titel parat hat. Wenn man dann einige Textschnipsel aufgegriffen hat, kann einem diese Suche durchaus auf die Sprünge helfen 🙂

liedtextsuche

Der vierte und letzte Tab bringt Euch zur Webradiosuche. Dort werden dann also zu Eurem Suchbegriff passende Internet-Radios angezeigt. Die Sender könnt Ihr genau wie einen einzelnen Track Eurer Playlist hinzufügen. Bei Gelegenheit werde ich mir auf diese Weise mal eine Playlist erstellen, die ausschließlich aus meinen favorisierten Netradios besteht und erhalte so zusätzlich zu meinen "normalen" Playlists auch noch eine Senderübersicht 🙂

Abschließend kann man also sagen, dass man mit Semsix ein echt starkes Instrument erhält, um online seine Musik zu hören. Man braucht sich nichts installieren, nirgends registrieren, erhält eine echt logische und intuitive Song(-text)suche und kann – wenn man online ist – ständig und kostenlos seine Lieblingsmusik hören. Noch schöner wäre natürlich eine optionale Registrierung, um auch unabhängig vom Rechner auf die Playlists zugreifen zu können. 

Wer gerne eine Extra-Applikation hätte, statt einen weiteren, ständig geöffneten Tab im Browser und zudem Google Chrome nutzt, kann natürlich eine Anwendungsverknüpfung erstellen und erschafft sich somit quasi seine Semsix-Desktop-Applikation. Gleiches gilt natürlich auch für Nutzer von Mozilla Prism.

Sollte ich überhaupt was eher Negatives zu berichten haben, dann höchstens die Tatsache, dass der Web-Auftritt von Semsix insgesamt noch ein wenig unfertig wirkt. In die "Abouts" und "FAQs" haben sich der ein oder andere Schreibfehler eingeschlichen und generell ist das alles noch etwas altbacken. Statt einem Support-Forum hätte ich mich beispielsweise über ein Blog gefreut, es gibt leider auch noch keinen Twitter-Account und auf der Facebook-Seite passiert auch noch nicht viel, was man auch daran sieht, dass ich erst der vierte Fan der Applikation bin (aber ich hoffe, dass nach dem Lesen dieses Artikels noch der ein oder andere hinzukommt). Ein von mir gern gesehenes Schmankerl wäre natürlich die Möglichkeit, meine Listen oder zumindest die einzelnen Songs zu sharen – oder gar via last.fm zu scrobbeln. Soll aber jetzt nicht wirklich ein Kritikpunkt sein, sondern eher ein Denkanstoß, was man zukünftig vielleicht mit diesem Projekt noch anstellen könnte 😉

 


  • guest1: Hey, mag der Betreiber dieser Seite das Kommentar bitte löschen, da ich nicht länger möchte, dass mein Name hier auftaucht. Dankeschön 🙂
  • Gernot Herzog:  Zum Glück gibt es nicht nur Facebook ich habe da eine Alternative gefunden, die meine Freizeit auch noch mit vielen Extras versüßt. http://www.si
  • Maria: Fotobücher sind echt eine tolle Idee, aber leider ja wie du schon sagst auch etwas teuer. Ich habe letztens eine super Alternative gefunden und zwar

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