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18 Jun, 2010

Mac Mini vs Esprimo Q1510 – Wer ist der Gigant unter den Minis?

Posted by: Casi In: Technik

Wie ihr hier wohl mitbekommen habe, hat man mir zu Testzwecken das oben abgebildete Gerät zur Verfügung gestellt. Da man den Herren bei Apple so ziemlich alles unterstellen kann, nicht jedoch Untätigkeit, verwundert es vielleicht auch nicht wirklich, dass dort nun ein neuer Mac Mini angekündigt wird. Beides zusammen zwingt einen ja förmlich dazu, die beiden Mini-Rechner einmal miteinander zu vergleichen – und genau das werde ich hier tun. 

Den Heimvorteil genießt dabei natürlich der Esprimo von Fujitsu, weil ich das Gerät hier nun einmal testen kann und Apple so schnell wohl nicht auf die glorreiche Idee kommen wird, mir so ein Schatzkistchen zu Testzwecken zur Verfügung zu stellen.

Aber vielleicht sollte ich mal eher nüchtern vorgehen und die nackten Fakten miteinander vergleichen:

Der Apple ist knapp 20 cm lang und breit und mit weniger als 4cm Höhe eine echte Flunder. Mit unter 17cm pro Seite ist der Esprimo etwas kleiner, dafür aber mit 5,7 cm etwas höher. Macht den Kohl nicht fett, würde ich mal sagen. Genau wie das Design ist auch das Geschmackssache, einen wirklichen Vor- oder Nachteil sehe ich dabei nicht – Unentschieden.

Auch im Gewicht tun sich beide nichts – jeweils knapp 1,4kg – wieder Unentschieden.

Erste Unterschiede gibt es beim Prozessor: Während unter der Haube beim Esprimo ein Intel Core i3 werkelt mit zwei Kernen (2,2 GHz), greift der Konkurrent merkwürdigerweise zum etwas betagten Core 2 Duo (2,66GHz). Vorteil Esprimo.

Mein Esprimo wurde mit einem Arbeitsspeicher von 4 GB ausgeliefert, während der Apple mit 2 GB auskommen muss. Während ich den Mac Mini jedoch auf bis zu 8GB aufbohren kann, bleibt es beim Esprimo bei maximal 4 GB. Da mir die 4 GB dicke reichen, die an Bord sind, ich aber dennoch die möglichen 8GB beim Apple honoriere, gibt es auch hier eine Punkteteilung.

Den nächsten Punkt finde ich auch nicht entscheidend oder spannend: Die Festplattengröße! Der Esprimo kommt mit 500GB Festplatte in meiner Test-Version, muss aber gerade in den günstigeren Ausführungen mit weniger auskommen. Der Mac Mini hat 320 in der kleinen und 2×500 GB in der großen Variante an Bord. Finde ich deswegen wenig spannend, weil a) immer mehr Dinge in der Cloud passieren und nicht auf dem Rechner und weil b) im Handumdrehen eine externe Festplatte angeschlossen werden kann. Darüber hinaus tun sich beide nicht viel, was den Platz für Daten angeht – wieder unentschieden.

Spannender finde ich da schon die Schnittstellen. So sieht es beim Esprimo aus: 

 

  • Audio: Line-Eingang 1
  • Audio: Line-Eingang/Mikrofon 1
  • Audio: Line-Ausgang/Kopfhörer/S/PDIF
  • 1 (optisch)
  • USB 2.0 gesamt 6 ( frontseitig 2, rückseitig 4)
  • VGA 1 (über DVI-zu-VGA-Adapter)
  • DVI 1
  • HDMI 1
  • Ethernet (RJ-45) 1
  • Kensington-Schloss-Unterstützung 1
  • Mehrfach-Kartenleser 6-in-1 (SD/MMC/RS MMC/xD/MS/MS Pro)
  • eSATA 1

Beim Konkurrenten sieht es da wesentlich spartanischer aus:

  • Ein FireWire 800-Anschluss 
  • 4 USB 2.0-Anschlüsse 
  • SD-Kartensteckplatz
  • Mini DisplayPort mit Unterstützung von Auflösungen von bis zu 2560 x 1600 Pixel
  • HDMI-Anschluss mit Unterstützung von Auflösungen von bis zu 1920 x 1200 Pixel
  • DVI-Ausgang mit HDMI-auf-DVI-Adapter 
  • Kombinierter optischer und digitaler Audioeingang/Audio-Line-In (Klinke)
  • Kombinierter optischer und digitaler Audioausgang/Kopfhörerausgang (Klinke)

 Klarer Vorteil für den Esprimo von Fujitsu!

Nächster Punkt – das Laufwerk. Auch hier punktet der Esprimo, der optional auch mit einem Blu-Ray-Laufwerk ausgeliefert wird statt nur mit einem DVD-Laufwerk wie beim Mac Mini.

Bei der Grafik hingegen hat Apple die Nase vorn, denn dort wird NVIDIA GeForce 320M mit 256mb Speicher verbaut, während der Esprimo mit der Onboard-Lösung Intels auskommen muss. Highend-Games könnt ihr tendentiell aber auf beiden Systemen vergessen 😉 Dennoch: Punkt für den Mac Mini.

Da die mitgelieferten Betriebssystem ebenso wie das Design Geschmackssache sind, kann ich da jetzt keine Tendenz in die ein oder andere Richtung erkennen. Mit meiner ersten Windows 7-Erfahrung jedenfalls bin ich recht glücklich. Das System läuft schnell und stabil und wirkt auch durchdachter als so mancher seiner Vorgänger.

Beim Preis vergebe ich natürlich wieder einen Punkt an den Apple-Kontrahenten, aber selbst die Apple-Fanboys erwarten wohl nicht allen Ernstes, jemals ein günstiges Produkt zu erhalten. Während die unterschiedlichen Versionen des Esprimo Q1510 zwischen 600 und 800 Euro kosten, zahlt ihr für den Mac Mini in der kleinen Variante 809 Euro oder in der besser ausgestatteten Fassung 1.149 Euro. 

Unter dem Strich erscheint mir der Fujitsu Esprimo nicht nur eine echte, sondern sogar die bessere Alternative zum Mac Mini zu sein. Schon jetzt ist er aus meinem Wohnzimmer nicht mehr wegzudenken – ich hab keine Ahnung, wie ich vorher ohne ihn zurechtkommen konnte 😉

Generell gefällt mir der Gedanke eines solchen Wohnzimmer-Rechners ausgesprochen gut, das gilt auch für den Mac Mini. Würde mich freuen, wenn Geräte wie die hier verglichenen das Ende der großen, grauen Kisten einläuten 🙂

 

Update:

Caschy hat drüben bei notebooksbilliger.de mal einen nagelneuen Mac Mini unter die Lupe genommen. Da ich hier ja lediglich die Infos aus dem Netz abgreifen konnte und das Gerät nicht persönlich begutachtent habe, solltet ihr dringend dort vorbeischauen, wenn ihr an ein paar neuen Bildern zu Apples Kleinstem interessiert seid 🙂

  • http://knieb.es/ markus

    Mal abseits der technischen Daten. Aus welchem Material ist denn das Gehäuse des Esprimo? Dem Foto oben nach zu urteilen, könnte es Kunststoff sein. Aber das kann ja durchaus täuschen.

  • http://www.macview.de Timm

    Na gut, schön ist was anderes, aber wenn er gut läuft kann man Ihn ja notfalls hinter den Fernseher stellen 😀

  • http://wandpapier.de ralf_donald

    Es sei noch erwähnt, dass sich beim MacMini der SD-Slot auf der Rückseite befindet, meiner Meinung nach der ungünstigste Ort für einen solchen. Und wenn man den 'großen' MacMini (Server heisst der glaub ich sogar) bestellt, fällt das optische Laufwerk weg. Ebenfalls nicht so toll. Kann mich dir auch nur anschliessen, dass der Esprimo von den Fakten her DIE Alternative zum MacMini ist. Bisher. Nehme mal an, dass sich diese Sparte der kleinen Alleskönner noch stark entwickeln wird.

  • Pingback: Der neue Mac mini ausgepackt

  • http://blog.gonline.at Georg S.

    Soll der Esprimo nicht laut sein? Oder irre ich mich da?
    Eine interessante Alternative zum MacMini wäre sicher auch ein TEO-X oder ein TEO-Media: http://www.teo-shop.eu

  • Hannes_P

    Der Hersteller gibt die Lautstärke bei Verwendung von Office Anwendungen mit 3.06 B / 19.8 dB(A) an. Quelle: Testbericht: http://www.home-server-blog.de/2010/03/13/revie…

  • http://www.glam-pix.de fotografin

    da muss ich georg zustimmen – hab auch schon gehört dass der esprimo laut sein soll. naja für mich geht eh nichts über apple!


  • guest1: Hey, mag der Betreiber dieser Seite das Kommentar bitte löschen, da ich nicht länger möchte, dass mein Name hier auftaucht. Dankeschön 🙂
  • Gernot Herzog:  Zum Glück gibt es nicht nur Facebook ich habe da eine Alternative gefunden, die meine Freizeit auch noch mit vielen Extras versüßt. http://www.si
  • Maria: Fotobücher sind echt eine tolle Idee, aber leider ja wie du schon sagst auch etwas teuer. Ich habe letztens eine super Alternative gefunden und zwar

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