zweipunktnull.org

24 Okt, 2010

Casis kleine Helfer: Licorize

Posted by: Casi In: Apps

Vor vielen Jahren bin ich über einen Kerl namens Dale Carnegie gestolpert. Dafür, dass er bereits 1955 gestorben ist, hat er eine Menge vernünftigen Kram in seinen Büchern niedergeschrieben, der auch heute noch aktuell ist. Von ihm habe ich gelernt, dass man nicht auf einem vollgepackten Schreibtisch effektiv arbeiten kann. Man nimmt sich das akute Projekt und verbannt möglichst alles andere vom Schreibtisch und kann somit viel fokussierter arbeiten. Dale weiß, dass es funktioniert – und ich weiß es grundsätzlich auch. Zudem gibt es noch unzählige Autoren (offline als auch online), die sich mit dieser GTD-Methodik auseinandersetzen und clevere Ideen haben, wie wir alle effektiver arbeiten/leben können. 

Könnte Carnegie sehen, wie erschreckend wenig ich von seinen Ideen umsetze, würde er sich vermutlich gepflegt im Grab umdrehen – und ich pack mir selbst manchmal an die Birne, wenn ich auf mein eigenes Chaos schaue. So sitze ich beispielsweise jetzt mit einem Auge auf den Fernseher gerichtet und versuche mit dem anderen Auge sowohl diesen Artikel, als auch 15 andere Tabs plus Twitter zu bewältigen. Kann nicht klappen, seh ich ein. Einige dieser Tabs müssen nicht zwingend geöffnet sein. Facebook, Google Reader, mein E-Mail-Posteingang und ein virtuelles TV-Programm gehören zu diesen Seiten, die weder ständig geöffnet sein müssen, noch zu den Zeiten, in denen ich hier arbeite. Viele andere Sachen aber sind geöffnet, weil ich sie in einem Projekt – wie diesem Artikel hier einbinden möchte.

Im Schnitt habe ich zwischen acht und zehn Seiten zu dem Thema geöffnet, mit dem ich mich gerade beschäftige. Das sind meine Quellen zum Thema und weiterführende Links, die mir beim Recherchieren über den Weg laufen. Die Crux dabei ist nun die Tatsache, dass ich manchmal in ein Thema eintauche, es aber nicht sofort abarbeiten kann/will. Das führt dazu, dass ich mich lesend durchs Netz wühle, und sich zu den genannten acht bis zehn Links ruckzuck noch einige andere zu ebenfalls interessanten Themen dazugesellen. 

Jetzt kann man natürlich Bookmarks anlegen zu diesen Themenkomplexen – aber genau das funktioniert für mich nicht. Sobald ich einen Ordner angelegt habe, der dann in meinen Favoriten verschwindet, ist die Gefahr groß, dass ich den zu schreibenden Artikel vorerst nicht mehr auf dem Schirm habe. Diese Form des aufgeräumten Schreibtisches funktioniert zumindest für mich nicht. 

 

Licorize verbindet Bookmarking-Dienst mit to-do-Liste

Rein zufällig bin ich nun bei einem Blog auf die eventuelle Lösung dieses Problems gestoßen, welches sich von Haus aus mit den Themen "Getting things done", Produktivität, etc auseinandersetzt. Bei imgriff.com gibt es nämlich einen Hinweis auf einen Dienst, der zwar schon ein paar Wochen auf dem Buckel hat, mir aber dennoch völlig neu war: Licorize aus Italien.

Es gibt einige Dienste, bei denen ich recht komfortabel meine Links abspeichern und sortieren kann, und es gibt auch einige sehr nette Geschichten, um to-do-Listen zu erstellen. Licorize ist nun aber meines Wissens der erste Hybrid aus diesen beiden Bereichen. Ähnlich wie bei Mister Wong und Co kann ich eine geöffnete Seite bei Licorize speichern und taggen – Licorize bietet dazu für jeden Browser passende Bookmarklets an, plus Import-https://www.zweipunktnull.org/files/blog/2010/10/24/funktion für bereits vorhandene Links. Der Clou ist dann aber, dass ich die gespeicherten Links Projekten zuweisen kann. So sieht das beispielsweise für mein "Licorize"-Projekt aus:

Rufe ich ein Projekt auf, erscheinen alle Links, die ich diesem Projekt zugeordnet habe. Darüber hinaus kann ich jedem Link einen der Buttons auf der rechten Seite zuordnen – in diesem Fall habe ich jeweils den Typ "to do" ausgewählt. Logischerweise könnt ihr die Links – hier "Strip" genannt – auch taggen und festlegen, bis wann ihr ein Projekt abgearbeitet haben wollt. Lest dazu unbedingt auch noch den Artikel von Martin, der sich bei netzwertig ausführlich mit licorize auseinandergesetzt hat.

Für eine Nerd-Messie-Mischung, wie ich es bin (bin ich somit ein Nessie?), ist an diesem Punkt bereits ausreichend Potential in diesem Dienst vorhanden, um ihn auch in den nächsten Wochen zu testen und vielleicht auch als ständigen Begleiter zu behalten. Der Umfang des Tools ist damit aber lange noch nicht erschöpft. Aktuell könnt ihr nämlich Licorize mit Twitter, linkedIn, RSS-Feeds und Evernote verknüpfen. Da wir hier von einer Beta-Version sprechen, ist das natürlich noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Zukünftig gibt es dann zum Beispiel auch Unterstützung sowohl für Facebook, als auch für Dropbox. 

Wer projekt-technisch nicht als Einzelkämpfer unterwegs ist, kann seine Licorize-Projekte auch öffentlich machen und/oder mit mehreren Personen bearbeiten. Ist für mich blog-technisch nicht ganz so spannend, aber grundsätzlich natürlich ein interessantes Feature. 

All das, was ich bis hierhin geschrieben habe, bezieht sich – und jetzt kommt vielleicht ein kleiner Haken an der Geschichte – auf die Premium-Version, die man zwei Monate testen kann, nachdem man sich angemeldet hat. Diese Version kostet danach fünf Dollar pro Monat. Wer die freie Version verwendet, wird auf die Möglichkeit verzichten müssen, Projekte anzulegen, was Licorize in meinen Augen empfindlich im Umfang beschneidet. 

Die Jungs bieten Journalisten und Bloggern jedoch an, gegebenenfalls einen kostenlosen Premium-Account rauszuhauen, wenn man einen Artikel über Licorize verfasst. Habe ich hiermit getan und ich lasse es euch hier wissen, ob man mein schnuckeliges Blog hier als wichtig genug einstuft, um mir diesen Account zu sponsern 🙂

Was ist eure Meinung zu diesem Tool bzw wie verfahrt ihr bei eurer Arbeit im Netz? Gibt es andere, bessere Alternativen, habt ihr eventuell auch einfach ständig unzählige Tabs geöffnet – oder arbeitet ihr einfach Punkt für Punkt ab, ohne andere Seiten zu öffnen?

  • http://twitter.com/passsy passsy

    Zählt ein geöffneter tab im notepad++ als alternative? Kleiner text zu den links und fertig. Manchmal benutze ich auch browserfenster, ja keine tabs, zum unterscheiden von projekt und reader mail…

  • http://www.talinee.de talinee

    Hat sich bezüglich deines kostenlosen Premium-Accounts schon was getan? Suche schon länger nach ungefähr solch einem Service, und im Prinzip gibt’s die auch mit dieser Projekte-Funktion ja wie Sand am Meer, aber irgendwie ist mein persönliches Non-plus-Ultra noch nicht dabei gewesen.


  • guest1: Hey, mag der Betreiber dieser Seite das Kommentar bitte löschen, da ich nicht länger möchte, dass mein Name hier auftaucht. Dankeschön 🙂
  • Gernot Herzog:  Zum GlĂĽck gibt es nicht nur Facebook ich habe da eine Alternative gefunden, die meine Freizeit auch noch mit vielen Extras versĂĽĂźt. http://www.si
  • Maria: FotobĂĽcher sind echt eine tolle Idee, aber leider ja wie du schon sagst auch etwas teuer. Ich habe letztens eine super Alternative gefunden und zwar

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